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Bödälä Film Trailer - Dance the Rhythm

FSK Film: 0 | Länge: 78 Min | Kinostart: 25.11.2010
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Claudia Lüthi, Elias Roth, Lukas Weiss, Anja Losinger, Sabrina Wüst, Anne-Marie Rojahn

Die Story:Wer würde schon vermuten, dass Schweizer Volkstänze mit dem Amerikanischen Stepptanz oder dem wilden Irish Dance oder gar mit dem feurigen, spanischen Flamenco in Verbindung gebracht werden könnten? Regisseurin Gitta Gsell hat sich auf Spurensuche begeben und ist dabei Schweizer Tänzerinnen und Tänzern begegnet, die Ihre Leidenschaft fürs Bodentelegramm, dem tanzenden Klopfen und Stampfen auf den Boden, mit grosser Freude und Energie zu vermitteln vermögen. Die grosse Spannweite reicht von den jungen, sympathischen Toggenburger und Innerschweizer Bödelern über die international renommierten Bieler Stepptänzer von Lukas Weiss, die Aargauer Aficionada des Irish Dance Sabrina Wüst sowie der künstlerischen, musikalischen Abwandlung des Flamenco der Berner Tänzerin Ania Losinger. Während sich die Wurzeln ihrer Tanzkunst über die halbe Welt verteilen, ist den Protagonisten doch eines gemeinsam: die ansteckende Lust am Tanzen, am Trommeln mit den Füssen im Takt! Ein Dokumentarfilm mit viel Musik in den Beinen und voller Lebensfreude!

Hintergrund:Bödälä - Dance the Rhythm ist ein temporeicher Film über Menschen, die ihre Füße archaisch und kraftvoll zu ihrem künstlerischen Ausdrucksinstrument machen. Ausgehend vom Bödelen in der Innerschweiz begibt sich der Film auf eine Reise zu Stepptanz, Flamenco und Irish Dance. Das rhythmische Aufstampfen der Schuhe erinnert an urwüchsige, rituelle Volkstänze. Aus dem Tanz des Volkes entstehen Show- und Wettkampftänze. Der Film begegnet leidenschaftlichen Tänzerinnen und Tänzern, Menschen, die im Rhythmus ihrer Füße Freude, Lust und Trauer ausdrücken.




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Die Protagonisten:

Claudia Lüthi führt in Hemberg, Toggenburg, einen Friseursalon; eine charismatische, sehr sympathische junge Frau mit eigener Meinung und Lebensweise, die leidenschaftlich gerne bödelet. Sie ist eine Bödelerin der jungen Generation und tanzt als Frau mutig unter den Männern mit. Sie war die erste Frau, die in der Region gebödelet hat. Das Bödelen hat sie von ihrem früheren Freund gelernt, der es aus der Innerschweiz mitgebracht hat. Er hat sie ermutigt, diesen Tanz, der vor allem von Männern ausgeübt wird, selbst zu versuchen.

Sie erzählt lachend, dass es seit dem Preisbödelen im Toggenburg immer mehr Frauen gibt, die selbst mit Bödelen begonnen haben. Auch ihr Partner muss die Volksmusik mögen und gerne tanzen. Sie möchte die Tradition beibehalten und an ihre Kinder weitergeben. Claudia Lüthi ist Mitorganisatorin des Bödeler-Wettbewerbes im Toggenburg.


Elias Roth, aus Hemberg im Toggenburg, ist ein fröhlicher Mensch, dem man sofort gerne zuhört. Der Bauer und Zimmereipolier sagt von sich, er sei eine Art Tagelöhner, er mache alles. Er wandert, musiziert (Handorgel und Bass), schnitzt und ist ein passionierter Tänzer. Elias lernte das Bödelen in der Innerschweiz. Als er 19 Jahre alt war, hat ihn ein Kollege in den Trachtenverein mitgeschleppt, dem er dann beigetreten ist. Er geht auch ab und zu in Discos, aber mehr wegen der Kollegen, nicht wegen der Musik.

Bei der Musik lässt ihn das Volkstümliche «hüpfen». Er ist im Komitee für das Preisbödelen im Toggenburg. Elias ist Single. Er hofft, dass seine zukünftige Partnerin die Volksmusik und das Tanzen mag. Mit Bödelen und Gäuerlen wirbt er um die Frau, hat aber auch nichts dagegen, wenn er umworben wird.


Sabrina Wüst hat sich im Dezember 2007 für die Weltmeisterschaft in Belfast qualifiziert und bereitet sich zusammen mit ihrer Trainerin Anne-Marie Rojahn darauf vor. Tagsüber arbeitet sie als Hotelfachfrau und wohnt in Klingnau. Abends und am Wochenende trainiert sie oft. Sie liebt das Tanzen, auch wenn der Arzt ihr erklärte, dass sie ihre Knochen nicht mehr jahrelang so stark belasten darf. Das Tanzen gibt ihr ein gutes Körpergefühl.

Sie trainiert voll Enthusiasmus neben ihrem Vollzeitjob, unterstützt von ihren Kollegen und den Eltern. Sabrina hat sich als Jugendliche mit Volleyball und Schwimmen sportlich betätigt. Erst nachdem sie im Fernsehen «Lord of the Dance» gesehen hat, war sie total fasziniert von der Fußarbeit der Tänzer und vom Irish Dance.


Anne-Marie Rojahn aus Basel erleben wir als Trainerin und Lehrerin von Sabrina sowie in ihren eigenen Choreographien als Tänzerin. Sie ist die erste Tanzlehrerin auf dem europäischen Festland, die das Examen TCRG (Irish Dance Commission) bestanden hat.

Sie ist in Norwegen aufgewachsen und begann ihre Tanzkarriere als 5-jährige mit norwegischem Volkstanz. Mit 12 Jahren entdeckte sie den Stepptanz und studierte an der Royal Academy of Dance in London Stepptanz und Irish Dance. Heute hat sie eine eigene Tanzschule in Basel, die «Rojahn Company». Anne-Marie kennt sich in der irischen Tanz-Szene sehr gut aus und hat sich eingehend mit den geschichtlichen Hintergründen dieses Tanzes befasst. Sie bildet sich zurzeit als Jurorin für Irish-Dance-Competitions aus.


Lukas Weiss aus Biel ist seit Jahren leidenschaftlicher professioneller Tänzer und Choreograph. Lukas ist überlegt in seinen Aussagen. Er hat ein breites Spektrum an Wissen und vermittelt das gerne während des Tanzes mit viel Bewegung und Dynamik. Seine Suche nach seinen schweizerischen Wurzeln führte 2006 zur Inszenierung der Tanz- Theater-Produktion «alpine tap». In «alpine tap» werden traditionelle Innerschweizer Tanzformen (Bödälä/Gäuerle) als Inspirationsquelle genutzt und neu umgesetzt. Tanz bedeutet für Lukas eine kreative Interpretation von Rhythmus und Musik. Beim perkussiven Tanz kann er das Publikum nicht nur über das Bild, sondern auch über den Klang ansprechen. Er experimentiert gerne mit verschiedenen Klängen, sei es mit einem Sandboden oder Metallplatten. Er erforscht den Tanz als Kommunikationsmittel.

Als 12- jähriger hat er mit Afro-Rhythm angefangen und mit 15 Jahren das Stepptanzen entdeckt. In Workshops hat er sich laufend weitergebildet und war Stargast bei mehreren großen Tanzshows. Er schafft den Bogen vom kommerziellen Tanz an Galas, Shows und Firmenanlässen zu kunstvollen Performances auf der Bühne. Lukas Weiss arbeitet mit den besten Schweizer Stepptänzern zusammen. In seiner Formation «Friends & Rhythm» unter anderem mit «Les Frères Surbeck», Fabrice Martin, Sophie und Emilie Rupp. Sie sind alle mehrfache Schweizermeister und Weltmeister in verschiedenen Kategorien.


Ania Losinger aus Gerzensee/BE hat ihren Traum, Musik und Bewegung zu vereinen und eine kreative Ausdrucksform für beides zu finden, mit ihrem Xala verwirklicht. Wenn Ania von ihrer Art zu Tanzen erzählt, ist sie sehr konzentriert und zieht die Zuhörer in ihren Bann. Flamenco hat sie auf eine interessante Art herausgefordert, sie konnte stampfen und gleichzeitig am musikalischen Geschehen teilhaben, dieses sogar mit ihren Bewegungen beeinflussen. Der Stil des aufrechten, stolzen Tanzes hat ihr gefallen. Obwohl der Flamenco unglaubliche Disziplin und hartes körperliches Training erforderte, war das Tanzen immer mit großer Leidenschaft verbunden. Sie konnte gar nicht anders als tanzen. Nach 14 Jahren ist sie aus dem klassischen Flamenco herausgewachsen.

Mit verschiedenen Experimenten versuchte sie, aus dem Holzboden einen Klangboden zu machen. Zusammen mit Hamper von Niederhäusen hat sie das Xala, ein übergroßes Xylophon, gefunden. Damit hat sich auch ihr Tanz verändert. Die Arbeit mit dem Xala ist eine dauernde Forschungsarbeit, in der sie ihren Traum, Musik und Tanz zusammen zu bringen, verwirklichen kann. Eine Art von Meditation bewirkt, dass Ania sich sammelt, durchlässig wird und dadurch ihre Schwingungen durch ihre Bewegungen ungehindert in den Raum fließen. Sie übt täglich, um diesen Idealzustand zu erreichen. Seit einigen Jahren hat sie das Glück, mit ihrem Lebenspartner Matthias Eser, der Marimba spielt, Kompositionen und Tanzchoreographien zu entwickeln und aufzuführen. Ania Losinger hat den Tanz in eine neue Dimension gebracht. Sie tritt nicht nur auf musikalischen Bühnen, sondern auch in Galerien und Kunsthäusern auf.


Othmar Betschart ist Mitglied der Trachtengruppe und Volkskundler aus Ibach, Schwyz. Er tanzte den Bödeler und war seinerzeit Tanzschenk an Tanzveranstaltungen. Es war der Tanzschenk, der den Tanz leitete. Es standen ihm einige Tanzschenkermaitli zur Verfügung, die er jenen Tänzern zuteilte, die den Freitanz ohne Begleitung besuchten.

Betscharts Onkel, allesamt Bauern, brauchten ein altes Wort für «in Wallung kom- men» oder «sich ereifern»: «Er chund is Ghei» oder «is Ghäu». Wenn nun ein Bursche mit einem Mädchen tanzte, in Wallung kam und ihm zeigen wollte, was für ein prächtiger Kerl er sei, so nannte man diese Erweiterung des Bödelers «is Gäu cho» oder eben «gäuerlen». Othmar Betschart hat mehrere Artikel über die Entstehung des Bödälär/Gäuerler veröffentlicht.


Dr. John Cullinane, aus Cork/Irland, tanzt seit er elf Jahre alt ist. Als er jung war, hat ihm der Lehrer noch eins auf die Knie gehauen, wenn er die Beine höher als auf Kniehöhe gehoben hat. Heute schwingen die Tänzer ihre Beine bis zum Kopf. John Cullinane hat mit Schreiben über den irischen Tanz begonnen, als er realisierte, dass es überhaupt nichts über den geschichtlichen Hintergrund dieses Tanzes gab.

Seine Erfahrungen und sein Engagement als Tänzer und Tanzlehrer in Cork fliessen in seine Erzählun- gen über die Geschichte des irischen Tanzes ein. Dr. John Cullinane unterrichtet an der Universität Cork in Irland. Er ist Master im Irish Dance und Vize-Chairman der Irish Dance Commission. Er kämpft weiterhin für die Akzeptanz des Volkstanzes, sei es in den Medien oder beim Publikum. Er ist glücklich, dass der Tanz mit Riverdance in der ganzen Welt bekannt wurde. Er kennt die Zeit, als er selbst für fast kein Geld in Cork unterrichtete, und der Tanz von den Massen völlig ignoriert wurde.