Emma Stone und Viola Davis Exklusiv-Interview
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Emma Stone und Viola Davis im Exklusiv-Interview zu The Help: Mehr zu diesem Film
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Hintergrund:Reiche weiße Familien haben schwarze Hausmädchen die neben all dem Geputze und Eingekaufe auch noch die Kinder der Arbeitgeber groß ziehen. So war es im Süden der USA noch vor nichtmal 50 Jahren. Emma Stone spielt eine dieser weißen, reichen Töchter die ihr schwarzes Hausmädchen - gespielt von Viola Davis, zu einem Enthüllungsbuch überredet. TrailerSeite.de Filmexperte Marcus Fliegel hat die beiden zu einem exklusiven Interview getroffen und sich erstmal von seiner weichen Seite gezeigt.
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Übersetzung des Interviews:
Marcus Fliegel: Ich habe den Film jetzt zweimal gesehen und jedesmal gelacht und auch beinahe geweint. War es denn für sie auch ein emotionales Erlebnis, den Film zu drehen ?
Emma Stone: Ja, natürlich. Es gibt da viele tieftraurige Momente und auch Gelächter und Fröhlichkeit sind Emotionen. Jede Erfahrung ist für einen Schauspieler sehr emotional.
Marcus Fliegel: Der Film war in den USA ein Riesenhit. War ihnen das von Anfang an klar, weil ja auch das Buch sehr erfolgreich war oder wann hatten sie das Gefühl, dies ist ein besonderer Film ist, der viele Menschen berühren kann ?
Viola Davis: Ich hatte keine Ahnung, bis der Film herauskam und die Menschen darauf reagierten. Man weiß es vorher einfach nicht. Es ist ein Film mit überwiegend weiblichem Ensemble, mit Schauspielern aus verschiedenen Generationen und mit unterschiedlicher Hautfarbe und in Hollywood geht man davon aus, das so ein Film kein Hit werden kann. Dass "The Help" es trotzdem geschafft hat, liegt auch daran , dass es zu der Zeit kaum solche Filme gab, mit einer einfachen, altmodischen Geschichte. Dabei braucht man nicht mehr als eine gute Story, gute Figuren und einen tollen Regisseur.
Marcus Fliegel: So sehr mir der Film gefallen hat - ist es nicht eher ein Frauenfilm ? Männer spielen darin kaum ein Rolle, und wenn dann sind sie schwach und verschwinden meist schnell. Ist "The Help" ein "Chick-Flick"?
Viola Davis: Ich hasse den Begriff "Chick-Flick" ! Das sagt man doch über Männerfilme auch nicht. Nicht mal Frauen sagen das über einen Schwarzenegger-Film. Bei einer überwiegend männlichen Besetzung wir der Film selbst beurteilt. Etwas an dem Ausdruck "Chick-Flick" ist abwertend. "The Help" ist einfach ein Film. Selbst beim Dreh bin ich nie aufgewacht und habe gedacht es ist ein Chick-Flick, ich habe nur daran gedacht, dass ich eine Geschichte erzähle.
Marcus Fliegel: Meine Familie hatte nie eine Hauhälterin und in Deutschland ist das wohl auch nicht so verbreitet. Haben sie selbst denn Erfahrungen mit Haushaltshilfen und Kindermädchen ?
Viola Davis: Ja, jeder hat das.
Emma Stone: Ich denke die meisten Menschen in den USA haben Erfahrungen damit gemacht, hatten entweder selbst eine Hilfe oder kennen jemand, der das hatte. Meine Familie hatte immer Haushälterinnen. Es gab eine Frau, die zehn Jahre lange meine Babysitterin war. Sie war keine Hausangestellte, aber sie war ein Kindermädchen, sie half, auf mich und meinen Bruder aufzupassen, wenn meine Mutter nicht da war. Und ich hatte viele Freunde, die überwiegend von einem Kindermädchen erzogen wurden, dass sie öfter sahen als die eigenen Eltern.
Viola Davis: Aber heute ist das anders als im Film. Dort geht es um Haushaltshilfen, denen man zwar seine Kinder und sein Heim anvertraute, die man aber trotzdem nicht als menschliche Wesen ansah. Sie hatten keine Rechte. Das ist was ganz anderes als die Haushaltshilfen, die wir heute erleben. Einige von denen haben sogar eine Krankenversicherung und sie können sich fortbilden und ihren Beruf selbst aussuchen.
Marcus Fliegel: Ist die Geschichte von "The Help" damit Vergangenheit oder hat sich das Problem nicht eher verlagert - etwa zu den illegalen mexikanischen Hausmädchen in den USA ?
Viola Davis: Ja, Menschenhandel, Klassenunterschiede bei denen ein Prozent der Menschen den ganzen Reichtum kontrolliert und die Anderen 50 bis 60 Stunden pro Woche arbeiten und trotzdem keine Krankenversicherung haben.
Emma Stone: Es gibt immer noch ein großes Maß an Geschlechterdiskriminierung . Etwa wenn Frauenfilme so anders betrachtet werden als Männerfilme .
Marcus Fliegel: Ich hatte den Eindruck in den USA gab es eine Debatte darüber, ob der Film zu sanft mit dem Thema umgeht, dass zuviel gelacht wird angesicht der behandelten Probleme. Was sagen sie dazu ?
Viola Davis: Wir sagen immer, das Leben ist eine Mischung aus Pathos und Tragödie mit Leichtfertigkeit und Komödie. So ist das Leben. Die Menschen haben eine bestimmte Vorstellung von der damaligen Zeit und die besteht aus Gewalt, Tragödie, Mord, Tod, Zerstörung.
Ich weiß nicht wie Schmerz aussieht und ich benutze als Beispiel immer die Beerdigung meines Vaters. Das war wie ein Klassentreffen, es wurde viel gelacht und gegessen und geredet, aber vermischt mit außergewöhnlicher Traurigkeit wegen seines Todes. So ist das Leben
Marcus Fliegel: Im Film sind sie beide das Duo, dass die Dinge in Gang bringt. War die Zusammenarbeit beim Dreh so ähnlich, auf der einen Seite die junge Idealistin, auf der anderen die etwas erfahrerere Person ?
Viola Davis: Ja, ich war die Weise !
Emma Stone: Und ich die Idealistin.
Viola Davis: Ich habe immer versucht dir was beizubringen....
Emma Stone: Ich weiß. Viola ist wie eine Predigerin. Mach dies, mach das.Ich weiß es am besten !
Viola Davis: Es war eher so: "Emma isst du die schwarzen Bohnen ? Nein ich esse die nicht, ich esse noch was von dem Grillhühnchen."
Emma Stone: "Ist du den Nachtisch ? Sonst kannst du ihn mir geben."
Viola Davis: Die Kunst hat das Leben nicht imitiert.
Emma Stone: Aber wir hatten wirklich unglaubliche Proben. Die Szenen, in denen wir zusammenarbeiten, konnten wir vor dem Dreh einen Monat lang üben. Das passiert sonst nie beim Film.
Viola Davis: Und wir hatten einen sehr duldsamen Regisseur, mit dem man zusammen arbeiten konnte. Man kommte ihm sagen, was einem nicht gefiel , ihm eine Notiz schicken und er nahm sie an. Ich glaube das hat zum Erfolg des Films beigetragen.
Marcus Fliegel: Sie haben den Film in Jackson in Mississippi gedreht, wo die Geschichte auch spielt. Wie wurden sie da aufgenommen ? Haben die Einwohner zurückhaltend auf den Film reagiert oder haben sie sie willkommen geheißen ?
Viola Davis: Wir waren in Greenwood, Mississippi und dort hat man uns sehr unterstützt. Der Film hat so viel Geld in die lokale Wirtschaft gepumpt, die in letzter Zeit schwer gelitten hat wie überall in den USA. Es war eine Mischung aus allem, wie bei allem im Leben. Eine Mischung aus der Geschichte, dem Gespenst der Vergangenheit und de`r Gastfreundlichkeit der Südstaaten, dem Essen, dass einfach fantastisch ist. Es war toll in einer Kleinstadt zu drehen, weil es da so einen Gemeinschaftssinn gab. Eine tolle Erfahrung. Das hätte man nicht in einem Studio in Vancouver oder Los Angeles machen können. Mississippi war der perfekt Hiuntergrund, weil es selbst ein weiterer Charakter im Film ist. Sie haben im Film die Schweißflecken gesehen. In L.A. hätte man uns dafür einsprühen müssen.

