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Mein Glück Film Kino Trailer

FSK Film: 16 | Länge: 127 Min | Kinostart: 03.02.2011
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Schauspieler:Viktor Nemets, Vladimir Golovin, Alexei Vertkov, Dimitriy Gotsdiner, Olga Shuvalova, Maria Varsami, Boris Kamorzin, Vlad Ivanov, Olga Kogut

Die Story:Auch Lastwagenfahrer Georgy (VIKTOR NEMETS) gerät in eine Spirale von Brutalität und Korruption, der er sich nicht entziehen kann. Auf seinem Weg durch das postsowjetische Russland gerät er in eine Polizeikontrolle und sieht sich der Selbstherrlichkeit korrupter Polizisten ausgesetzt, die ihn ohne ersichtlichen Grund festhalten. Als die Beamten für einen Moment unachtsam sind, kann er entkommen und trifft wenig später auf eine junge Prostituierte (OLGA SHUVALOVA). Georgy hat Mitleid mit dem Mädchen und will ihr Geld geben, damit sie für sich und ihre Mutter etwas zu essen kaufen kann. Doch sein gut gemeintes Angebot stößt bei der jungen Frau auf Misstrauen. Aufgewachsen in einer korrumpierten Gesellschaft ist ihr Georgys selbstloses Handeln fremd und sie weist ihn wütend zurück. Irritiert setzt Georgy seine Fahrt fort, um bald darauf die Orientierung zu verlieren. Alle Straßen scheinen im Nichts zu enden und führen ihn durch eine entvölkerte Landschaft, die zur Seelenlandschaft wird und zum Abbild der Vereinsamung der Menschen. Georgys Irrfahrt endet schließlich im Nichts, wo er drei herumstreichenden Bewohnern eines nahegelegenen Dorfes begegnet, die ihn niederschlagen und seinen Wagen samt Ladung stehlen.

Hintergrund:MEIN GLÜCK entwirft das verstörende Bild einer Gesellschaft, in der die Menschen Willkür, Korruption und Brutalität ausgeliefert sind und jeder moralische und ethische Kodex seine Bedeutung verloren hat. In einer parabelhaften Erzählung montiert Regisseur SERGEI LOZNITSA verschiedene Handlungsstränge und Zeitebenen und zeigt, wie gesellschaftliche Missstände wie Armut, Krieg und Gewalt den Menschen seelisch deformieren. In MEIN GLÜCK streifen die Menschen durch eine Welt, in der Mitgefühl und Solidarität dem eigenen Überlebenswillen geopfert werden. Die Verzweiflung über die ausweglose Situation entlädt sich in einer ungezügelten Aggression, treibt die Menschen in die Isolation oder lässt sie verstummen. Sie sind Gefangene eines Systems, in dem Autoritäten ihre Macht missbrauchen und Menschen verlernt haben, menschlich zu sein.



MEIN GLÜCK spielt im postsowjetischen Hinterland. Der Film erzählt die Geschichte des Fernfahrers Georgi, der auf seiner Reise durch das Land in eine Spirale der Gewalt und Willkür gerät und schließlich selbst zum Verbrecher wird. MEIN GLÜCK ist eine beeindruckende Parabel auf die Zustände im heutigen Russland.

Gedreht wurde unter der Regie von Sergei Loznitsa, in den zwei ukrainischen Städten Schostka und Schors sowie im sogenannten Tschernigower Gebiet. Die Bildgestaltung übernahm Oleg Mutu, der bereits bei dem mit der Goldenen Palme in Cannes 2007 ausgezeichneten Film 4 MONATE, 3 WOCHEN UND 2 TAGE als Kameramann fungierte. Die Hauptrolle des Georgi spielt der junge weißrussische Schauspieler Viktor Nemez. An seiner Seite stehen Olga Schuwalowa (ALLE WERDEN STERBEN UND ICH BLEIBE) und Wladimir Golowin (DER KALTE SOMMER DES JAHRES 53).

„Ich halte Sergei Loznitsa für eines der größten Talente. Seine Filme sind wahrhaftig. Wir arbeiten schon seit zehn Jahren zusammen und ich war sofort bereit seinen ersten Spielfilm zu unterstützen“, erklärt Produzent Heino Deckert (ma.ja.de.fiction) seine Begeisterung für das Projekt. Der Erfolg gibt Deckert Recht, nach langer Entwicklungsarbeit fand er schließlich die richtigen deutschen und internationalen Partner für dieses außergewöhnliche Projekt. Für Regisseur Sergei Loznitsa, einem international renommierten und vielfach preisgekrönten Dokumentarfilmregisseur, ist MEIN GLÜCK das Spielfilmdebüt.


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Anmerkungen des Regisseurs Sergei Loznitsa zu Mein Glück

Vor zehn Jahren arbeitete ich am Dokumentarfilmstudio in St. Petersburg. Gewöhnlich fuhren wir mit dem Auto zum Dreh und hielten auf unserem Weg immer wieder an, um Fotos von den Menschen zu machen.

Menschen zu Fuß unterwegs entlang der Hauptstraßen gehören zum russischen Straßenbild. Eines Tages hielten wir an, um einen Mann mit einem abgearbeiteten Gesicht zu fotografieren. Er trug eine schäbige Jacke, einen zerrissenen Pullover und eine armselige Tasche. Er lugte in unser Auto, nahm den Inhalt unter die Lupe und fragte nach Essbarem. Wir gaben ihm, was wir hatten. Säuberlich packte er die Lebensmittel in seine Tasche und fragte: „Habt ihr keinen Apfelgelee?“ „Nein, wieso“, fragte ich.

„Im Gefängnis gaben sie uns immer Apfelgelee“, antwortete er. Seitdem hatte ich immer ein Glas Apfelgelee dabei. Aber wir sahen den Mann nie wieder, und andere Leute fragten nicht danach. So kam ich auf die Idee, einen Film über Apfelgelee zu machen. Während meiner Reisen durch Russland - die meisten meiner Filme machte ich in den ländlichen Gegenden - habe ich eine Menge solcher Geschichten gesammelt. Diese Geschichten mussten irgendwann raus. Und so entschied ich, ein Drehbuch zu schreiben.

Die beste Möglichkeit, einen Ort zu beschreiben, ist ihn zu bereisen. Noch besser ist es, in ihm festzustecken. Deshalb wählte ich diese Struktur für meinen Film. Das Ende meines Films ergibt sich zwangsläufig, denn es ist nur das Ergebnis der Eigenschaften dieses Ortes.

Auf einem Marktplatz in einer kleinen Stadt kam ein Mann zu mir: „Hör mal, Kumpel, wie läuft’s in unserer Heimatstadt?“ fragte er mich. Er hatte die St. Petersburger Registrierungsplakette auf meinem Auto gesehen. Dann erzählte er mir eine Geschichte, die ich als Grundlage für mein Drehbuch benutzte. Als er geendet hatte, fragte er mich: „Denkst du, man wird mich umbringen?“ „Du wirst umgebracht werden“, sagte ich. „Dann lass uns eine rauchen“, erwiderte er. Wir rauchten schweigend. Dann ging er ohne sich zu verabschieden. Aber seine Geschichte blieb.