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Black Brown White Trailer und Filmkritik

Originaltitel: Black Brown White

FSK Film: 6 | FSK Trailer: 0 | Länge: 107 Min | Kinostart: 03.11.2011
© NFP | Genre: Drama | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? | Trailer kaputt?

 

TRAILER-TIPPS

 
48%

: Polit-Lehrstunde mit interessanten Bildern aber hölzernen Dialogen





Die Meinung zum Film - von

Regisseur Erwin Wagenhofer wurde durch die Dokumentationen WE FEED THE WORLD und LETS MAKE MONEY bekannt. Obwohl man mit dem Begriff Doku da vorsichtig sein muß. Denn journalistische Ausgewogenheit ist nicht seine Methode. Er lieferte interessantes, aber polemisches Agit-Prop-Kino. Michael Moore ohne Pointen. Diese Methode setzt er in seinem ersten Spielfilm fort.

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Links & Infos

 

Schauspieler:Fritz Karl, Theo Caleb Chapman, Emilio Buale

Regie:Erwin Wagenhofer

Drehbuch:Erwin Wagenhofer, Cooky Ziesche

Die Story:Der Fernfahrer Don Pedro fährt nicht zum ersten Mal mit einer Ladung ukrainischem Knoblauch nach Marokko. Dort nimmt er Flüchtlinge auf, um sie hinter das Gemüse gepfercht nach Europa zu schmuggeln. Das Geschäftsmodell von Pedro und seinem abgefeimten Speditionspartner Jimmy ist zwar riskant, aber ausgesprochen ertragreich. Die Probleme beginnen, als sich eine junge Frau weigert, wie die Anderen in den Hohlraum des LKWs zu kriechen. Stattdessen nimmt sie mit ihrem kleinen Sohn in der Fahrerkabine Platz. Ziel ihrer Reise ist Genf, wo sie den Vater ihres Kindes, einen UN-Beamten, mit seiner Verantwortung konfrontieren möchte. Eine tückenreiche Reise nach Schengenland beginnt. Zöllner in Tanger, ein Mitglied von Ärzte ohne Grenzen, ein Kommissar sowie ein ukrainischer Trucker-Kollege wollen ausgetrickst werden. Als Jackies kleiner Sohn in den endlosen Plastikgewächshäusern Almerias verloren geht und von der Polizei fast verhaftet wird, gibt sich Pedro kurzerhand als Vater des Kindes aus.

Hintergrund:Erwin Wagenhofer hat mit BLACK BROWN WHITE ein spannendes, lakonisches Roadmovie voller leiser Zwischentöne entworfen, in dessen Verlauf sich ein berechnender Truckfahrer zu einem empathischen Fluchthelfer verwandelt. In Cinemascope-Format gedreht, findet Kameramann Martin Gschlacht mit den mächtigen Felslandschaften und staubigen Pisten Andalusiens Bilder von großer Wucht, die die Einsamkeit und Verlorenheit ihrer Protagonisten herausstreichen. Der spanische Flamencogitarrist Niño Josele zeichnet für die einfühlsame Filmmusik verantwortlich.




Eure Meinung zu "Black Brown White"



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Regisseur Erwin Wagenhofer über die Entstehung von Black Brown White:

"Im Mai 2004 - genau zwischen 13. und 16. - war ich im Zuge der Dreharbeiten zu WE FEED THE WORLD mit einem österreichischen Truck unterwegs von Motril in Südspanien bis nach Wien. Geladen waren 24 Tonnen Tomaten. Eigner und Truckfahrer zugleich war Peter aus Mattersburg im Burgenland, ein angenehmer, intelligenter Zeitgenosse, Anfang vierzig, mit lustiger Kurzhaarfrisur und obligatem Schnauzbart.

Sein ganzer Stolz war sein damals neuer Truck Marke "Scania", den er sich schwarz lackieren ließ und auf dem vorne, oberhalb der Frontscheibe, groß zwei Wörter in weißer Schrift zu lesen waren: "Don Pedro"! Diesen Ehrentitel hatten ihm die Spanier als Zeichen der Hochachtung gegeben, denn er weiß sich auf der Straße zu behaupten, eben wie ein Don.

Achtundvierzig mal im Jahr fährt Don Pedro die Strecke Wien - Madrid - Motril - Wien, 5577 Kilometer in gut 6 Tagen! Dann verbringt er einen Tag (oder was davon übrig ist) mit seiner Frau, einer Spanierin, die in Mattersburg die Büroarbeit abwickelt.

Ich hab auf dieser dreitägigen Fahrt allerhand über den Alltag eines Truckers erfahren, über seine Feinde - der Schlaf, der Polizist, der Grenzer und der Spediteur - über die Mühen des Alltags - Warten, Ruhezeiten, falsche Dispositionen - und über so manche Tricks; Tricks, die dem Fernfahrer das Leben erleichtern.

Ich erfuhr von den best gelegenen Bordellen, den Preisen für diese Dienstleistung an der Straße und wo so mancher Kollege sein ganzes Geld liegen lässt. Der Höhepunkt dieser Reise kam am Ende des zweiten Tages, in der artifiziellen Truckerstadt La Jonquera, am Fuße der Pyrenäen. Schon die Einfahrt war unglaublich: Hunderte Trucks links und rechts, Restaurants, Werkstätten, Discos, Tankstellen, Supermärkte, Spirituosen- und Tabakläden, Hotels, falls der Trucker mal ein richtiges Bett haben oder teilen will. Es war Freitagabend, wir betraten das Restaurant des "Hotel Nacional" und unter Hunderten von Fernfahrern standen sie auf einmal da, Dons Freunde:

Alf, Ernesto, Lobo und Jimmy! Allesamt Männer um die vierzig, die ihr halbes Leben auf der Straße verbracht hatten, was nicht spurlos an ihnen vorüber gegangen war. Cowboys, die das eine Pferd gegen 500 Pferdestärken ausgetauscht hatten und den Traum und Alptraum ihrer eigenen Irrfahrten in sich trugen. Ich spielte damals bereits mit dem Gedanken, einen Film zu diesem Thema zu machen.

Am nächsten Tag, als wir von La Jonquera aufbrachen, zeigte mir der Don noch jenen Anhänger/Auflieger, den die Polizei einfach achtlos in die Wiese gestellt hatte, und der mit dem ominösen doppelten Boden ausgestattet, seinen ehemaligen Besitzer ins Gefängnis gebracht hatte. Er versuchte, damit Drogen zu schmuggeln und kassierte dafür Lebenslang.