Atmen Trailer
Originaltitel: Atmen | Mit: Thomas Schubert, Karin Lischka
FSK Film: 12 | Länge: 93 Min | Kinostart: 08.12.2011
© 24 Bilder | Genre: Drama | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? |
Trailer kaputt?
TRAILER-TIPPS
Links & Infos
Schauspieler:Thomas Schubert, Karin Lischka, Gerhard Liebmann, Georg Friedrich
Regie:Karl Markovics
Produktion:Dieter Pochlatko, Nikolaus Wisiak, EPOFILM
Drehbuch:Karl Markovics
Die Story:Roman sitzt im Jugendknast uns ist 19 Jahre alt. Er könnte eigentlich früher aus der Haft entlassen werden, aber seine Chancen stehen denkbar schlecht. Denn er hat draussen keine Familie mehr und deshalb traut ihm niemand zu, daß er wieder Halt findet. Sozialisierung ausgeschlossen, oder?
- Faust Trailer
- Föhnlage Trailer
- Sommer In Orange Trailer
- Mein Bester Feind Trailer und Filmkritik
- Contact High Film Trailer
- Keller Trailer
User, die diesen Trailer sahen, besuchten auch diese Seiten:
Eure Meinung zu "Atmen Trailer"
Kommentar zu "Atmen Trailer" ohne einloggen abgeben:
Bisher gibt es keine Kommentare zu "Atmen Trailer".
Interview mit Regisseur Karl Markovics
Was hat Sie grundsätzlich veranlasst, vom interpretierenden Erzählen ins kreative, filmische Erzählen zu wechseln?
Karl Markovics: Schauspielen war eigentlich ein Umweg, und lange Zeit ein sehr befriedigender. Ich wusste schon immer, dass ich eines Tages etwas gänzlich eigenes schaffen möchte - eine Geschichte erfinden und sie zum Leben bringen. Mein Hang zu selbstquälerischem Perfektionismus war Schuld daran, dass es letztlich so lange gedauert hat.
Atmen ist ein vitales Grundbedürfnis und es ist auch Synonym für Freiheit. Der Gefängniswärter sagt zu Roman: „Du warst ein Heimkind, Du warst immer drinnen, nicht war?“ War es ihnen ein Bedürfnis, die Geschichte eines jungen Menschen zu erzählen, dessen Einstieg ins Leben in einer extremen Beschränktheit begonnen hat?
Karl Markovics: Um ehrlich zu sein - das wurde es dann. Ich wollte zunächst mit meiner Geschichte gar nicht so viel wie die Geschichte dann selbst konnte. Das klingt jetzt esoterisch, aber wenn es eine gute Geschichte ist, die man erzählen muss, dann spricht sie zu einem und erzählt sich selbst. Meine Anfangsidee war banal. Alle Drehbuchideen fangen bei mir mit einem Bild an. Im Fall von „Atmen“ war das ein Wohnzimmer mit der Leiche einer alten Frau, die bäuchlings auf dem Boden liegt. Aus diesem ersten Bild, entwickelte sich die Neugier, einen Film über Bestatter zu machen. Ich wollte eine sehr beiläufige, alltägliche Geschichte über Menschen erzählen, die als Dienstleister mit dem Tod umgehen müssen. Das allein war natürlich noch keine Geschichte und deshalb prädestiniert dazu, wie viele meiner Drehbuch-Ideen zu enden - in der Schublade, ohne dass etwas damit passiert. Aber nach einiger Zeit erschien ein junger Mann in meinem Kopf und wollte in der Geschichte mitspielen. Es war ein Pirandello-Erlebnis, wie im Stück „Sechs Personen suchen einen Autor“ - das meine ich, wenn ich sage, wie stark eine Geschichte ihr Recht einfordern kann.
Wie würden Sie diesen jungen Mann, der in die Geschichte drängte, charakterisieren?
Karl Markovics: Es geht um einen jungen Menschen, der aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Leben seine Bedürfnisse auf ein Minimum beschränkt hat. Erst nach und nach entwickelt dieser Mensch ein Gefühl für Bedürfnisse und Erwartungen, ja überhaupt erst ein Gefühl für das Leben.
Roman musste ein Leben lang mit Absenz umgehen: Absenz der Eltern, von Zuwendung, von Freundschaft, Wärme, von vielen Dingen und Erfahrungen, die für andere eine Selbstverständlichkeit darstellen. War es dieser Grundton des Abwesenden, der dafür bestimmend war, dass die Nähe zu den Toten diesen Entwicklungs- und Findungsprozess in ihm in Gang setzt?
Karl Markovics: Es ging um den Prozess einer Bewusstwerdung - das Leben ist das Leben und solange ich atme, kann ich etwas tun, danach nicht mehr.

