Unknown Identity Trailer und Filmkritik
FSK Film: 16 | Länge: 113 Min | Kinostart: 03.03.2011 | Release: 06.09.2011 (DVD&BD)
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Schauspieler:Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Frank Langella, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Clint Dyer, Karl Markovics, Stipe Erceg, Mido Hamada, Sanny Van Heteren, Michael Baral, Rainer Bock, Petra Hartung, Olivier Schneider
Die Story:Als Dr. Martin Harris (Liam Neeson) nach einem schweren Autounfall aus dem Koma erwacht, ist das für ihn der Beginn eines Albtraums: Seine Frau (January Jones) erkennt ihn nicht mehr und ein anderer Mann (Aidan Quinn) hat Harris’ Platz eingenommen. Nicht nur als ihr Ehemann, auch als angesehener Wissenschaftler, der auf einem Kongress einen wichtigen Vortrag halten sollte. Als wäre das nicht genug, wird er auch noch von einem Killer (Stipe Erceg) gejagt. Was ist mit ihm passiert? Harris beginnt an seinem Verstand zu zweifeln. Um seine Frau und sein altes Leben zurück zu gewinnen, macht er Gina (Diane Kruger) ausfindig, die Taxifahrerin, die ihn bei dem Unfall gerettet hat. Sie und der ehemalige Stasi-Agent Jürgen (Bruno Ganz) sind seine einzigen Verbündeten im Kampf um seine Identität gegen einen übermächtigen Gegner.
Hintergrund:Jede Menge Starpower versammelte sich für den Action-Thriller UNKNOWN in Berlin vor der Kamera. Neben Liam Neeson (96 Hours) und Diane Kruger (Inglourious Basterds) in den Hauptrollen ziehen Mad Men-Star January Jones, Frank Langella (Frost/Nixon) sowie ein herausragender deutscher Cast mit Bruno Ganz (Der Untergang), Sebastian Koch (Das Leben der Anderen), Karl Markovics (Die Fälscher) und Stipe Erceg (Der Baader Meinhof Komplex) den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann. Die spannungsgeladene Geschichte des Films basiert auf dem gleichnamigen Roman des Bestsellerautors Didier van Cauwelaert. Der packende Thriller ist bereits die dritte Zusammenarbeit des spanischen Regisseurs Jaume Collet-Serra (Orphan - Das Waisenkind) mit Produzent Joel Silver (Dark Castle), Studio Babelsberg fungierte als Koproduzent. UNKNOWN wurde in den Studios in Potsdam sowie in Berlin, Brandenburg und Leipzig gedreht.
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Eure Meinung zu "Unknown Identity"
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Eure Kommentare zu "Unknown Identity":
?!! Na der Streifen scheint ja mal echt hammer zu sein! :D Freu mich schon!
LaJusch Jahaaaaaa, Berlin ist ein raues Pflaster. SO sieht mein Alltag aus. Taxifahren, pff...einmal und nie wieder :D
Berger wird bestimmt so geil wie Hours 96
Neo Oh, das nenn ich doch mal einen interessanten Thriller mit Format! Super Schauspieler am Start und eine spannende Story ohne große Effekthascherei und 3D-Gedöns. Das werde ich mir auf jeden Fall mal bei Gelegenheit anschauen.

♥: spannend, rasant, realistische Action, hochklassig besetzt, interessante Locations
−: einige Logikfehler, einige Klischees, zu glattes Ende.
Berlin hat als Schauplatz im Thrillergenre seit Jahrzehnten ein festen Platz, ob es nun das Erbe als Hauptstadt des Dritten Reichs, oder im Kalten Krieg die Lage am Eisernen Vorhang und die Rolle als Drehscheibe der Geheimdienste.
Bei "Unknown Identity" ist beides nicht der Aufhänger. Hier sieht man stattdessen eine pulsierende, widersprüchliche Metropole, in der marode Altbauten und noch immer sichtbaren Spuren des Kriegs und der Teilung neben modernster Edelarchtitektur stehen. Genauso kontrovers ist das Personal aus Globalisierungsgewinnern in Luxushotels und den genauso internationalen Verlierern in ihren Bruchbuden. Berlin ist ein zusätzlicher Hauptdarsteller des Films. Vielleicht sogar der Wichtigste. Wer Berlin genauer kennt, dem fällt aber auf, dass vor allem touristisch bekannte Ecken wie die Oberbaumbrücke und die Straßen ums Brandenburger Tor und die Friedrichstraße auf Film gebannt wurden. Aber das mal auf der großen Leinwand in einem actiongeladenen Szenario zu sehen, macht trotzdem Spaß. Auch in den USA kam der Schauplatz gut an. Da landete "Unknown" in der Startwoche auf Platz 1 der Kinocharts.
Eigentlicher Star ist allerdings Liam Neeson, der immer mehr zur Allzweckwaffe des Kinos wird, ob nun in Fantasysopektakeln ("Kampf der Titanen"), harter Action ("Das A-Team"), oder sensiblen Charakterdramen ("Chloe").
Diesmal ist seine Figur eine Mischung aus dem Biedermann in "Der Andere" und dem Rachewüterich in "96 Stunden". Als Wissenschaftler mit anfangs nicht näher definiertem Fachgebiet kommt Martin Harris (Liam Neeson) er mit seiner Frau (January Jones) in Berlin an, um bei einem Kongreß zu sprechen. In der Hektik lässt er seinen Aktenkoffer am Flughafen stehen. Als er den Verlust im Hotel bemerkt, rast er per Taxi zurück zum Flughafen. Aber auf dem Weg dahin wird er in einen schweren Autounfall verwickelt. Erst einige Tage später wacht er im Krankenhaus auf. Die Ärzte wissen immer noch nicht, wer er ist - und merkwürdigerweise hat ihn offenbar auch niemand gesucht - nicht einmal seine Frau.
Harris entlässt sich gegen den Rat seines Arztes (Karl Markovics) kurzerhand selbst aus dem Krankenhaus. Aber im Hotel wartet dann ein richtiger Schock: Seine Frau erkennt ihn nicht und ein anderer Mann an ihrer Seite hat offenbar seinen Platz und seine Identität angenommen.
Was ist hier los ? Ist er Opfer einer Verschwörung ? Und welches Ziel könnte die haben ? Oder hat beim Unfall doch mehr abbekommen als er denkt ? Ist das alles ein böser Traum ? Oder eine spezielle Form von Amnesie ? Nach anfänglicher Verzweiflung, Verwirrung und Wut erkennt er, dass ihn alle im Hotel für verrückt halten. Bevor er von der Polizei einkassiert wird, taucht er daher lieber unter, um den mysteriösen Vorgängen auf den Grund zu gehen. Aber wie soll er das machen. Er hat kein Geld, keine Papiere und befindet sich in einer fremden Stadt, deren Sprache er nicht beherrscht. Vielleicht war es doch zu früh, dass Krankenhaus zu verlassen ? Dort entgeht er allerdings nur knapp einem Mordanschlag. Immerhin ist ihm jetzt klar dass er nicht verrückt ist. Auf der Flucht landet er bei Gina (Diane Kruger), der Taxifahrerin, die ihn beim Unfall gerettet hat. Die ist allerdings untergetaucht, weil sie keine gültigen Papiere hat. Aber nun sind die Killer auch ihr auf den Fersen und notgedrungen tut sie sich mit Martin zusammen, um das Geheimnis seiner Existenz zu klären.
Anfangs wird "Unknown Identity" seinem Namen voll gerecht, Martin Harris kämpft nicht nur um seine Identität, er fragt sich sich manchmal auch, ob wohl wirklich selbst weiss, wer er ist. Wie kann man überhaupt die eigene Identität beweisen, und wovon wird sie bestimmt ? Auch sein unfreiwilliger Sidekick, die Taxifahrerin Gina (Diane Kruger) hat als illegaler Flüchtling in Berlin ein Identitätsproblem und braucht dringend neue, falsche Papiere. Etwas anders liegt die Sache bei ihrem Helfer dem Privatdetektiv Jürgens (Bruno Ganz) der als Ex-Stasi-Agent im übertragenen Sinne seine Identität verloren hat, als die DDR unterging. Was er einmal war, gilt nichts mehr. Als sich die Verwirrung allmählich aufklärt durch typische Zutaten des Agententhrillers wie geheime Codenachrichten, entwickelt sich der Film zunehmend vom Psycho- zum rasanten Actionthriller.
Die Actioneinlagen sind hart und realistisch, nie over-the-top (außer beim etwas übereiligen Abgang von Frank Langella) und erinnern mehr als einmal an die Bournetrilogie. Das hohe Tempo und die ständigen Verfolgungsjagden gegen allerdings auf Kosten von Tiefgang. So hätte man Liam Neeson gerne mehr Zeit gegönnt, den Psychostreß seiner Figur auszuleuchten und ein paar falsche Fährten überzeugender zu legen.
Die Nebenfiguren kommen etwas kurz. Harris Frau (January Jones) bleibt lange Zeit blass, was in den Augen der Macher allerdings ihre geheimnisvolle Aura unterstreichen soll und an die kühlen Blondinen in Hitchcocks Klassikern wie Tippie Hedren oder Grace Kelly erinnern soll. Diane Kruger muss ihr Flüchtlingsschicksal in zwei, drei Sätze quetschen und auch Bruno Ganz als grummeliger Ex-Stasi-Agent (mit deutlichem Schweizer Akzent) ist unterfordert. Außerdem werden am Ende des Films einige Handlungsfäden über das weitere Schicksal von Martin und Gina etwas zu bequem gekappt.
In der Hektik gehen solche Mängel aber leicht unter. Insgesamt muss man die Besetzung loben, denn einheimische Talente wie Sebastian Koch, Stipe Erceg und Karl Markovic sieht man sonst selten in aufwändigen Produktionen.
Auf der Berlinale lief der Film außerhalb des Wettbewerbs (wie praktisch alle spannenden Filme) und wurde ausgiebig bejubelt - sicher auch weil er genau ein Jahr zuvor an zahlreichen Locations gedreht wurde, die auch die Filmjournalisten bestens kennen. Selbst das frostige Wetter des Winters Anfang 2010, das Look und Feel des Thrillers bestimmt, schien sich ein Jahr später zur Premiere zu wiederholen und verstärkte die Verbindung zwischen Film und Publikum.
Regisseur Jaume Collet-Serra hat bisher noch keine Heldentaten vollbracht. "House of Wax" war immerhin ein gelungenes Remake eines B-Movie-Horrorklassikers, "Goal 2" ein stromlinienförmiges Stück Hochglanz-Sportdrama. Auch in "Unknown Identity" beweist er sich als kompetenter Handwerker, der die Genreregeln beherrscht. Eine eigene Handschrift hat er jedoch nicht.
So wirkt sein Film wie die Best-Ager-Version von "Die Bourne-Identität". Das ist aber nichts, wofür man sich schämen müsste."Unknown Identity" ist nicht bahnbrechend, aber durchgehend unterhaltsame, souverän inszenierte Thrillerkost.

