Schnupfen Im Kopf Film
Zu diesem Film liegt uns noch kein Trailer vor.
FSK Film: 12 | Länge: 93 Min | Kinostart: 04.11.2010
© Arsenal Institut | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? |
Trailer kaputt?
TRAILER-TIPPS
Links & Infos
Die Story:Psychose. Eine Krankheit, die nicht heilbar scheint, eine Diagnose, die das Leben der Betroffenen buchstäblich auf den Kopf stellt. Nichts ist mehr, wie es war, an Aufenthalte in der Psychiatrie schließt sich eine oft lebenslange Abhängigkeit von Medikamenten an, deren Nebenwirkungen gravierend sein können. Über die Krankheit zu sprechen ist ein Tabu - denn wer erklärt sich schon freiwillig für verrückt? Die selbst betroffene Autorin und Regisseurin Gamma Bak hat es zum ersten Mal überhaupt gewagt, über die diversen Stadien ihrer Krankheit einen autobiografischen Film zu drehen. Entstanden ist ein extrem intimes und faszinierendes Selbstporträt, das nicht nur einen Einstieg in das komplexe Thema bietet, sondern auch einen direkten Einblick in das Ringen mit der Diagnose Psychose und der damit verbundenen Stigmatisierung erlaubt.
Hintergrund:Gamma Back: Mit 18 ging ich auf die Filmhochschule und wurde Filmemacherin. Mit 30 hatte ich einen Nervenzusammenbruch, eine Psychose. Und dann wieder und wieder. Ich wurde chronisch krank. Nach sieben Jahren mit der Krankheit begann ich, mich zu filmen und Familie und Freunde um Videobriefe zu bitten. Acht Jahre später ist der Film fertig geworden, die Langzeitbeobachtung begleitet meinen Weg zurück zum normalen Leben.
- Wie Zwischen Himmel Und Erde Trailer
- Violinissimo Trailer
- Das Haus Der Geheimnisse Trailer
- Fischen Impossible Trailer
- Kurzer Trailer zu Sams Im Glück
- Sen Kimsin Trailer
- Der Schnee Am Kilimandscharo Trailer
- Lachsfischen Im Jemen Trailer
- Once Upon A Time In Anatolia Trailer
- Tim And Erics Billion Dollar Movie Trailer
User, die diesen Trailer sahen, besuchten auch diese Seiten:
Eure Meinung zu "Schnupfen Im Kopf Film"
Kommentar zu "Schnupfen Im Kopf Film" ohne einloggen abgeben:
Bisher gibt es keine Kommentare zu "Schnupfen Im Kopf Film".
Regisseurin Gamma Bak über ihren Film:
Schnupfen im Kopf ist eine experimentelle Langzeitbeobachtung. Sie begleitet meinen Versuch, wieder zum „normalen“ Leben zurückzukehren – seit Mitte der 1990er Jahre hatte ich mehrere psychotische Krisen, die zumeist in der Psychiatrie behandelt wurden.
Indem ich mich dem Film als Prozess aussetze, erlaube ich einen direkten Einblick in das Ringen mit der Diagnose „Psychose“ und der Stigmatisierung, die ich erfahren habe. Der subjektive Zugang zum Thema erscheint mir notwendig, auch wenn es mir anfänglich sehr schwergefallen ist, mich zu „outen“. Ich beziehe Position, wie ich mit der Krankheit lebe.
Schnupfen im Kopf ist eine autobiografische Arbeit, die in mehreren Stadien entstanden ist. Das Experiment in Form und Inhalt ergibt sich aus meiner Arbeitsweise, die auf umfassendem Sammeln und behutsamen Vortasten beruht. Die konkrete Arbeit an dem Projekt hat im Sommer 2001 mit einem ersten Entwurf begonnen, seit dem Frühjahr 2002 entstand das Mini- DV-Materialarchiv, bestehend aus Selbstinterviews und Gesprächen mit mir sowie Videobriefen von meiner Familie und Freunden. Schnupfen im Kopf ist eine biografische Erzählung, meine Geschichte bietet den Einstieg in das komplexe Thema, indem sie Anlass und Beispiel zugleich ist.
Menschen mit meiner Erkrankung sind gezeichnet und gebeutelt. Sie leben zumeist recht ausgegrenzt auf Frührente oder von Hartz IV und können in den seltensten Fällen einer regelmäßigen Tätigkeit auf dem Ersten Arbeitsmarkt nachgehen. Das Leben ist zerrissen von Krankenhausaufenthalten und langen Phasen der Rekonvaleszenz. Auf die Krisen folgen oft Depressionen, die länger dauern als die Krisen und fast so schlimm sind wie sie. Das Selbstbewusstsein ist angegriffen, und der ewige Kampf mit den notwendigen Medikamenten und gegen die Nebenwirkungen, die die Lebensqualität beeinträchtigen, ist zermürbend.
Wenn ich die Selbstinterviews ansehe, entdecke ich etwas Verblüffendes: den geduldigen Versuch, über Jahre hin zu berichten, was es heißt, diese schwere Krankheit zu ertragen und zu leben. Was ich mir abverlangt habe, hat sich gelohnt. Es ist ein schonungsloser Blick ohne Voyeurismus. Neben dem Umgang mit der psychotischen Erkrankung thematisiert der Film auch das Leben, den Lebensweg einer freiberuflichen Künstlerin in der Lebensmitte voller Zweifel und Fragen.
Die zentrale Thematik des Films kreist um die Frage der Verantwortung für das eigene Leben, die eigene Erkrankung und das alleinige Zuständigsein dafür. Es geht immer um die große Einsamkeit, in der ich mich befinde, und den Wunsch, die Verantwortung zu teilen.

