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Hacker Film Trailer

FSK Film: 0 | Länge: 79 Min | Kinostart: 18.11.2010
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Schauspieler:Reinhard Schrutzki, Paul Ziegler, Steffen Wernéry, Marcell Dietl, Marko Rogge

Die Story:Der Hacker - einst Robin Hood der Datennetze, heute Plagegeist, gar Datenterrorist im Untergrund des globalen Netzes. Jedes Jahr verbreiten sich Unmengen neuer Viren und Würmer, die für Schäden in Milliardenhöhe sorgen. Doch der Hacker ist ein ambivalentes Wesen. Einerseits für sein Spezialwissen gefürchtet und verfolgt, verdient die IT-Sicherheitsindustrie Milliarden mit Hackern und der durch ihre Existenz erzeugten Internetgefahr. Zugleich werden fähige Hacker von der Industrie angeworben, um Sicherheits-Software, Anti-Viren-Programme und Firewalls zu entwickeln, die das Internet vor Viren, Würmern und gefährlichen Hackeraktivitäten schützen sollen. Eine paradoxe Situation. Was ist der Hacker also heute noch, mehr Datenterrorist, eher Robin Hood oder einfach nur Angestellter mit Urlaubsanspruch und Rentenversicherung? In seinem Debütfilm trifft Alexander Biedermann fünf Hacker verschiedener Generationen und hinterfragt ihr Sein, ihren Antrieb. Portraitiert werden Hacker der Gegenwart, die mittels Viren und Würmern immer wieder die Grenzen der Computersysteme neu definieren und sich Anerkennung verschaffen wollen. Es geht aber auch um diejenigen, die den legendären NASA-Hack in den 80ern zu verantworten haben und als neue unberechenbare Gefahr, als Kriminelle gehandelt wurden. Sie alle verbinden ihre Erfahrungen mit einem Gefühl von Macht: Dass sie mit wenigen Programmzeilen über wesentliche Funktionen der heutigen Gesellschaft entscheiden können. Dabei erklären sich die Hacker als Schützer und Bewahrer. Doch die Grauzone zwischen Legalität und Illegalität sowie eigenen Zielen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten werden zum Prüfstein ihrer Biografien. So deckt Alexander Biedermann auch überraschende Parallelen zwischen den Generationen auf, denn sie alle werden vom realen Leben eingeholt. HACKER ist ein Portrait, das sich auf die menschlichen Spuren im Datennetz begibt und die persönlichen Geschichten dahinter erahnen lässt.

Hintergrund:Anhand fünf eigenwilliger Persönlichkeiten entwirft Alexander Biedermann ein filmisches Kaleidoskop, das einen modernen Mythos von innen heraus durchleuchtet und hinterfragt, was es bedeutet, Hacker zu sein.




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Regisseur Alexander Biedermann über seinen Film:

Wenn die Systeme versagen, steht alles still. Manchmal nur für einen Moment, manchmal für ein paar Stunden, manchmal auch für immer. So erging es mir, als sich 2006 zunächst meine Festplatte und kurze Zeit später mein gesamter Rechner „verabschiedete“. Virusschaden – alles war nur noch fehlerhaft und unbrauchbar.

Meine Geschichte beginnt früher. Aufgewachsen im sachsen-anhaltinischen Sangerhausen stieß ich mit dem Drang nach Gedankenfreiheit und Selbstbestimmung bald an die Grenzen der Kleinstadt. Ich fand Nischen, verbrachte einen Teil meiner Jugend in einer, in der man das Besprühen von Wänden als Widerstand gegen die soziale Ordnung und gleichzeitig als Ausdruck der künstlerischen Freiheit begreift. Im Studium der Medienwissenschaft, Psychologie und Philosophie setzte ich mich mit Rezeptionsverhalten und Wirkmechanismen des Mediums Film auseinander, abschließend untersuchte ich Alexander Kluges Kulturmagazine im Privatfernsehen.

Bis dahin lief alles einigermaßen geradeaus. Dann kam der Virus. Aus der ersten Entrüstung entwickelte sich schnell Neugier. Bereichert hatte sich niemand an meinen Daten. Sie waren einfach nur gelöscht. Ich verstand nicht, was diese Art von krimineller Energie für Motive zu Grunde liegen könnten. Wer steckt hinter einem Virus? Diese Frage ließ mich nicht los. Ich fing an, nach Hackern zu suchen, wollte ihnen in ihre digitale Nische folgen und erfahren, welche Lebenserfahrungen und welches Selbstverständnis Computerinteressierte zu Hackern werden lassen. Was ist ein Hacker eigentlich? Krimineller, Mythos, Nerd? Ich erinnerte mich an Spielfilme und Nachrichten; hatte Bilder vor Augen von Computerfreaks, die in verkabelten Kellern hocken, schädliche Programme schreiben und anarchistische Helden aus Science-Fiction und Cyberpunk verehren.

Meine Recherche ergab, dass es eine sehr aktive und keineswegs im Verborgenen existierende deutsche Hackerszene gibt. Ihre faszinierenden Geschichten und Eigenarten übten einen Sog auf mich aus. Hollywoodszenarien, Medienberichte, Hackerparagraphen – all das flog an mir vorbei.

Ich wollte mehr wissen als das, was man aus Internet und herkömmlichen Medien bekam. Meine Suche sollte mich tiefer eindringen lassen in den digitalen Untergrund: Lassen sich psychologische Grundmuster finden? Wie fühlt sich ein Hacker dabei, wenn er einen Virus ins Netz entlässt, was träumen Hacker, wie leben sie trotz medialer Hetzjagd und ständig schärfer werdenden staatlichen Restriktionen?

Ich begegnete einem durch Generationen gewachsenen Eigensinn, der faszinierend und zugleich einfältig schien. Menschen, die Freiheitsverlust dadurch zu trotzen versuchen, indem sie der technischen Entwicklung ein Stück voraus sind. Ich redete mit ihnen über Science Fiction, die alten Zeiten als Hacken noch legal war und über die Schönheit einer Befehlszeile. Nach einiger Zeit und Teilnahmen an Hackertreffen gelang es mir, mehr und mehr Hacker kennen zu lernen und zu interviewen. Für das entgegengebrachte Vertrauen gab es ein Schlüsselerlebnis: Beim Chaos Computer Camp 2007 wurde ich von den alten NASA-Hackern gebeten, mich und mein Projekt vorzustellen. Dafür dass sie mir später ihr Vertrauen schenkten, spielte vor allem das persönliche Motiv eine entscheidende Rolle. Das Interesse für ihre Nische, ihre Isolation und ihre vergessenen Ideale.