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Wasser Für Die Elefanten Trailer und Filmkritik

FSK Film: 12 | FSK Trailer: 6 | Länge: 120 Min | Kinostart: 28.04.2011 | Release: 30.09.2011 (DVD&BD)
© Twentieth Century Fox | Genre: Drama | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? | Trailer kaputt?

 

TRAILER-TIPPS

 

Links & Infos

 

Schauspieler:Robert Pattinson, Reese Witherspoon, Christoph Waltz, James Frain, Hal Holbrook, Paul Schneider, Emerson Brooks, Dan Lauria, Tim Guinee, Ken Foree, Tatum Etheridge, Richard Brake, Jim Norton, Scott MacDonald, Ashley Palmer

Die Story:Amerika 1931, die Wirtschaftskrise hat das Land fest im Griff. Da kann der junge Tierarzt Jacob Jankowski von Glück reden, als ihm ein Job beim Zirkus angeboten wird. Auch wenn es ein sehr bescheidener Zirkus ist: Nicht einmal einen Elefanten gibt es. Dafür eine wunderschöne Kunstreiterin. Doch Marlena ist verheiratet mit dem wahnsinnigen Dompteur. Irgendwann findet sich doch eine, wenn auch sehr eigensinnige Elefantendame. Keiner kann mit Rosie umgehen – bis Jacob ihr Geheimnis enthüllt. Und als sich gerade alles zum Guten zu wenden scheint, nimmt eine Tragödie ihren Lauf ...

Hintergrund:WASSER FÜR DIE ELEFANTEN erzählt von einer magischen Liebe, die aller Widerstände zum Trotz zwei Menschen verändert und ein Leben lang hält. In der aufwändigen Verfilmung von Sara Gruens gleichnamigem Bestseller wird eine vergangene Ära wieder lebendig und ein Zirkus zum Schauplatz dramatischer Ereignisse. WASSER FÜR DIE ELEFANTEN ist ein episches mitreißendes romantisches Drama. In einem ungewöhnlichen, faszinierenden Setting begeistern Oscar®-Preisträgerin Reese Witherspoon (WALK THE LINE) und TWILIGHT-Star Robert Pattinson mit einer unwiderstehlichen Lovestory, die durch Oscar®-Preisträger Christoph Waltz (INGLOURIOUS BASTERDS) dramatisches Gegengewicht erhält. Regie bei diesem opulentem Filmereignis führte Francis Lawrence, der bereits im Welthit I AM LEGEND von Liebe unter extremen Umständen, von der Liebe zum Leben, erzählte.




Eure Meinung zu "Wasser Für Die Elefanten"



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Eure Kommentare zu "Wasser Für Die Elefanten":

Nina Ich freu mich rieesig auf den Film, aber ehrlich gesagt machte die Musik im Originaltrailer schon sehr viel mehr her als diese

@!!! Barcelona - Please don't go ist das Lied ;)

!!! Ich suche dieses lied und find es nicht

schade... Im Originaltrailer glänzte der Trailer durch die Originalfilmmusik - und hier wird ein öder Song im Hintergrund gespielt... entäuschend. Diese deutsche Version kommt echt schlecht... :o(

 




♥: komplexer historischer Rahmen, detailreiche Zirkuswelt, brillanter Christoph Waltz
−: unnötige Rahmenhandlung

Für Robert Pattinson ist dieses historische Liebesdrama die erste große Hauptrolle außerhalb der Twilight-Reihe. Da steht er natürlich besonders unter Beobachtung. Kann er auch außerhalb der Teeny-Fangruppe punkten ? Oder bleibt er an den Erfolg der Vampirschmonzette gekettet ?


Für den Tiermedizinstudenten Jacob (Robert Pattinson) ist die Zukunft vielversprechend. Nur noch schnell die Prüfung als Tierarzt ablegen, die schönste Frau aus seinem Kurs flachlegen und dann die Karriere starten, so seine Pläne.
Aber es kommt ganz anders. Als seine Eltern bei einem Unfall sterben, wird er komplett aus der Bahn geworfen. Die Prüfung lässt er sausen und sein Zuhause ist auch futsch, weil sein Vater als Gutmensch bei seinen Patienten nicht so aufs Geld geachtet hat.
Es sind die 30er Jahre, die USA sind im Griff der großen Wirtschaftskrise, überall brechen Firmen zusammen, verlieren Menschen Jobs genauso wie Hab und Gut und irren verzweifelt durchs Land.
Der Film vermittelt immer wieder den Eindruck dieser turbulenten Zeit, in der nichts sicher, aber sehr viel möglich war. Nur mit einem Koffer in der Hand macht Jacob sich auf den Weg um woanders neu anzufangen. Und den Koffer ist er auch bald los, als er auf einen Zug aufspringt.
So landet er im Wanderzirkus der Benzini Brothers, der mit der Bahn quer durch die USA tingelt. Üblicherweise werden blinde Passagiere gleich wieder vom Zug geworfen, aber da Jacob noch nicht so abgerissen aussieht wie andere Tramps darf er erstmal bleiben und beim Aufbau des Zirkus und besonders dem Ausmisten der Ställe helfen. Zumindest bis der Boss sich mit ihm befasst.
Der heißt nicht Benzini, sondern August Rosenbluth. Nach einer Pleite hat Rosenbluth die Reste des Benzini-Zirkus billig übernommen und sein eigenes kleines Imperium aufgebaut. Ob er nun Deutscher, Österreicher oder Schweizer ist, wird nicht klar, aber zusammen mit den immer wieder thematisierten polnischen Wurzeln von Jacob werden die USA bewusst als ethnischer Schmelztiegel gezeigt und verleihen der Geschichte mehr Tiefe als wenn die Figuren geschichtslose Nobodys wären.
"Der Zirkus ist ein souveräner Staat mit seinen eigenen Gesetzen" erklärt Rosenbluth dem Neuling Jacob. Was er nicht sagt ist, dass er in diesem Staat wie ein Dikator herrscht. Ihn zu kritisieren wagt niemand und wenn das Geld mal wieder knapp ist, werden überzählige Arbeiter brutal vom Zug geworfen. An Jacob aber findet August Gefallen, denn erstens ist er neu, zweitens ziemlich gebildet, und ein bißchen Widerspruch ist doch mal eine Abwechslung gegenüber all seinen Speichelleckern. Vor allem aber sind Jacobs Kenntnisse in Tiermedizin unschätzbar.
Ganz akut ist seine Hauptattraktion die Pferdedressur seiner Frau Marlena (Reese Witherspoon) in Gefahr. Während Marlena versteht, dass ihr verletztes Pferd sich nur noch quält, will August das Tier so lange wie möglich ausnutzen. Jacob wagt das Ungeheuerliche: er widerspricht August, widersetzt sich ihm sogar. August ist ebenso beleidigt wie überrascht. Daraus könnte man jetzt eine simplen Konflikt zwischen einem Tierfreund und einem notorischen Schinder stricken. Stattdessen kommt es anders. August imponiert das Selbstbewusstsein von Jacob, in dem er vielleicht sogar ein wenig sich selbst erkennt. Und er ist zwar einerseits ein Egomane aber ebenso ein Überlebenskünstler und kreativer Unternehmer, der auch in einer Krise eine Chance sieht.
Die alte Elefantendame Rosie aus der Konkursmasse eines gescheiterten Konkurrenten soll die neue Attraktion werden, und Marlena und Jacob müssen zusammenarbeiten , um August zufriedenzustellen und den Zirkus zu retten.

So vertieft sich die Verbindung zwischen Marlena und Jacob. Aber es ist (noch) keine üerwältigende Leidenschaft, die den Film völlig vereinnahmt. Ganz allmählich wird die Romanze entwickelt. Auf der menschlichen Ebene bildet sich also die klassische Konstellation einer Frau zwischen zwei Rivalen. Elefantendame "Rosie" ist dabei als Symbol des traditionellen Zirkus ein Katalysator der Ereignisse, mal gehätschelt mal geschlagen, geheimnisvoll und gefährlich. Dabei ist sie beileibe mehr als ein Opfer der Umstände und gibt den Menschen mehr, als denen wohl bewusst ist. Trotz einiger drastischer Szenen wurden übrigens keine Elefanten beim Dreh verletzt, misshandelt oder geschlagen.Die detailreiche nostalgische Zirkusatmosphäre lässt Erinnerungen an ganz alte Abenteuerdramen wie "Held der Manege" mit John Wayne" oder "Trapez" mt Burt Lancaster und Tony Curtis wach werden. In denen wurde schon vor über 50 Jahren die Zirkuswelt als farbenfroher Mikrokosmos und Hintergrund für menschliche Dramen genutzt. So nostalgisch die Bilder sind, ist der Zirkus in "Wasser für die Elefanten" jedoch kein makelloses Fantasyland. Viele Kostüme sind ebenos prachtvoll wie abgewetzt, das Geld ist (mal wieder) knapp. Mit einer Stripshow werden die Einnahmen aufgepeppt und viele Attraktionen sind nach heutigem Standard provinziell. Aber damals war Entertainment eben nicht an jeder Straßenecke zu kriegen, die Bildung und die Erwartungen der Menschen waren niedriger, nicht jedes Kaff hatte ein Kino, und an Fernsehen noch gar nicht zu denken. Da versprachen die fahrenden Gaukler etwas Abwechslung, einen Hauch von weiter Welt inklusive sündhafter Versuchungen.

Das bisherige Schaffen von Regisseur Francis Lawrence ist durchwachsen. Dazu gehören etliche Musikvideos, für Aerosmith ebenso wie für Britney Spears, und der durchwachsene Endzeit-Action-Thriller "I am Legend" mit Will Smith ebenso wie das Okkultismus-Spektakel "Constantine" mit Keanu Reeves. Also hat er auf alle Fälle ein Händchen für tolle Bilder, und das beweist er auch in "Wasser für die Elefanten", unterstützt von Kameramann Rodrigo Prieto ("Brokeback Mountain") und Kostümdesignerin Jaqueline West ("Der seltsame Fall des Benjamin Button").

Wem die Lovestory und die opulente Ausstattung egal sind, der sollte den Film allein schon wegen der fesselnden Leistung von Christoph Waltz sehen. Der ist hier mindestens genauso gut wie in Tarantino´s "Inglourious Basterds", vielleicht sogar noch besser, da er bei aller Theatralik einen weitaus komplexeren Charakter spielt. Als Zirkusdirektor liefert er eine Galavorstellung. August ist mal knallhart, mal amüsant, mal jähzornig. Das ist aufgrund seines jahrelangen Überlebenskampfes gut nachvollziehbar. Ohne seine Härte würde es seinen Zirkus längst nicht mehr geben. Letztlich sieht er selbst Marlena als eines seiner Geschöpfe wie seine dressierten Tiere.
Dabei übertreibt Christoph Waltz es nie und wechselt rasant zwischen Scheusal und Charmeur bis zum dramatischen Finale, in dem ihm sämtliche Sicherungen durchbrennen. Dafür wurde allerdings eine massive Änderung gegenüber der Buchvorlage vorgenommen: ursprünglich waren der Zirkusdirektor und der Tiertrainer zwei verschiedene Charaktere. Im Drehbuch wurden sie in den Figur von August Rosenbluth verschmolzen. Eine gelungene Änderung, die sogar die Buchautorin Sarah Gruen abgesegnete. Nicht selbstverständlich, denn ihre Buchvorlage ist immerhin ein Bestseller, der auch in der Originalfassung die Leser(-innen) begeisterte.

Einige Kritiker warfen Robert Pattinson vor, zu ruhig, zu steif, zu linkisch und unbeteiligt zu spielen. Das fällt natürlich neben einem so intensiven Darsteller wie Waltz erst recht auf. Die Wirkung ist Pattinson aber durchaus bewusst und volle Absicht. Schließlich ist Jacob der Neuling in einer für ihn fremdartigen Welt, und ein junger Mann auf der Suche nach sich selbst, kein weltgewandter Draufgänger und Verführer. Eine vielleicht nicht begeisternde, aber absolut passende ansprechende Darstellung. Dazu dürfte auch der Altersunterschied zu Reese Witherspoon beitragen. Die Hauptdarsteller sind eigentlich durch zehn Jahre Altersunterschied getrennt. Das sieht man allerdings kaum. Reese Witherspoon sieht nicht älter aus, wirkt aber reifer und erfahrener, ihr Charakter schließlich schon einiges durchgemacht. Vor allem aber passt sie als platinblonde Schönheit mit Porzellanteint gut in die 30er Jahre mit ihren Stummfilmidolen. Aber auch gemeinsam auf der Leinwand machen Witherspoon und Pattinson eine gute Figur.

Unnötig ist jedoch die Rahmenhandlung in der Gegenwart, in der der alte Jacob (trotzdem sehenswert: Hal Holbrook) in etwa so wie bei "Der Soldat James Ryan" einem jungen Zirkusmanager seine Geschichte erzählt, So erfährt man zwar, dass Jacob das bevorstehende Abenteuer überleben wird, aber nicht, wie seine Lovestory endet, ob nun tragisch oder mit Happy-End.
Zumindest in den USA war die überwältigende Mehrheit der Zuschauer weiblich. Ist "Wasser für die Elefanten" also ein klassisches "Chick-Flick", ausschließlich für die Damen ? Nein, es ist ein romantisches Drama mit starkem historischem Hintergrund. Romantisch und dennoch realistisch, aufwändig ausgestattet und bebildert und von guten bis brillanten Darstellern bevölkert. Dass reicht zwar nicht ganz an die Klasse von Edeldramen wie "Jenseits von Afrika" heran, erinnert aber doch auf angenehme Art daran und ist weit entfernt von einer seichten Schnulze.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

Interview mit einem Elefantenbesitzer

Gary Johnson erklärt uns, wie die Elefantendame für ihre Schlüsselrolle im Film vorbereitet worden ist und wie sie sich mit ihren menschlichen Ko-Stars angefreundet hat. Der spannende Film basiert auf dem Beststeller von Sara Gruen.

Können Sie uns erklären, was ihre Firma „Have Trunk Will Travel“ genau tut?
„Wir haben sechs Elefanten, fünf davon sind weiblich und einen Zuchtbullen. Bei uns sind vier Jungtiere geboren, was ausgesprochen selten ist. Das ist ein großer Erfolg, denn asiatische Elefanten sind vom Aussterben bedroht. Weltweit gibt es nur noch ca. 35 Tausend davon. Wir beschäftigen acht Vollzeit Mitarbeiter, die sich um die Elefanten kümmern. Tai, eine asiatische Elefantendamen ist die Rosie in WASSER FÜR ELEFANTEN.
Alle unsere Elefanten, mit Ausnahme des Bullen, haben schon oft in Filmen, Werbespots und TV Shows mitgespielt. Für Tai sind Filmsets und Regisseure nicht fremd. Wir haben sie nun schon seit 35 Jahren, und durch die Erfahrungen, die sie schon machen konnte, ist die Zusammenarbeit mit ihr immer sehr angenehm.“

Wie viel Arbeit steckt für Sie und Tai in diesem Film?
“Speziell bei diesem Film haben wir sehr viel gearbeitet. Es war aber auch alles sehr aufregend für uns. Ich mochte alle am Film Beteiligten sehr. Jeder ist mit uns sehr respektvoll umgangen und alle waren immer freundlich zu uns. Regisseur Francis Lawrence erwies sich als echter Gentleman und hat meiner Meinung nach einen Super Job gemacht. Er ist dutzende Male zu uns auf die Ranch nach Kalifornien gekommen, um bei den Proben zuzuschauen und um Zeit mit Tai zu verbringen. Somit wusste er genau, wie er später die Szenen mit ihr zu drehen hatte.“

Wie viel Zeit hat Reese Witherspoon mit Tai verbracht?
„Reese Witherspoon hat uns ziemlich oft auf unserem Anwesen besucht, um mit Tai zu proben, denn sie hatte einige physisch sehr fordernde Szenen mit ihr. Sie musste auf Tai klettern, genauso wie man es vom Zirkus her kennt, wenn die Mädchen ganz oben auf den Elefanten sitzen. Tai legte sich dann auf die Seite und beim Aufstehen musste Reese lernen, auf ihren Rüssel zu steigen. Sie musste verschiedene Möglichkeiten üben, um hoch zu klettern. In einer Szene steht Tai auf ihren Hinterbeinen und Reese direkt unter ihr. In einer anderen Szene macht Tai einen Kopfstand, und Reese tanzt gleichzeitig unter ihr. Das alles ist ziemlich kompliziert und wir mussten diese Szenen mit einem Choreographen ausarbeiten. Das Timing musste bis auf den Bruchteil einer Sekunde stimmen. Ein anderes Mal steht Reese auf dem Elefanten. In einer weiteren Einstellung sitzt Tai auf einem Sockel, stellt sich auf die Hinterbeine und Reese steigt dabei auf ihren Rücken. Für diese Szenen musste Reese sehr lange üben, denn das ist nicht ganz einfach. Tai macht so etwas regelmäßig und es ist Teil ihrer Übungen. Sie trainiert täglich, übt viel und hält damit auch ihre Muskeln fit. Sie ist wirklich sehr gut in Form.“

Wie schwierig war das für Reese?
„Sie war ausgezeichnet und hat uns erzählt, dass sie als junges Mädchen geturnt hat. Sie ist zusammen mit Tieren aufgewachsen und hat sich sehr wohl mit ihnen gefühlt. Alle drei Hauptdarsteller, Reese Witherspoon, Robert Pattinson und Christoph Waltz haben uns sehr beeindruckt. Wir sind sehr glücklich, dass wir mit ihnen arbeiten durften. Sie sind einfach wunderbar“.

Was sind die aufregendsten Szenen mit Tai und Reese, die die Zuschauer sehen werden?
„Ich glaube, meine Lieblingsszene ist die Schlussszene, in der Reese oben auf Tai steht. Das ist ein sehr dramatischer Moment. Obwohl sie mehrere verschiedene Kunststücke macht, ist dies wohl das Spektakulärste. An einem Punkt liegt sie auf Tais Rücken und Tai tanzt mit ihr durch die Zirkusarena; auch diese Szene ist ganz besonders beeindruckend. In einer weiteren lustigen Nummer tanzen Christoph Waltz (der August spielt) und Reese zusammen auf einem Elefanten Podest und Tai (Rosie) wird so eifersüchtig, dass sie auf Christoph zugeht und ihm auf die Schulter tippt. Dabei stiehlt sie Christophs Zylinder, wirft diesen auf die Erde und trampelt darauf herum. Als wolle sie damit sagen „lass Reese in Ruhe. Sie gehört mir“.  Rosie scheint auch zu spüren, dass Christophs Rolle nicht unbedingt eine sympathische Figur ist.“

Wie schwer und wie intensiv war generell das Training vor Ort am Filmset?
„Jeden Tag waren zwei Trainer am Set, meine Assistentin Joanne Smith und ich. Tai musste viele verschiedene Nummern einstudieren und das bedeutete viel Arbeit. Wir hatten einen Monat Zeit für die ersten Vorbereitungen, danach haben wir drei monatelang täglich geübt, um alle Stücke einzustudieren. In einer schwierigen Szene musste Tai einen Pflock aus dem Boden ziehen. Normalerweise benützt man einen Pflock im Boden um den Elefanten mit einer Kette am Bein festzubinden. Im Film zieht Rosie den Pflock aus der Erde, schleicht ein paar Meter weiter zu einem Fass gefüllt mit Limonade, genehmigt sich einen Schluck, geht dann wieder mit dem Pflock zurück, steckt ihn in die Erde und tut so, als wäre sie niemals weggewesen. Diese Szene mussten wir sehr oft üben. Tai musste sich auch in einen Zirkuswagen legen und so tun, als wäre sie verletzt. Auch für diese Szene brauchten benötigten wir viel Zeit.“

Was ist mit der Szene, in der sie vom Zirkus wegläuft, in die Stadt kommt und dort alles kurz und klein schlägt?
„In dieser Filmszene ist Christoph Waltz (August) so wütend auf Rosie, dass sie in das nächstgelegene Dorf flieht und sich dort das Gemüse auf dem Markt schmecken lässt. Rob (Jacob) muss Rosie mit Hilfe der anderen Zirkusleute suchen und wieder  zurückbringen. Für diese Szene benötigten wir ungefähr 300 Statisten und viele Ablenkungsmanöver für Tai. Auf dem Markt war einfach zu viel los, da waren Kinder auf Fahrrädern und sehr viele Menschen. In all diesem Chaos musste Tai spielen und wir konnten nicht vor laufender Kamera stehen und Anweisungen geben. Sie sollte zum Beispiel den Mais fressen, die Kartoffeln jedoch links liegen lassen. Das war eine spezielle Anweisung und sie befolgte sie sehr gut. Zur Belohnung gab es dann einen Apfel, ein Stück Möhre oder ein kleines Stück Bonbon. Elefanten mögen sowas, doch Tais Lieblingsnascherei sind „Jelly Beans“. Manchmal geben wir ihr auch einfach einen Klaps auf die Schulter und sagen ihr, dass sie ihre Sache gut gemacht hat. Auch das versteht sie sehr gut“.

Im Film verlieben wir uns in Rosie. Wie emotional und intelligent ist Tai und sind Elefanten im Allgemeinen?
„Ich glaube nicht, dass Tai sich bewusst ist, dass sie schauspielert. Sie weiß jedoch, dass irgendwas passiert, weil sie das vorher schon sehr oft gemacht hat. Sie versteht, wenn der Regisseur „Action“ oder „Cut“ ruft. Wir haben ihr beigebracht, sofort aufzuhören – egal was sie gerade macht – wenn der Regisseur „Cut“ sagt. Durch ständiges Wiederholen hat sie gelernt, einige Ansagen zu befolgen“.

Wie ist Robert Pattinson an die Arbeit mit Tai herangegangen?
„Robert hatte mehrere Nahaufnahmen mit ihr, und Tai fand ihn sofort sympathisch. Als Rosie sich verletzt hat, füttert er sie und kümmert sich um sie. (Selbstverständlich hat sich Tai in Wirklichkeit nicht verletzt). Robert hat niemals seine Stimme gegen sie erhoben und das Verhältnis der beiden war sehr süß und gelassen. Ich glaube, sie mochte ihn sehr.“

Wie gut ist Tai beim Schauspielern? Hat sie schon viele Hauptrollen gespielt?
„Mehrere Filmemacher haben uns erzählt, wie beeindruckt sie von ihr waren, und
dass sie immer alles richtig gemacht hat. Sie waren auch der Meinung, dass sie in ihrer Arbeit in jeder Einstellung sehr beständig war. Ich finde, sie ist eine gute Schauspielerin und macht einen guten Job.“

Wie haben sie diese Schlüsselszenen gedreht, in denen August, die Figur, die Christoph Waltz spielt, nicht gerade nett mit Rosie umgeht?
„Diese Szenen wurde nach dem Dreh mit CGI (mit Effekten in der Postproduktion) nachbearbeitet. Die Wunden, die man bei Rosie sehen kann sehen wirklich echt aus, aber man hat sie mit Make-up gemacht. Als Christoph die Szene mit ihr drehte, in der er sie schlagen sollte, hatte er einen kleinen, ca. 25 cm langen Stock in der Hand, führte zwar diese Schlagbewegungen aus, berührte sie jedoch niemals.“

Das heißt, trotz dieser hochemotionalen Szene, war Tai während der Dreharbeiten niemals in Gefahr und stets rundum glücklich?
„Keine Frage, Tai war zu jeder Zeit sicher und man hat sich ständig um sie gekümmert. Niemand würde jemals zulassen, dass einem Tier Schaden zugefügt wird. Niemand wird jemals unsere Elefanten verletzen. Doch auf der Leinwand kommen diese Gefühle gut rüber, und zwar aus dem einfachen Grund, dass Christoph ist ein sehr präsenter Schauspieler ist. Wenn er spielt, erhöht er seine Stimme und klingt dabei bedrohlich. Wie Tai darauf mit ihren Augen reagiert hat, ist sehr interessant zu beobachten. Im Film kann man es sehr gut erkennen – sie schaut ihn dabei an, als wollte sie sagen „Hey, was machst du da mit mir?“ – was natürlich für die Rolle, die sie im Film spielt, gerade richtig ist.“

Ich kann mir gut vorstellen, dass es damals, in den 30ern, auch Zirkustiere gab, die nicht so gut behandelt worden sind?
„Es ist genauso wie überall im Leben. Es gibt jene und solche. Ich möchte gerne glauben, dass die meisten Menschen in den 30ern gut waren und sich um ihre Tiere gekümmert haben. Es gibt schlimme Ärzte und Anwälte und offensichtlich gehen einige Leute mit ihren Tieren nicht nett um. Hier und da wurden Tiere sicherlich auch misshandelt. Heutzutage, mit all den Kontrollen, die wir haben, könnte dies nicht mehr passieren. Wir befürworten Regeln und Bestimmungen, die sicherstellen, dass den Tieren kein Schaden zugefügt werden kann. Wir besitzen eine Lizenz des amerikanischen Landwirtschaftministeriums und sie können uns jederzeit und an jedem Ort überprüfen. Wir befinden uns unter ständiger Aufsicht, und das ist auch gut so.“

Reese Witherspoon sagte uns, dass sie an Tais letztem Tag am Set sehr aufgewühlt war, weil sie ihr sehr nahgekommen ist. War es für alle ein emotionaler Moment?
„Sie weinte und war traurig. Zwischen den beiden  bestand eine starke Bindung und auch Rob musste am letzten Tag mit den Tränen kämpfen. Natürlich kann man ein Tier nicht mit Menschen vergleichen, aber ich glaube auch, dass Tai und andere Elefanten starke Bindungen zu Menschen entwickeln können. Das gilt besonders für uns, die tagein und tagaus, durch dick und dünn, in guten, wie auch in schlechten Tagen mit ihnen zusammen sind. Wir nehmen sie zu Dreharbeiten mit, gehen mit ihnen an den Strand und in die Wälder, und sie haben viel Spaß dabei. Wir haben zu unseren Elefanten ein tiefes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Aber auch Reese und die anderen haben zu Tai eine gute Beziehung entwickelt. Die Arbeit mit Tai war für Reese, Rob und Christoph sehr berührend. Wenn man Reese und Tai beobachten konnte, war es einfach unglaublich, welche Bindung die beiden aufgebaut hatten.“

Wie viel Spaß hat Tai an der Arbeit?
„Ich glaube, dass ihr die Arbeit an „Wasser für die Elefanten“ sehr viel Spaß gemacht hat. Elefanten sind dazu gemacht, zu gehen und sich zu bewegen, und sie sind sehr intelligent. Sie brauchen physische und mentale Herausforderungen.“

Wie kamen sie selbst dazu, mit Elefanten zu arbeiten?
„Schon als Kind habe ich Tiere gemocht. Meine Familie hatte einen Nutztierbestand und ich bin damit aufgewachsen. Als ich zehn Jahre alt war, gab es hier in Südkalifornien eine Familie, die Streichelzoos mit vielen verschiedenen Tieren betrieben hat. Ich fing damit an, die Zoos auszufegen und später, als ich älter war, durfte ich beim Elefantenreiten mithelfen. Mit sechzehn Jahren hatte ich die Gelegenheit, einen Elefanten zu bekommen und seit jener Zeit habe ich mich immer mit Tieren beschäftigt. Der Stiefvater meiner Frau Kari war ein berühmter Elefantendompteur und mit etwa vierzehn ist Kari bei ihm in die Lehre gegangen. Wir machen dies jetzt beide schon sehr lange und haben eine echte Leidenschaft für Elefanten entwickelt.“

Der Film wird spannend und auch ergreifend sein. Glauben Sie, dass man dadurch auch viel über Elefanten und darüber, welch außergewöhnliche Tiere sie sind, erfahren wird?
„Ich glaube schon, dass der Film Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, weil die Geschichte so spannend ist und weil die jüngere Generation es lieben wird, Reese und Rob zusammen zu sehen. Ich denke, dass die Zuschauer herausfinden werden, wie intelligent Elefanten sind. Wir hoffen sehr, dass wir dadurch für die Tiere in Gefangenschaft und auch in der Wildnis Aufmerksamkeit erregen können.“

Zum Schluss möchte ich Sie fragen: Sie fühlten sich ihr ganzes Leben zu Elefanten hingezogen. Worin besteht der Zauber dieser wunderschönen Kreaturen, der die Grundlage für dieses Buch, diesen Film und für unsere Liebe zu Elefanten ist?
„Sie sind sehr intelligente Tiere. Man muss sie nur beim Essen beobachten. Das ist so unglaublich und magisch für mich: Es ist einfach sehr beeindruckend, wie sie mit dem Rüssel das Heu bearbeiten. Sie sind majestätisch. Sie haben wundervolle Augen. Sie haben einfach etwas sehr Anziehendes an sich.”



ALLES, WAS MAN ÜBER TAI WISSEN SOLLTE


LIEBLINGSESSEN: Bananen, Äpfel, Karotten, Palmwedel.

LIEBLINGSNASCHEREI: Jelly Beans.

GETRÄNKE: Täglich ca. 50 Gallonen Wasser. (eine Gallone entspricht 3,78 Liter A.d.Ü)

NORMAL VERPFLEGUNG: 150 Pfund Hafer vermischt mit Gras.

BESTE FREUNDE: Fünf weitere Elefanten auf der Ranch, vier davon weiblich: Dixie, Kitty, Rosie und Becky – und ein Bulle, Tusko.

TRAINER: Chef-Trainer: Gary Johnson, Assistentin: Joanne Smith.

ZUHAUSE: „Have Trunk Will Travel“  Ranch in Perris, Kalifornien.


EIN TAG IM LEBEN VON TAI


06.30:
Aufstehen. Tai geht in den großen Elefantengarten, macht ein paar Aerobic Übungen zum Aufwärmen, dann geht es auf einen strammen 45 minütigen – bis einstündigen Marsch. Während dieser Zeit wird die Scheune gesäubert.

07.30:
Zirkusnummern werden eingeübt und Spezialtraining.

08.30:
Ein Bad, ein Spaziergang und Frühstück (Heu, Obst und Gemüse)

09.00 bis Mittag:
Draußen relaxen, spielen, sich mal hier und da einen Snack genehmigen, und Pflanzen kauen (Elefanten essen nicht zu Mittag, sie naschen den ganzen Tag)

14.00:
Pediküre.

16.00:
Nochmals trainieren und üben.

19.00:
(oder nach Anbruch der Dunkelheit), ein großer Schluck Wasser, Rückzug in die Scheune für die Nacht.
Stündlich frisches Essen während des Abends bis 22.00 Uhr.

22.00:
Die Scheune wird mit frischen Heu und sauberem Stroh aufgefüllt, damit Tai und ihre Freunde naschen, spielen und dann bis zum nächsten Morgen ausschlafen können.