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Auf Brennender Erde Trailer und Filmkritik

FSK Film: 12 | FSK Trailer: 12 | Länge: 106 Min | Kinostart: 26.05.2011
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Schauspieler:Charlize Theron, Kim Basinger, Jennifer Lawrence, Jose Maria Yazpik, Joaquim de Almeida, Tessa Ia, Diego J. Torres, J.D. Pardo, Danny Pino

Hintergrund:Nach Amores Perros, 21 Gramm und Babel, der Arriaga eine Oscar-Nominierung einbrachte, spielt der Drehbuchautor Guillermo Arriaga als ‚Meister des verschachtelten Erzählens’ auch in seiner ersten Regiearbeit Auf Brennender Erde mit Ort und Zeit und erzählt parallel mehrere Geschichten, die schicksalhaft zusammenhängen. Für die Hauptrollen konnte Arriaga mit den Oscar-Preisträgerinnen Charlize Theron und Kim Basinger zwei hochkarätige Stars für seinen Film gewinnen und besetzte außerdem Jennifer Lawrence, die für diese Rolle den Marcello-Mastroianni-Preis bei den Filmfestspielen in Venedig 2008 gewann. Für ihre überragende Leistung in Winters Bone erhielt Lawrence soeben eine Oscar-Nominierung.

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♥: Hochklassiges Ensemble, berührendes Drama über Liebe, Hass, und Vergebung
−: Gewöhnliche Optik, anstrengende Erzählstruktur, zu viele Themen

"Immer schön der Reihe nach". Diese Regel gilt gewöhnlich auch fürs Kino, Geschichten werden chronologisch von Anfang bis Ende erzählt. Es geht aber auch anders, und etliche Filme mit nichtlinearer Struktur wie Pulp Fiction, Memento oder Irreversible sind zwar anstrengende aber bemerkenswerte Kunstwerke. Auch "Auf brennender Erde" hält sich an keine herkömmliche Erzählstruktur, erreicht aber längst nicht die Qualität der Genreverwandschaft.


Der Film erzählt drei verschiedene Geschichten, die zu unterschiedlichen Zeiten und an völlig verschiedenen Orten stattfinden.
Da ist die Restaurantleiterin Sylvia (Charlize Theron) in Oregon, die sich privat in scheinbar wahllose Bettgeschichten stürzt, da ist die Hausfrau und Mutter Gina (Kim Basinger) in New Mexiko, die sich mit ihrem Liebhaber (Joaquim de Almeida) in einem Wohnwagen in der Wüste trifft. Und da ist die eigentliche Hauptfigur, die junge Mariana (Jennifer Lawrence), die der Affäre ihrer Mutter auf die Spur kommt und nach deren Tod eine Beziehung mit dem Sohn ihres Liebhabers beginnt, dem jungen Mexikaner Santiago (JD Pardo, (Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht Teil 2). Dabei wollten beide eigentlich nur wissen, warum ihre Eltern die eigene Familie vernachlässigt hatten. Aber irgendwie führt eins zum anderen. Dazu kommen all ihre Familienangehörigen, die unter den Heimlichkeiten und Lügen zu leiden hatten, Söhne, Brüder, Mütter, Ehemänner. Zwei Familien werden durch eine Affäre auf tragische und von ihnen höchst unerwünschte Weise miteinander verbunden. Die Verbindung muss sich der Zuschauer aber ganz langsam selbst zusammenpuzzlen, zumal eine Hauptfigur den Namen geändert hat. Viele Kritiker haben das als nervig und störend empfunden. Das ist es auch, aber es macht leider auch Sinn. Denn nur so kann man die verschiedenen Verhaltenweisen vergleichen, selbst wenn Jahre dazwischen liegen. Und das ist eben eins der Themen des Films, auch wenn es dauert bis man dahinter kommt: wie wir von den Verhaltenweisen unserer Eltern beeinflußt werden, wie eine neue Generation Fehler zwangsläufig wiederholt, wenn Probleme nicht offen angesprochen und ausgeräumt werden. Nicht zuletzt treiben zwei tragische Todesfälle die Handlung voran. Auch wenn zunächst unklar ist, wer Opfer und wer Täter ist und ob das Verbrecher, Unfall, Mord oder Selbstmord war, und ob das Verbrechen der Auslöser oder die Folge der Ereignisse im Film ist. "Auf Brennender Erde" ist kein Krimi, sondern ein Familiendrama. Eine Geschichte von Vernachlässigung, Betrug, Selbsthass aber auch Liebe und Vergebung.

Regisseur Guillermo Arriaga ist besser bekannt als Drehbuchautor von Filmen wie "Babel", "21 Gramm", "Amores Perros" (alle drei unter der Regie von Alejandro Gonzalez Innaritu) und "Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada" von und mit Tommy Lee Jones. Als Regisseur liefert er mit "Auf brennender Erde" seinen ersten Spielfilm und ab das erkennt man. Die eigentlich bewegende Geschichte kommt mit der biederen Optik eines TV-Films daher und schleppt sich besonders in der Mitte ziemlich dahin. "Auf brennender Erde" ist ein Film der viel Aufmerksamkeit erfordert. Dafür entschädigen allerdings die berührenden Leistungen der Darsteller hinweg, auch wenn deren Verhalten manchmal zu konstruiert und nicht immer sofort nachvollziehbar wirkt.

Die Besetzungsliste ist durchaus beachtlich. Allerdings war es zuletzt etwas still geworden um Oscargewinnerinnen Charlize Theron ("Monster") und Kim Basinger, die zuletzt in der Zac Efron-Schnulze "Wie durch ein Wunder" zu sehen war. Auch die männlichen Rollen sind mit John Corbett ("Sex & The City") und Joaquim de Almeida ("Fast & Furious Five") stark besetzt.
Bei Jennifer Lawrence liegt die Sache etwas anders. Sie war bisher noch nicht so oft zu sehen, weil sie erst am Anfang ihrer vielversprechenden Karriere steht. Sie zeigt auch hier schon enorme Präsenz und trägt den Film fast allein, fast wie in ihrer oscarnominierten Performance in "Winter´s Bone", die gerade erst bei uns zu sehen war. Das könnte auch der Grund sein, dass der Film jetzt überhaupt noch in deutsche Kinos kommt. Denn gedreht wurde er bereits 2008. Und lief dann immerhin beim Filmfest in Venedig im Wettbewerb. Und wurde von der Sci-Fi & Horror-Academy für einen Preis nominiert. Offenbar wusste man nicht so recht wie der Film einzuordnen und zu vermarkten ist. In Zukunft sollte man ihn als unterschätztes Frühwerk von Jennifer Lawrence betrachten.



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