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Der Letzte Tempelritter Trailer

Originaltitel: Season Of The Witch

FSK Film: 16 | FSK Trailer: 12 | Länge: 95 Min | Kinostart: 24.03.2011 | Release: 03.08.2011 (DVD&BD)
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TRAILER-TIPPS

 

Der Letzte Tempelritter Trailer: Mehr zu diesem Film

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Schauspieler:Nicolas Cage, Ron Perlman, Claire Foy, Ulrich Thomsen, Christopher Lee

Die Story:Europa im 14. Jahrhundert: die Pest wütet und die gnadenlose Jagd auf Hexen hat begonnen. Nach jahrelangen Kreuzzügen kehren die Tempelritter Behmen (Nicolas Cage) und Felson (Ron Perlman) entkräftet, desillusioniert und des Kämpfens müde zurück. Nur widerwillig übernehmen sie einen letzten Auftrag des todkranken Kardinal D’Ambroise (Christopher Lee): Sie sollen ein Mädchen (Claire Foy), das als Hexe für die Ausbreitung der tödlichen Seuche verantwortlich gemacht wird, in ein entlegenes Kloster überführen. Dort wartet ein geheimnisvolles Ritual auf sie, das ihre Macht brechen und somit der vernichtenden Pest Einhalt gebieten soll. Angeführt vom Gauner Hagamar (Stephen Graham), der als Einziger den Weg zum Kloster kennt, machen sich Behmen und Felson auf die Reise. Der Ritter Eckhart (Ulrich Thomsen), der Mönch Debelzaq (Stephen Campbell Moore), und der angehende Ritter Kay (Robert Sheehan) schließen sich den ungleichen Gefährten an. Doch der Auftrag erweist sich schnell als weit gefährlicher als angenommen, denn bei ihrer Ankunft im Kloster offenbart sich ihnen der wahre Grund ihrer Reise...

Hintergrund:Vor der beeindruckenden Bergkulisse der österreichischen Alpen und in Teilen Ungarns gedreht, inszenierte Regisseur Dominic Sena (Passwort: Swordfish), der mit Nicolas Cage (Ghost Rider, Das Duell der Magier) bereits bei Nur noch 60 Sekunden zusammen gearbeitet hatte, den packende Mystery-Abenteuerfilm. Unterstützt wird Cage im Kampf gegen die bösen Mächte von Ron Perlman (Hellboy), Stephen Campbell Moore (Bank Job), Ulrich Thomsen (The International), Stephen Graham (Gangs of New York) und Robert Sheehan (Cherrybomb). In der Rolle des Kardinal D’Ambroise kommt Kinolegende Christopher Lee (Der Herr der Ringe) seinem Faible für dunkle und zwielichtige Charaktere nach. Abgerundet wird der Cast von der britischen Newcomerin Claire Foy, die hier ihr Kinodebüt feiert.



Detailierte Inhaltsbeschreibung:

Das Heilige Land, 1334: Das christliche Heer der Kreuzritter trifft auf die feindliche Armee. In der blutigen Schlacht tun sich Behmen (Nicolas Cage) und Felson (Ron Perlman) ganz besonders im Kampf an vorderster Front hervor: Behmen, weil er ganz von der Mission erfüllt ist, Jerusalem wieder unter christliche Herrschaft zu bringen, und Felson, weil er am liebsten immer mitten im Getümmel steht. Doch nach Jahr um Jahr, Schlacht um Schlacht, in denen die beiden so ungleichen Männer zusammen im Namen der Kirche Scharen von Ungläubigen umbringen, kommen Behmen tiefe Zweifel. Bei der Eroberung von Smyrna 1344 schließlich richten die Kreuzritter, aufgeputscht von ihrem fanatischen Heerführer, ein Blutbad unter der Bevölkerung an. Im Schlachtgetümmel tötet Behmen mit einem Schwerthieb ein junges Mädchen. Geschockt von seiner Tat hält Behman inne, während um ihn herum die Kreuzritter fortfahren, Frauen und Kinder brutal abzuschlachten. Für Behmen steht der Entschluss fest, er setzt sich mit Felson, trotz der Drohungen des Heerführers, von der Truppe ab und beide machen sich auf den Weg zurück nach Europa.

Doch nach ihrer Landung an der heimatlichen Küste ist nichts mehr wie es war. Auf einem einsamen Gehöft finden sie alle Bewohner nur noch tot vor, grauenhaft entstellt von einer mysteriösen Krankheit. Sie brennen das Gehöft ab, ziehen weiter und gelangen schließlich in die Stadt Marburg, die ebenfalls von der schrecklichen Krankheit beherrscht wird. Als einfache Reisende getarnt erfahren sie von Eckhart (Ulrich Thomsen), einem Ritter im Dienste des Kardinals von Marburg, das ganze Ausmaß der Katastrophe: Die Pest ist ausgebrochen und rafft die Menschen dahin; manche Landstriche sind praktisch menschenleer – auch Eckharts Familie ist an der Pest gestorben.

Durch die Ungeschicklichkeit eines Stallburschen, der Behmens Schwert mit dem Kreuzritter-Emblem fallen lässt, werden sie als Kreuzritter erkannt und als Deserteure von den Wachen des Kardinals D’Ambroise (Christopher Lee) festgenommen und vom Mönch Debelzaq (Stephen Campbell Moore) dem Kardinal vorgeführt. Dieser ist ebenfalls schwer von der Pest gezeichnet. Doch trotz seiner schwindenden Kräfte, lässt dieser die beiden seine ungebrochene Macht spüren: Als Behmen herausfordernd bekennt, er diene der Kirche nicht länger, werden Behmen und Felson als Gotteslästerer in den Kerker geworfen. Dort entdecken sie in der Nachbarzelle ein Mädchen (Claire Foy), das beschuldigt wird, als Hexe für den Ausbruch der Pest verantwortlich zu sein. Wie Debelzaq ihnen verrät, soll es in die sechs Tagesreisen entfernte Abtei von Severac gebracht werden, wo der für die damalige Zeit übliche Hexenprozess auf sie wartet. Das Mädchen wurde offensichtlich während ihrer Gefangenschaft gefoltert, was erneut Behmens Zorn erregt. Um dafür zu sorgen, dass es in Severac fair behandelt wird, lassen sich Behmen und Felson auf einen Deal ein: Sie kommen frei, dafür verpflichten sie sich, zusammen mit Debelzaq und Eckhart das Mädchen zur Abtei zu eskortieren.

Schnell stellt sich bei der Planung der Reise heraus, dass Debelzaqs Karten unbrauchbar sind; sie brauchen einen ortskundigen Führer. Den finden sie ausgerechnet am Pranger: Der Händler Hagamar (Stephen Graham), der wegen kleiner Gaunereien in diese Zwangslage geraten ist, war schon in Severac und erklärt sich bereit, sie im Gegenzug für seine Freilassung hinzuführen. Doch als Hagamar erfährt, warum sie sich auf den Weg machen, möchte er aus der Abmachung wieder aussteigen. „Es hat keiner was von einer Hexe gesagt“, wendet er ein, doch nun gibt es für ihn kein zurück mehr. Mit Waffengewalt „überreden“ Behmen und Felson ihn, mitzukommen. So macht sich die kleine Truppe mit einem vergitterten Pferdewagen auf den Weg – gerade als im Schloss der sterbende Kardinal die letzte Ölung erhält.

Schon kurz hinter den Toren der Stadt merken sie, dass sie verfolgt werden. Behmen lauert ihrem geheimnisvollen Verfolger auf – und stellt den jungen Messdiener Kay (Robert Sheehan): Er will auch ein Ritter werden, wie es einst sein Vater war. Mit seinem überschwänglichen Ehrgeiz und seinem vorlauten Mundwerk provoziert er sogleich seinen ersten Schwertkampf. Felson denkt nicht daran, sich von einem „Frischling“ beleidigen zu lassen und fordert ihn heraus. Doch entgegen der Erwartung aller schlägt sich Kay gegen den erfahrenen Kreuzritter erstaunlich tapfer, und so darf er sich der Gruppe anschließen.

Abends am Lagerfeuer machen unterhaltsame Geschichten und Anekdoten unter den Reisenden die Runde, um die Kälte und die Beklommenheit der Nacht zu vertreiben. Abseits der gelösten Stimmung und des Gelächters unterhält sich Eckhart bei seiner Nachtwache mit Debelzaq, und erfährt: Das Mädchen wird in jedem Fall verurteilt werden, die Kirche könnte sich einen Freispruch gar nicht leisten. Doch Eckhart hält sie, die ihn an seine gestorbene Tochter erinnert, für unschuldig und würde sie am liebsten auf der Stelle freilassen. Dazu bekommt er jedoch gar keine Chance: Blitzschnell entwendet das Mädchen Debelzaq den Schlüssel und flieht.

Von den beiden alarmiert, machen sich die Gefährten auf die Suche und gelangen in ein verlassenes Gebirgsdorf. Hier spuken zwischen höhlenartigen Gängen, die offensichtlich für ein Massengrab ausgehoben wurden, merkwürdige Erscheinungen. Plötzlich glaubt Eckhart, in einem der Schemen seine Tochter zu erkennen und läuft ihr, völlig verblendet, hinterher. Doch statt seiner Tochter erreicht er Kay, der sich erschrocken umdreht und nicht mehr reagieren kann: Eckhart ist ihm genau ins Schwert gelaufen und stirbt in seinen Armen. Den anderen gelingt es, das Mädchen wieder einzufangen. Am nächsten Morgen setzen sie Eckhart bei. Der untröstliche Kay gibt sich an Eckharts Tod die Schuld, doch die anderen machen das Mädchen für diesen Unglücksfall verantwortlich. „Sie sieht die Schwächen in unseren Herzen, und sie wird sie gegen uns einsetzen“ warnt Debelzaq Behmen.

Unter Schock setzen die Gefährten ihre Reise fort, doch die nächste Bewährungsprobe für sie steht unmittelbar bevor: Eine brüchige Hängebrücke – der einzige Weg über eine tiefe Schlucht. Sie haben keine Wahl, also spannen sie die Pferde aus und versuchen, den Wagen ohne die Pferde auf die andere Seite zu schaffen. Während Behmen und Kay den Wagen vorn lenken, halten die anderen mit aller Kraft das Gewicht des Wagens mit Hilfe eines Seils zurück. Doch sie sind nicht stark genug: Als ihnen mit einem Ruck das Halteseil entgleitet, können Behmen und Kay nur mit einem hastigen Sprung zur Seite verhindern, überrollt zu werden. Kay verliert dabei den Halt und fällt bereits in den Abgrund, als die Hand des Mädchens seinen Arm erwischt und Kay mit geradezu übermenschlicher Kraft festhält.

Als die anderen ebenfalls die andere Seite der Schlucht erreicht haben, wartet der gefürchtete Wormwood Forest auf sie. Der dichte Nebel zwingt sie zu einer Rast – eine Chance, die Hagamar nutzen will, um das Mädchen zu töten. Doch bevor er dazu kommt, ist von ferne ein seltsames Geheul zu hören: Wölfe! Keine normalen Wölfe, sondern welche, die wie von Dämonen besessen scheinen, stürzen sich mit einem Mal auf die Gefährten. Die erste Angriffswelle können sie noch abwehren, doch weil noch viel mehr Tiere im Hintergrund lauern, flüchten sie Hals über Kopf mit Pferden und dem Gespann quer durch den Wald, während die mörderischen Tiere immer näher kommen. Ein Wolf stürzt sich auf Hagamars Pferd, das mitsamt seinem Reiter zu Boden fällt: Die anderen können nur zusehen, wie er von den Wölfen zerfleischt wird und ergreifen die Chance zu entkommen. Am nächsten Morgen liegen die Nerven der Reisenden blank. Gerade will es zum Streit zwischen Debelzaq und Behmen kommen, da meldet Felson: Severac in Sicht!

Die düstere Bergfestung wirkt allerdings wenig einladend, und auch auf das Klopfen am Tor meldet sich niemand. Kay klettert durch einen Spalt hinein und öffnet das Tor von innen. Sie durchsuchen die menschenleere Abtei, und werden in der Klosterkirche fündig: Die Mönche sitzen tot im Chorgestühl, gestorben an der Pest. Debelzaq verzweifelt: „Es kann nicht sein, dass Gott uns verlassen hat!“. Doch sie machen noch eine weitere Entdeckung: Auf dem Altar liegt ein Buch, das die geheimen Riten der Kirche gegen Hexerei enthält. Die Gefährten ahnen in diesem Moment noch nicht, wie nötig sie dieses Buch gleich haben werden – denn das Mädchen, das sie im Klosterhof in seinem Gefängniswagen zurückgelassen hatten, hat für Behmen und die anderen eine Überraschung parat...


Eure Meinung zu "Der Letzte Tempelritter Trailer"



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Eure Kommentare zu "Der Letzte Tempelritter Trailer":

Tina Tut mir leid "Held"... ich kann weder 'in' Englisch den den Film guggen noch dort hinziehen.. das wär dann England... du Held Es ist genau so, wie Emil schon sagt. Und Ja, Dumbledore war ein schlaues Kerlchen, aber ER hat den Namen auch nicht genannt, ehe die Kids nicht damit anfingen ;o)

Emil G. Yep, Weihwasser wird definitiv helfen. Da bin ich sicher. ;) Und was die deutsche Übersetzung angeht: wann war eine Übersetzung JEMALS besser als das ORIGINAL? Manches kann man halt nicht übersetzen und manches will man offenbar nicht übersetzen, wie es scheint. Allerdings würde "Jahrzeit der Hexe" auch recht, nun ja - eingedeutscht klingen. Und "Zeit der Hexe" oder "Zeitalter der Hexe" oder Hexensaison" oder wie auch immer man es dreht extrem albern klingen. Das Problem ist wie so oft, den richtigen Zusammenhang herzustellen. Und zumindest ich kann das nicht. Also laßt uns den Streifen beim Namen nennen: "Season Of The Witch". Schon Dumbledore wusste, dass die Angst vor dem Namen nur die Angst vor der Sache selbst schürt. "Fear of a name only increases fear of the thing itself!" ;)

Emil G. Yep, Weihwasser wird definitiv helfen. Da bin ich sicher. ;) Und was die deutsche Übersetzung angeht: wann war eine Übersetzung JEMALS besser als das ORIGINAL? Manches kann man halt nicht übersetzen und manches will man offenbar nicht übersetzen, wie es scheint. Allerdings würde "Jahrzeit der Hexe" auch recht, nun ja - eingedeutscht klingen. Und "Zeit der Hexe" oder "Zeitalter der Hexe" oder Hexensaison" oder wie auch immer man es dreht extrem albern klingen. Das Problem ist wie so oft, den richtigen Zusammenhang herzustellen. Und zumindest ich kann das nicht. Also laßt uns den Streifen beim Namen nennen: "Season Of The Witch". Schon Dumbledore wusste, dass die Angst vor dem Namen nur die Angst vor der Sache selbst schürt. ;)

Heike Ich freu mich schon drauf....Nicolas Cage ist der beste...

Flo Wir brauchen mehr Weihwasser... haha voll geil.Aber na ja vor ein paar Jahren war er noch hinter den Tempelrittern her und jetzt ist er selber einer... Ironie.....

Held Wer Englisch sooo toll findet der soll sich doch bittschön den Film auch dort anschauen - oder besser noch hinziehen!

Alex05091983 Sieht erstmal vielversprechend aus, aber warum musste mal wieder der Orginaltitel für Deutschland weichen. Season of the Witch finde ich doch viel besser als "Der letzte Tempelritter"

xeno Wow der Trailer ist dermaßen "verdeutscht" worden, das das ganze wie ein Abenteuer-kinderfilm wirkt. Respekt ! Tut Euch selbst einen Gefallen und guckt Euch den Englischen Trailer an. Übrigens im Englischen "Season of the witch" völlig unpassende Deutsche Übersetzung oder ?

Neo Hmmm, wieder ein interessanter Film mit N.Cage und dann auch noch R.Perlman und C.Lee....donnerwetter, das doch dann mal was! Aber vor C.Lee ziehe ich meinen Hut....mit fast 89 Jahren macht er noch solche Filme mit...ein großer Mann, ein großer Schauspieler mit sehr viel Charisma und Genialität, sowas verdient meinen ganzen Respekt! Hoffe, das er noch lange solch gute Filme mitmachen kann und mag, denn Schauspieler wie ihn gibt es leider nicht mehr sehr viele...es gibt durchaus auch sehr gute, aber keinen wie ihn!

Gisela Ich finde ihn gut.Er ist eigentlich soviel ich wei?ganz lustig.Ich hoffe er gef?t euch auch so gut wie mir.Falls nicht, hoffe ich f?uch, das euch ein anderer Film von dieserSeite zusagt.Ich w?he euch allen noch viel Spa?!!!

 





Filmisches Neuland: Wie die höllische Reise begann

Die Produzenten Charles Roven und Alex Gartner haben mit ihrer Firma Atlas Entertainment schon Dutzende Filme aus den unterschiedlichsten Genres auf die Leinwand gebracht, von Thrillern wie The International und The Dark Knight über Actionkomödien wie Get Smart bis zu Musikfilmen wie Idlewild - aber mit DER LETZTE TEMPELRITTER ließen sie sich auf ein Projekt ein, das auch für sie filmisches Neuland darstellte.

Als sie das Skript des Autoren Bragi Schut jr. in die Hände bekamen, waren sie allerdings nicht ganz unvorbereitet: Schut hatte damit eines der renommiertesten Drehbuch-Stipendien gewonnen - die Nicholl Fellowship, die von der Academy of Motion Picture Arts & Sciences vergeben wird. Roven und Gartner, immer auf der Suche nach spannenden Stoffen, die eine ungewöhnliche Geschichte auf ganz neue Weise erzählen, waren gleich von der Grundidee von DER LETZTE TEMPELRITTER fasziniert: vor dem Hintergrund eines so realistisch wie möglich rekonstruierten 14. Jahrhunderts ein Action-Abenteuer zu zeigen, in dem übernatürliche Kräfte für die Hölle auf Erden sorgen.

„Wir haben die Geschichte nicht wieder aus unseren Köpfen gekriegt“, sagt Roven. „Dies ist kein Historienfilm, sondern ein Actionfilm, der in einem vergangenen Zeitalter spielt. Bragi Schut hat absolut glaubhafte Figuren erfunden, mit denen man auch als heutiger Mensch etwas anfangen kann. Und wir stellen das Mittelalter ganz wunderbar lebendig und spannend dar.“

Gartner fügt hinzu: „Chuck und ich suchen nach Drehbüchern, die einen besonderen Dreh haben. Für uns war es die spezielle Kombination der unterschiedlichen Elemente, die den Reiz ausgemacht hat. Wir bezeichnen den Film als einen ,übernatürlichen Thriller, der im 14. Jahrhundert spielt‘, aber es steckt noch so viel mehr darin. Das Publikum soll sich gehörig erschrecken, denn das Ganze, die Geschichte und die Figuren, kommen absolut realistisch rüber.“

Aber DER LETZTE TEMPELRITTER ist keine Geschichtsstunde, wie Gartner betont, sondern ein praller Abenteuerfilm voll mit heldenhaften Taten, gewaltiger Action und unvergesslichen Bildern. Wie Gartner sagt: „Es ist einfach prächtig geworden!“ In einem wenig erschlossenen Teil der österreichischen Alpen fanden die Filmemacher die atemberaubende Landschaft und auch die harten äußeren Bedingungen, die die entbehrungsreiche Reise der Hauptfiguren spiegeln. „Diese unglaublichen Szenerien haben alles, was wir an Schwierigkeiten erlebt haben, wieder wettgemacht“, sagt Gartner. „Dort gibt es Berge, schwindelerregend tiefe Schluchten und sanfte Weiden, die direkt an Felsabhänge führen. Man kriegte ein wirkliches Gefühl dafür, wie es im 14. Jahrhundert ausgesehen haben muss, als es noch lauter solche unveränderten Ausblicke gab: wo man nichts als Natur um sich herum sah.“

Bei den Schlachtenszenen des Films arbeiteten Experten für mittelalterliche Waffen und einige der besten Stunt-Koordinatoren der Welt Hand in Hand, um so aufsehenerregende Sequenzen wie die Belagerung einer türkischen Festung durch die Kreuzritter, erbarmungslosen Grabenkrieg und einen Kampf in einer Klosterbibliothek ins Bild zu setzen. Für die ehrgeizigen Vorstellungen der Filmemacher nahmen es manche der Darsteller auch mit Stürzen aus über 60 Meter Höhe auf; großer Aufwand wurde auch bei den zahlreichen Szenen mit Pferden und den akribisch vorbereiteten Stunts betrieben.

Nicolas Cage, der die Rolle des Behmen spielt, brachte Monate mit Krafttraining, beschwerlichen Begleitumständen beim Dreh und einem strengen Zeitplan hinter sich - und ist nun überwältigt von der Mixtur aus Charakterstudie und dem Nervenkitzel eines Actiondramas, die den Film auszeichnet. „Dominic Sena hat außerordentliche Arbeit geleistet, einen so eigenen und spannenden Film zu drehen“, sagt Cage. „Wenn wir zum Höhepunkt des Films kommen, werden sich die Zuschauer ebenso wie die Charaktere die Augen reiben, was sie da zu sehen bekommen. Das ist eine richtig wilde Fahrt.“

Dominic Sena, bekannt als Regisseur harter Action wie Nur noch 60 Sekunden, Passwort: Swordfish und Kalifornia, hatte vorher lange als Kameramann gearbeitet und bringt ein scharfes Auge für eindrucksvolle Filmbilder mit. „Schon in seinen früheren Filmen hat Dom gezeigt, dass er es versteht, eine Geschichte sowohl durch die Bilder als auch durch die Figuren zu erzählen“, sagt Roven. „Er hat so vieles eingebracht, von Ideen für das Drehbuch bis hin zur Bildsprache.“

Unter Senas Regie wurde DER LETZTE TEMPELRITTER zu einem authentischen Historienfilm, aber mit dem Tempo und der Dramatik eines Mystery-Thrillers - was sich im Verlauf der Reise nur noch steigert, wenn das Publikum die Hauptfiguren in eine düstere, gefährliche Welt begleitet, in der möglicherweise ihr Glaube das einzige ist, was sie schützen kann.

„Es geht um sechs Menschen auf einer gefährlichen Reise durch ein unbarmherziges Land, und auf dem Weg lernen wir die Figuren erst richtig kennen“, sagt der Regisseur. „Die Story entwickelt sich durch das Zwischenmenschliche und streift dabei schon Fragen von Gut und Böse, von Glauben und Erlösung.“

Nach zehn Jahren des Kampfes ist dem müden und desillusionierten Kreuzritter Behmen klar geworden, dass er in Wirklichkeit aus ganz anderen Gründen auf den Kreuzzug geschickt wurde, als aus den christlichen Idealen, an die er geglaubt hatte. Und auch seine Heimkehr ist nicht weniger ernüchternd. „Behmen und sein Freund Felson glauben, sie hätten jetzt das Schlimmste überstanden“, sagt Sena. „Aber sie finden sie sich inmitten der Pestepidemie wieder, die schon die Hälfte der Bevölkerung dahingerafft hat. Der Palast des Kardinals ist schließlich so etwas wie der erste Außenposten der Zivilisation, den sie erreichen. Und statt dass sie in den Ruhestand gehen können, stellt er sie vor diese unglaubliche Aufgabe.“

Der Kardinal nötigt Behmen und Felson, eine Gefangene zu einem weit entfernten Kloster zu eskortieren. An dem Mädchen, angeblich eine Hexe, soll ein religiöser Ritus vollzogen werden, in der Hoffnung, dass dieses Opfer die Plage beendet. „Sie sind nicht sicher, ob das alles nicht doch eine abgekartete Sache ist“, sagt Roven. „Der Glaube an Hexen und an Zauberei war damals sehr stark; und die Hexenprozesse waren nicht gerade fair. Als sie merken, dass diese angebliche Hexe einfach nur ein Mädchen von Bauernhof ist, das schwer misshandelt wurde, wollen sie zumindest dafür sorgen, dass es einen ordentlichen Prozess bekommt.“

Die Idee zu DER LETZTE TEMPELRITTER hat Schut, der auch die Fernsehserie „Nemesis - Der Angriff“ (2005) schrieb, seinem Vater, einem begeisterten Amateurhistoriker, zu verdanken. Schut fragte ihn, was wohl das schlimmste Zeitalter der Menschheitsgeschichte gewesen sein mag: „Seine Antwort war: Wahrscheinlich das 14. Jahrhundert, zur Zeit des ,Schwarzen Todes’“, erinnert sich Schut. „In den am schlimmsten betroffenen Gebieten starben damals drei Viertel der Bevölkerung an der Pest.“

Als Schut sich näher mit jener Zeit beschäftigte, begann er auch, sich stärker für die Teilnehmer der Kreuzzüge zu interessieren, die „Ritter Gottes“, die sich für Jahre in den Dienst der Kirche stellten, um das Heilige Land zurück unter christliche Oberherrschaft zu bringen - und nebenbei auch die Einnahmesituation der Kirche zu verbessern. So kam er auf die Geschichte von zwei müden Kriegern, die aus dem Nahen Osten zurückkehren und ein von einer geheimnisvollen Krankheit verwüstetes Land vorfinden; ein Szenario, das sich so in weiten Teilen Europas abgespielt haben könnte.

„Europa stand damals erst an der Schwelle zur Neuzeit“, erklärt Roven. „Ein Großteil der Bevölkerung war schrecklich arm und völlig unwissend. Gegen diese tödliche Krankheit gab es kein Gegenmittel, und so wurden ganze Landstriche entvölkert. Und wie es im Lauf der Weltgeschichte immer wieder geschehen ist: Wenn etwas passiert, das die Leute sich nicht erklären können, wenden sie sich dem Aberglauben zu; so hat man alle möglichen Leute beschuldigt, für die Pest verantwortlich zu sein: den Nachbarn, das Bauernmädchen vom Ende der Straße, den Schlachter, den Kneipenwirt...“

„Der Film spielt in einer Zeit, in der der Glaube an übernatürliche Geschehnisse Teil des Lebens war“, sagt Gartner. „Und doch hat das alles auch einen Bezug zur heutigen Zeit. Unsere Figuren schlagen sich mit einigen der Fragen herum, die uns auch heute beschäftigen.“

„Als Filmemacher geht es mir natürlich darum, dass meine Geschichte einem heutigen Publikum etwas zu sagen hat“, erklärt Roven. „Es sind so viele Dinge geschehen, die die Grundlagen unseres Glaubens erschüttert haben. Wenn wir anfangen zu zweifeln und es keine Antworten gibt, neigen wir nach wie vor dazu, einen Sündenbock zu suchen.“

Ritter, Gauner, Mönche - und mittendrin ein Mädchen: Die Besetzung

Die Filmemacher versammelten ein außerordentliches internationales Ensemble, angeführt von Oscar-Gewinner Nicolas Cage als Behmen. „Nic Cage hatte gerade eine Lücke zwischen zwei Drehs, und auf die haben wir uns gestürzt“, sagt Produzent Roven. „Für mich gehört Nic zu den größten Schauspielern seiner Generation. Er sucht immer neue Herausforderungen. Er ist ein echter Actionheld in Das Vermächtnis der Tempelritter, und dann spielt er so eine ungewöhnliche Doppelrolle wie die in Adaption. Wenn er in Stadt der Engel den Engel spielt, der sich verliebt und zum Menschen werden will, verleiht er dieser Figur eine richtig überirdische Aura. Es ist unglaublich, was er alles spielen kann und wie er es schafft, aus sich selbst herauszutreten und diese Filmfigur tatsächlich zu sein.“

Nicolas Cage fühlte sich durch das Drehbuch an seine Kindheit in Long Beach, Kalifornien erinnert. Als Einzelkind mit lebhafter Phantasie träumte er oft davon, ein Ritter zu sein. „Einen Film, der in dieser Zeit spielt, wollte ich schon lange machen“, sagt Cage. „Ich fühle da eine ganz starke Verbindung. Als ich fünf oder sechs war, hat mir mein Vater hinterm Haus eine Burg aus Brettern gebaut. Da steckte ich ganze Tage lang und habe mir ausgemalt, was ich wohl so für Heldentaten begehen könnte. Ich saß allein da drin und konnte in aller Ruhe meinen Fantasien nachgehen. Daher kommt mein starkes Interesse für Ritter und Drachen, aber auch für die tatsächliche Geschichte dieser Zeit.“

Cage fügt hinzu: „Und ich wollte auch immer schon einen Film in den Bergen drehen. Als ich das Drehbuch las und mir klar wurde, dass ich in den österreichischen Alpen drehen und auch noch reiten würde, gab’s kein Halten mehr.“

Seine Figur ist kein typischer strahlender Ritter, keiner, der Turniere bestreitet und der Minne huldigt. „Behmen hat für die damalige Zeit ganz schön radikale Ideen entwickelt“, sagt Cage. „Er hat sich am Kreuzzug beteiligt, weil er überzeugt war, das Richtige zu tun, aber das Töten hat ihn abgestoßen. Er ist keineswegs zum Atheisten geworden, aber er hat sich von der Kirche abgewandt. Er fühlt eine starke Verbindung zu Gott, aber die organisierte Religion lehnt er jetzt ab. Das war damals natürlich Gotteslästerung - dafür könnte er auf dem Scheiterhaufen enden.“

Cage fährt fort: „Als er den Auftrag erhält, die angebliche Hexe zur Abtei von Severac zu bringen, macht er das, weil er so sicherstellen will, dass sie anständig behandelt wird. Und auf dem Weg dahin geschehen immer gruseligere Dinge...“

Wie Cage sich in seine Figur und deren Zeit hineinversetzt, hilft auch dem Publikum, sich in der Geschichte wiederzufinden, wie Gartner sagt. „Er ist voll und ganz mitgegangen. Nic ist einfach fantastisch darin, sein Publikum mitzunehmen. Er hat sich reingestürzt, und es war einfach eine Freude, mit ihm zu arbeiten. Er hatte viele hervorragende Ideen für den Fortgang der Handlung und für die Figuren, und außerdem sieht er als Behmen einfach fantastisch aus - so wie hier hat man Nic Cage noch nicht zu sehen bekommen.“

Der Film brachte Cage auch wieder mit Dominic Sena zusammen, mit dem er seinerzeit Nur noch 60 Sekunden gedreht hatte. „Dominic war für uns alle eine wahre Energiequelle“, sagt Cage. „Er war hundertprozentig dabei. Dom denkt unglaublich visuell, und gleichzeitig hat er sehr viel Humor und sorgt dafür, dass alle beim Dreh guter Stimmung sind. Er versteht es einfach, dass wir Schauspieler uns gut fühlen bei dem, was wir tun; er bestärkt einen immer wieder.“

Behmens Waffenbruder Felson wird von Ron Perlman gespielt. Felson ist ein Mann der Tat, der ganz im Gegensatz zu Behmens Art steht, sich ständig Gedanken zu machen. „Wenn Felson nicht in den Krieg gezogen wäre, wäre er wahrscheinlich kriminell geworden“, sagt Cage. „Behmen ist mehr ein Philosoph, aber die beiden fühlen sich so miteinander verbunden, wie es nur Leute tun, die gemeinsam um ihr Leben gekämpft haben. Was einer von ihnen durchmacht, machen beide durch.“

Perlman verleiht seiner Figur einen nüchternen und schroffen Charakter. „Auch Felson ist in gewisser Weise eine mythische Heldenfigur, aber er ist zunächst einmal einfach ein ganz normaler Typ.“, sagt Roven. „Er ist unzugänglich und abweisend, schon von seinem Äußeren her, aber auch in seiner ganzen Art. Aber dabei ist er eben auch jemand, der seinem Freund bis in den Schlund der Hölle folgen würden, wenn es sein muss.“

Für Sena kam kein anderer Schauspieler als Perlman für die Rolle in Frage: „Er verleiht seiner Figur einen ziemlich schwarzen Humor. Er und Behmen haben Schreckliches durchgemacht und sind so einander näher gekommen. Das bringt Ron mit einem kurzen Wort oder auch nur einer Geste perfekt rüber; es ist wirklich wunderbar.“

Perlman nennt seine Figur „einen harten Typen, der von ganz unten kam“ und erklärt: „Er ist auf der Straße groß geworden und kennt nichts anderes, als das Leben voll auszureizen. Er ist in den Krieg gezogen, um etwas zu erleben. Ihm wäre es sogar egal, auf welcher Seite er kämpft, solang er nur mitten im Getümmel steckt - und das macht ihn zum perfekten Gegenbild von Behmen.“

Perlman und Cage arbeiteten auch eng zusammen, als es darum ging, Details im Zusammenspiel ihrer Figuren zu entwickeln. „Sie sticheln immer wieder gegeneinander, gerade in schwierigen Situationen; das ist es nun einmal, was Männer im Krieg dauernd tun“, sagt Perlman. Und fährt fort: „Sie versuchen so, es auf die leichte Schulter zu nehmen, denn wenn sie wirklich darüber nachdächten, was um sie herum vorgeht, könnten sie eigentlich nur noch vor Angst erstarren. Nic arbeitet hart und er nimmt es sehr ernst, seine Figur zu entwickeln. Wir haben uns zusammengesetzt und uns eine sehr genaue Vorgeschichte für die beiden ausgedacht.“

Perlman genoss auch Dominic Senas Methode, zwar bis ins Detail vorbereitet zu sein, aber auch ständig bereit zu sein, seine Ideen spontan zu überdenken: „Mir ist es am liebsten, wenn ich viel besser als nötig vorbereitet bin, aber es macht mir auch nichts aus, das Vorbereitete aus dem Fenster zu schmeißen, wenn jemand mit einer wirklich guten Idee ankommt. Dom war unglaublich genau in seinen Vorstellungen, er wusste, wie alles aussehen und sich anfühlen sollte. Aber wenn ihm bei den Proben oder sogar beim Dreh etwas auffiel, was vielleicht noch besser passen könnte, war er bereit, den ganzen Plan umzuschmeißen. Er hat so viel Erfahrung, dass immer wunderbare Bilder dabei herauskommen, egal, wofür er sich letztendlich entscheidet.“

Für die Schlüsselrolle des „Mädchens“, wie die junge Frau, um die sich das Ganze dreht, einfach nur genannt wird, entschieden sich die Filmemacher für die britische Schauspielerin Claire Foy. „Wir brauchten jemanden, der das richtige Maß an Verletzlichkeit mitbringt“, sagt Roven. „Sie muss tough genug sein, um sich wehren zu können, aber diese Härte darf nicht überwiegen. Das Publikum soll sich schon fragen, ob sie einfach in Selbstverteidigung handelt oder ob sie vielleicht doch eine echte Hexe ist. Claire ist sehr beeindruckend, wenn sie ihre harte Seite zeigt, aber sie ist immer noch sympathisch genug, dass man ihr abnimmt, unschuldig zu sein.“

Regisseur und Produzent schlossen die Besetzung erst ab, als sie schon in Ungarn für die Vorbereitung des Drehs waren. „Wir sahen Claires Vorspielen online“, sagt Gartner: „Wir haben uns bestimmt 20 oder 30 Darstellerinnen angeschaut. Dom und ich hatten ausgemacht, dass wir uns am nächsten Morgen beim Frühstück endgültig entscheiden würden, und ich hatte neben Claires Namen ein dickes Kreuz gemacht, weil ich ihr Vorsprechen so besonders fand. Ich saß am nächsten Morgen schon unten beim Frühstück und trank meinen Kaffee, als mir plötzlich jemand ins Ohr flüsterte: ,Claire Foy’. Dom war genau zum selben Schluss gekommen wie ich - und ging ganz unbeteiligt weiter, um sich sein Frühstück zu holen. Alle, die Claire beim Vorspielen gesehen hatten, waren sich einig, dass sie die Richtige war.“

Das obdachlose Mädchen zieht übers Land und begegnet der Pest, wo sie auch hinkommt. Claire Foy sagt: „Meine Figur ist eine Art Unglücksbringerin. Überall, wo sie hinkommt, bricht die Pest aus. Und schon glaubt man, sie sei eine Hexe. Das sagt schon einiges darüber aus, wie Frauen in der damaligen Zeit behandelt wurden.“

Foy weiter: „Sie ist einfach nur ein junges Mädchen, und all diese mächtigen Männer beschuldigen sie, ein abscheuliches Verbrechen begangen zu haben. Man kommt aber nie ganz dahinter, was sie für eine ist, und das ist auch ganz richtig so, denn den anderen Figuren geht es genauso. Sie ist keine femme fatale, aber sie ist auch nicht die Unschuld vom Lande; sie ist schlau, und sie schafft es, die Männer so gegen einander aufzubringen, dass sie kriegt, was sie will.“

Es war zwar ihre erste große Kinorolle, aber dennoch beeindruckte Foy die Schauspiel- Veteranen am Set. „Claire hat eine enorme Bandbreite“, stellt Cage fest, „sie ist hoch talentiert, und sie ist sehr gut ausgebildet. Sie kann eine Figur im Handumdrehen erfassen. Alles, was sie macht, wirkt wahnsinnig echt.“

Foy muss allerdings zugeben, dass es sie schon ein wenig einschüchterte, in einem so erfahrenen Ensemble mitzuspielen. „Nicolas Cage ist ein Star“, sagt sie. „Er ist so rätselhaft in seinen Filmen und er spielt so glänzend. Ich bin vielleicht nicht vor Nervosität eingegangen, als ich ihn zum ersten Mal traf, aber mir war schon bewusst, dass dies hier sein Film ist, und dass ich, wenn er mich nicht mag, ein Problem habe. Aber er war so angenehm und lustig, dass ich mich mit ihm sofort wohl gefühlt habe.“

Foy fügt hinzu. „Ron kann keinen Schritt gehen, ohne dass er als Hellboy erkannt wird. Aber er geht damit sehr gelassen um und ist ein toller Kumpel. Wenn man mit Leuten zusammen arbeitet, die ihren Job so unglaublich gut erledigen, färbt das auch auf einen selber ab.“ Auf ihrer Reise haben Behmen, Felson und das Mädchen noch einen weiteren, wenn auch eher widerwilligen Gefährten: den Benediktinermönch Debelzaq, den der britische Darsteller Stephen Campbell Moore spielt. „Bevor wir auf Stephen kamen, hatten wir uns Debelzaq als älteren Mann vorgestellt“, sagt Sena. „Aber wir kamen schließlich darauf, dass seine gewisse Naivität besser zu einem Jüngeren passen würde. Theoretisch weiß er, was gut und was böse ist, aber ihm fehlt jede Lebenserfahrung. Zunächst vertraut er einfach blind den Lehren der Kirche, aber irgendwann erkennt er, dass an Behmens Fragen etwas dran ist.“

Debelzaq, den der Kardinal Behmen und Felson als rein geistlichen Begleiter zuweist, muss allerdings eine viel aktivere Rolle spielen als gedacht. Moore sagt: „Die Benediktiner hatten kaum Kontakt zur Außenwelt. Sie sahen die Welt als Sündenpfuhl und wollten noch nicht einmal wissen, was um sie herum vorgeht. Debelzaq lernt, dass es in der Welt draußen viel schwieriger ist, sich seinen Glauben zu erhalten. Es ist eine interessante Idee, jemanden, der so isoliert war wie er, mitten hinein ins wahre Leben zu setzen und zu schauen, was passiert, wenn seine Ideale auf die Probe gestellt werden.“

„Stephen ist ein fantastischer Schauspieler“, sagt Roven, der mit Moore schon 2008 bei dem Thriller Bank Job zusammengearbeitet hatte: „Er ist der richtige Mann dafür, die Leidenschaft und den Idealismus dieses Mannes darzustellen. Seine Figur bewegt sich auf ausgetretenen Pfaden, und plötzlich verschlägt es sie in eine gefahrenvolle Umgebung und sie muss sich mit ungeahnten Schwierigkeiten herumschlagen. Debelzaq lernt, dass es eine viel größere Herausforderung ist, bei seinem Glauben zu bleiben, wenn man mit dem Unbekannten konfrontiert wird.“

Moore war fasziniert davon, wie sich die Beziehungen der Figuren untereinander verschoben und neu formierten, je weiter die Reise ging. „Eigentlich ist es eine ganz einfache Geschichte“, sagt Moore. „So, als ob ein Polizist mit Handschellen an den Verbrecher gefesselt ist und ihn vor Gericht führen soll. Aber es entwickelt sich zu einem epischen Abenteuer, das in einer Welt voller Gefahren spielt, in der Hexerei, das Übernatürliche und das Böse wirklich existieren.“

Der Vagabund Hagamar, gespielt von Steven Graham, dient den Reisenden als Führer auf ihrem Weg zur Abtei. „Hagamar ist als Bösewicht angelegt“, sagt Gartner, „er ist einer, der dauernd darauf aus ist, einen Vorteil für sich herauszuschlagen. Steven sorgt mit seiner Figur für einige witzige Momente. Er ist von Natur aus charmant und lustig, und das bringt er hier auch voll und ganz ein, um diesen Typen darzustellen, der gern überall sein würde, nur nicht auf dieser ganz speziellen Reise.“

Gartner fügt hinzu: „Stevens Können als Schauspieler ist beeindruckend, und es ist sehr unterhaltsam zu sehen, wie sich seine Panik steigert, als ihm klar wird, womit sie es zu tun haben.“

Wir begegnen Hagamar, als ihn die Männer des Kardinals festgenommen und an den Stock gebunden haben; er lässt sich aber auf einen Deal ein, der für seine Freilassung sorgt. „Er ist schon ein Schlingel“, sagt Graham. „Ich sehe ihn als einen vom fahrenden Volk; einer, der von Ort zu Ort zieht und Reliquien und anderes Zeug verkauft. Im Grunde ist er ein Opportunist; er nimmt, was immer er kriegen kann. Wir hatten es gar nicht darauf abgesehen, ihn zu einer komischen Figur zu machen, aber ich fand bei ihm ein humoristisches Element. Er will eigentlich gar nicht mit der Gruppe mitgehen, denn auch wenn er nicht besonders religiös veranlagt ist, ängstigt ihn das Mädchen doch.“ „Es ist eine ganz klassische Geschichte: die Story einer Gruppe von Leuten, die sich gemeinsam auf eine Reise begeben und dabei etwas über sich selbst herausfinden“, sagt der Schauspieler weiter: „Die Geschichte hat tolle Action-Sequenzen und die Dramatik einer Erzählung aus dem Alten Testament.“

Der dänische Schauspieler Ulrich Thomsen spielt Eckhart, einen Ritter, der um seine Familie trauert, die der Pest zum Opfer gefallen ist. „Er hat alles verloren, und doch macht er nicht das Mädchen für all das verantwortlich“, sagt Roven. „Er empfindet sogar so etwas wie Sympathie für sie. Wie Behmen geht es ihm darum, das moralisch Richtige zu tun. Ich glaube, dass er sie für keine Hexe hält. Er sieht dieses junge, unschuldige Ding und fängt an zu zweifeln.“

Thomsen fühlte sich auch von der epischen Größe des Films angezogen: „Ich mochte die Story und ich mag auch die Historie, auf der sie beruht“, sagt er. „In Dänemark können wir solche Filme einfach nicht machen. Wir haben viel kleinere Budgets zur Verfügung, und so drehen wir Filme über Familien, die zusammen am Esstisch sitzen. Aber in uns allen steckt ein Kind, das Soldat oder Ritter spielen möchte - mir hat das Ganze sehr großen Spaß gemacht.“

Thomsen fügt hinzu: „Außerdem bin ich ein großer Fan von Dominic Senas Filmen und auch von Nicolas Cage und Ron Perlman. Dies war für mich eine großartige Gelegenheit, einmal etwas völlig anderes zu machen.“

Schon bald nachdem sie aufgebrochen sind, nehmen die Reisenden ein weiteres Mitglied in ihre Gruppe auf, wenn auch eher widerwillig: den Messdiener Kay, der beweisen will, dass ein echter Mann in ihm steckt. Kays wahres Ziel ist es, auch ein Ritter zu werden, sagt Robert Sheehan, der Kay spielt. Also eilt er der Gruppe hinterher und bietet seine Dienste an, in der Hoffnung, einen guten Eindruck zu machen.

Sheehan fängt den jugendlichen Idealismus seiner Figur perfekt ein, und auch die eiserne Entschlossenheit, die er im weiteren Verlauf der Reise an sich entdeckt. „Mit Robbie haben wir genau ins Schwarze getroffen“, sagt Gartner: „Er wirkt jungenhaft, aber er ist auch stark genug, um in einem Schwertkampf gegen Ron Perlman zu bestehen. Sein Kay ist sehr ernsthaft, mutig und steht für seine Überzeugungen ein - so einer Figur nehmen wir es auch ab, dass sie die große Verantwortung, die Behmen ihr überträgt, schultern kann.“

Zurück ins Mittelalter: historische Sets und wilde Drehorte

Vom gewaltigen Schloss, in dem der allmächtige Kardinal residiert, bis zu der alten Abtei, in der der Schlüssel zu den ganzen mysteriösen Vorkommnissen verborgen liegt: In DER LETZTE TEMPELRITTER lebt das Mittelalter, bis ins kleinste Detail sorgfältig recherchiert, wieder auf. Für die aufwendigen Bauten und die eindrucksvollen Actionsequenzen sorgte ein Weltklasse-Team von Produktionsdesignern, Stuntleuten, Schwert- und Reittrainern und vielen anderen mehr. Der Film hat eine raue, alles andere als aufpolierte Oberfläche - genau wie die Zeit, die er darstellt, sagt Roven. „Aber die Filmbilder sind einfach beeindruckend und haben ihre eigene Schönheit.“

Um die unberührte Wildnis, die weite Teile Europas im 14. Jahrhundert ausmachte, auf die Leinwand zu bannen, reisten die Filmemacher nach Österreich und nach Ungarn, auf der Suche nach Drehorten, an denen die vergangenen sieben Jahrhunderte keine Spuren hinterlassen hatten. „Ungarn war unsere Basis“, sagt Regisseur Dominic Sena, „aber wir haben auch einige Zeit in Wien und Salzburg verbracht. Die weiten Wälder, die Klöster und die Schlösser standen größtenteils in Österreich. Für die großen gebauten Sets, und davon hatten wir einige, sind wir in ein ungarisches Studio gegangen.“

Die authentischen Drehorte verstärkten für Schauspieler und Crew nur noch die Atmosphäre der Geschichte. Allein den spektakulären Zufahrtsweg zur Abtei richtig ins Bild zu setzen, war wohl ebenso schwierig, wie es für die Menschen des Mittelalters war, ihn heraufzusteigen.

„An manche Drehorte kamen wir nur heran, indem wir kilometerweit über unbefestigte Wege fuhren bis zu dem Punkt, an dem Autos nicht mehr weiterkamen, und von da aus ging es zu Fuß weiter - quer durch die österreichischen Alpen, mitten im Winter“, sagt Gartner. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Zeit in langer Unterwäsche und in Daunenjacken verbracht. Die Darsteller und die Crew haben das aber alles ganz großartig weggesteckt, ob es nun eisige Temperaturen, Matsch, Regen oder plötzliche Wetterumschwünge waren.“

Der Dreh begann schließlich in einem entlegenen Teil des Toten Gebirges in der Steiermark. Bis Ende November spielte das Alpenwetter auch tatsächlich mit, aber dann zogen Sturmtiefs über die Drehorte hinweg, dicht gefolgt von Regen, Schnee und Hagel. Bei den Nachtdrehs im Dezember sank die Temperatur des Öfteren unter den Gefrierpunkt; an einem Abend wurden sogar minus 18 Grad gemessen.

„Wir wussten, dass uns das Winterwetter hart rannehmen würde“, sagt Sena. „Aber dies ist nun einmal kein netter Freizeitritt durch den grünen Wald. Die Bäume mussten kahl sein und die ganze Landschaft abgestorben und öde wirken, um die richtige Stimmung einzufangen. So haben sich alle in ihr Schicksal gefügt und es durchgezogen.“ Die Kraft der Landschaft ließ niemanden unberührt. Der erste Drehtag fand im Hochgebirge statt, sagt Sena, „Nic stand neben mir, schaute in die Ferne und sagte zu mir: ,Dom, schau bloß, wo wir sind. Was für ein Privileg, hier sein zu dürfen!‘ Er ist den ganzen Tag lang nicht in seinem Wohnwagen gewesen, sondern saß in den Pausen auf einem Felsen, schaute sich um und sagte: ,Das ist unglaublich.’“

Cage fand in der Tat gerade die widrigen äußeren Umstände motivierend: „Ich bin ein totaler Wetternarr“, sagt er. „Jedes Mal, wenn sich ein Sturm zusammenbraut, bin ich ganz aufgeregt. Diese dramatische Umgebung hat so viele echte Emotionen in die Geschichte gebracht, und ich habe mich ihr nur noch stärker verbunden gefühlt. Dom und ich haben oft gemeinsam darüber gelacht, weil wir das beide so stark empfanden.“

Für Perlman war es auch die so hart arbeitende Crew, die ihm half, sich auf seinen Job zu konzentrieren. „Ich bin nicht der Typ, dem es besonderen Spaß macht, mit den Elementen zu kämpfen“, sagt er. „Für mich sind die Kostümbildner die wahren Helden. Sie waren es, die uns mit warmen Decken und heißem Kakao versorgt haben, wenn wir total durchnässt waren und wir unter null Grad hatten. Und wir konnten dabei ja immer in unsere gemütlichen, warmen Wohnwagen zurück, während die Crew bei Wind und Wetter draußen war.“

Für die Residenz des Kardinals von Marburg musste ein großes mittelalterliches Schloss her; auf der Suche danach schauten sich die Filmemacher Bauten in ganz Europa an. „Wir suchten in Ungarn, wir suchten in Tschechien und wir suchten in Deutschland“, sagt Roven, „Und wir haben Bilder von italienischen und spanischen Schlössern gesichtet. Ich wurde ein richtiger Experte für Burgenarchitektur, weil wir entschlossen waren, einen authentischen Schauplatz zu finden.“

Ihr Durchhaltevermögen wurde schließlich belohnt, als sie auf die Burg Kreuzenstein stießen, die nur 20 Kilometer nordöstlich von Wien auf einem Berggipfel thront. Die Grundmauern des Schlosses stammen aus dem Jahr 1115, und von seinen Türmen aus hat man einen fantastischen Ausblick auf das Umland. Kreuzenstein wurde als Festung gebaut, um seine Bewohner vor Angreifern zu schützen, und verfügt über dicke Mauern, eine Zugbrücke und ein Fallgitter - alles Dinge, die eine längst vergangene Epoche sofort wieder lebendig machen.

Das Schloss und seine Wohnräume wurden von Produktionsdesigner Uli Hanisch als würdiges Heim für einen Kardinal ausgestattet. „Meine größte Freude bei der Arbeit ist es, etwas dazuzulernen“, sagt Hanisch. „Wir haben uns zunächst ganz einfach Geschichtsbücher angeschaut, aber ich bin nach den Sachen der damaligen Zeit bald richtig süchtig geworden. In der Kunst waren nur religiöse Themen erlaubt, und so findet man zahllose Darstellungen von Teufeln und Dämonen, wie sie durch die Nacht fliegen - das war natürlich eine wunderbare Inspirationsquelle für uns.“

Hanisch hielt sich an die damals vorherrschenden architektonischen Stile der Romanik und der Gotik, um den Kontrast zwischen dem weltlichen Kardinal und den von der Außenwelt abgeschotteten Mönchen von Severac herauszuarbeiten. Um einen Eindruck davon zu vermitteln, mit welch ungeheurer Macht die Kirche damals ausgestattet war, dekorierte Hanisch die Privatgemächer des Kardinals prunkvoll im Stil der Hochgotik. „Das war der neueste Schrei“, erklärt der Designer. „Der Kardinal ist reich, er ist weltgewandt und er gehört zur Elite. Um das auszudrücken, haben wir es absichtlich ein wenig übertrieben und ihn mit lauter vergoldetem Zierrat umgeben.“

Kardinal D'Ambroise, der selbst mit dem Pesterreger infiziert ist, lässt die Ritter zu sich in sein prächtiges Schlafgemach kommen, wo er von Ärzten umgeben ist, die bizarr wirkende Schnabelmasken tragen, mit denen man sich vor der Pest zu schützen hoffte. „Wir haben ein gewaltiges Bett gebaut, das eher wie ein Thron aussieht. Es ist fast schon wie ein eigener Raum, und auf den Vorhängen sind lauter Bilder von kämpfenden Engeln und Dämonen. Dazu haben wir noch einen riesigen Kamin gebaut, bemalt mit Dämonen und Heiligenfiguren. Der todkranke Kardinal schwindet in seinem Bett unrettbar dahin, während er von all seinen Reichtümern umgeben ist. So haben wir unsere Idee, die ganze Welt in einem Raum darzustellen, umgesetzt.“

Was die Möbel betrifft, ist das Zimmer des Kardinals eher schlicht ausgestattet, so wie es den Gepflogenheiten der damaligen Zeit entsprach. „Damals hatte man einfach nicht viel Mobiliar“, erklärt Hanisch, „vielleicht einen Tisch und einen Stuhl, und ansonsten vor allem Truhen, um Sachen drin zu verstauen. Der Kardinal hat aber auch noch alle möglichen Kerzenständer und Kronleuchter aus Messing oder Gold, was damals unschätzbare Werte waren.“

Die moralische Korruptheit des Kardinals zeigt sich an seinem körperlichen Verfall genau so wie an dem heruntergekommenen Zustand seines Schlosses. „Wir haben die Wände so bemalt, als ob sie Ausschlag hätten“, sagt Hanisch. „Das Ganze ist faul bis ins Mark und fällt praktisch vor unseren Augen auseinander.“

Für die Szenen im Kloster hielten sich die Designer an die traditionellere romanische Bauweise, die von massivem Mauerwerk, kleinen Fenstern und bedrückend wirkenden Innenräumen geprägt war. „Die Abtei und die Mönche sind altmodisch“, sagt Hanisch, „sie haben dem Besitz abgeschworen und nehmen ihre religiösen Pflichten sehr ernst.“ Jedoch enthält auch das Kloster einen großen Schatz: tausende von Büchern. Vor der Erfindung des Buchdrucks war es eine äußerst mühselige Angelegenheit, ein Buch anzufertigen, die praktisch ausschließlich von Mönchen geleistet wurde. Jedes Buch war ein von Hand geschriebenes Original und wurde in vielen Fällen auch reichhaltig illustriert. Es konnte einen Schreiber bis zu zwei Jahre beschäftigen, ein einziges Buch abzuschreiben. „Als wir mit den Entwürfen für die Bibliothek anfingen, war uns klar, wir brauchten einen riesigen Saal, um Platz für die große Kampfszene zu haben, die sich dort abspielt“, sagt Hanisch. „Wir brauchten Ecken und Winkel, in denen man sich verstecken konnte, und wir brauchten sehr, sehr viele Regale und die Bücher, mit denen sie gefüllt sind. Ich glaube, wir haben an die 4000 Bücher für die Bibliothek hergestellt.“

Überlieferte Werke aus der damaligen Zeit sind rar und ungeheuer wertvoll, und so war Hansch gezwungen, einen Weg zu finden, schnell und effizient Kopien der Originale anzufertigen. „Wir haben ein riesiges Buchatelier eingerichtet“, sagt er. „Wir hatten 15 Leute nur dafür angeheuert, echte Bücher aus Leder und Papier herzustellen, und dazu Attrappen aus Fiberglas. Sie haben einen Monat lang rund um die Uhr gearbeitet. Die Bücher mussten ja auch noch gegossen, bemalt und eingestaubt werden. Das war eine große Anstrengung, und sie haben ihren Job bravourös erledigt.“

Stuntkoordinator Tom Struthers unterzog die Darsteller einem rigorosen Training, um sie auf die körperlichen Anstrengungen der zahlreichen Kampfszenen vorzubereiten; so müssen sie in Schützengräben und in pestgeplagten Dörfern gegen unsichtbare Feinde kämpfen und bekommen es im Wormwood Forest mit einem Rudel Wölfen zu tun. Selbst Struthers, der schon für die Stunts so actiongeladener Produktionen wie Der Soldat James Ryan, The Dark Knight und Terminator: Die Erlösung verantwortlich war, empfand die Arbeitsbedingungen als Herausforderung.

„Das war ein ganz schön hartes Stück Arbeit“, sagt er. „Es war in vielerlei Beziehung einfach auch gefährlich. Wir haben an Orten gearbeitet, wo man mit ganz besonderer Sorgfalt vorgehen musste. Einmal haben wir in einer Schlucht mit einem Abgrund von 50, 60 Metern auf der einen Seite eine Szene gedreht, für die wir Pferde, einen Wagen, die Schauspieler und die ganze Crew brauchten. In solchen Momenten muss sich jeder zusammenreißen, damit alles auch wirklich hinkommt.“

Struthers standen nur wenige Wochen zur Verfügung, um Darstellern, die zum Teil noch nie auf einem Pferd gesessen waren, das Reiten beizubringen. „Wie sich herausstellte, hatte Nic noch nicht einmal als Kind Ponyreiten gemacht“, sagt Struthers. „Er wusste noch nicht einmal, von welcher Seite man aufsteigen muss. Aber in kürzester Zeit hat er den Bogen rausgehabt, vom leichten bis zum gestreckten Galopp. Er hatte viel zu lernen, und er hat das ganz toll gemacht.“

Cage verbrachte für sein Reittraining drei Wochen in England bei der Reitlehrerin Camilla Naprous und ihrem Team der „Devil's Horsemen“, wo er Hindernisparcours oder auch einfach nur Ausritte in den Wald bewältigen musste. Trainiert wurde sieben Stunden täglich, und Cage machte sich mit großem Eifer auch an diesen Teil der Vorbereitungen. „Je mehr ich dazulernte, desto besser habe ich verstanden, was ein Pferd für eine bemerkenswerte Kreatur ist“, sagt Cage. „Die Beziehung zwischen Mensch und Pferd reicht so lange zurück, dass es einem wie die natürlichste Sache der Welt vorkommt. Diese Verbindung zu spüren, gehört für mich zu den schönsten Erfahrungen bei diesem Film.“

Naprous sagt, dass es ein bisschen was von Verkuppeln hat, das richtige Pferd für einen bestimmten Reiter zu finden: „Jedes Pferd hat seine eigene Persönlichkeit“, sagt sie: „Nics Pferd Dolly zum Beispiel ist fast schon ein wenig zu schlau; sie stellt gerne Blödsinn an. Rons Pferd El Greco dagegen ist einfacher gestrickt und macht einfach mit.“ „El Greco war super“, bestätigt Perlman. „Wenn es hieß, Kamera läuft!’, konnte man richtig fühlen, wie er sagen wollte: ,OK, hier bin ich, was soll ich machen?’“

So gut die Pferde auch trainiert waren, gehörten die Szenen mit ihnen doch zu den schwierigsten des ganzen Films, wie Dominic Sena sagt: „Wir haben mit Andalusiern gearbeitet; sehr große Pferde, die sich manchmal nur schwer unter Kontrolle bringen ließen. Hinzu kam, dass sie einen anderthalb Tonnen schweren Wagen durch unwegsames Gelände zu ziehen hatten, und wir mussten erst einmal geeignete Wegstrecken finden. Wir haben unterschätzt, wie schwierig es sein würde, mit einem solchen Gefährt voranzukommen.“

Was so auch niemand vorhergesehen hatte, war das Problem, Dialoge aufzunehmen, während der Wagen in Bewegung war. Wenn er vom Sechsergespann gezogen wurde, machten seine Fahrgeräusche viel zu viel Lärm, so dass es unmöglich war, den Originalton zu verwenden. „Ich habe mir Szenen in Western angeschaut“, sagt Sena. „Da ist es immer so: Erst reiten sie ein Stück, dann halten sie an, um zu sprechen, und dann reiten sie weiter. Und jetzt weiß ich auch, warum!“

„Wir haben es mit Elektroautos probiert, die den Wagen praktisch geräuschlos ziehen sollten, aber auch die waren nicht leise genug“, so Sena weiter: „Am Ende haben wir eine Winde an dem Wagen befestigt und ihn von einem Lastwagen an einem 200 Meter langen Seil durch den Wald gezogen.“

Als Unterstützung bei den komplexen Kampfszenen kam Kevin McMurdy ins Team, ein Kampftrainer aus England mit langjähriger Erfahrung im Theater. Struthers sagt: „Ich wollte es diesmal etwas anders machen. Kevins Aufgabe war es, alles historisch faktengetreu, aber das Ganze auch packend und mitreißend aussehen zu lassen - es sollte ja nicht nur daraus bestehen, dass die Gegner aufeinander eindreschen. Wir haben die Schauspieler einem harten Training unterzogen. Wenn man im Film sieht, wie jemand ein Schwert schwingt, ist das in jedem Fall der Darsteller selbst, und diesen Unterschied sieht man auch.“

McCurdy gestaltete für jeden der Schauspieler einen eigenen Kampfstil entsprechend den natürlichen Bewegungen der Darsteller. „Ich versuche, mich in diese Figuren hineinzuversetzen und aus ihren Emotionen Bewegungen abzuleiten“, sagt er. „Noch bevor ich die Schauspieler treffe, habe ich schon ganz bestimmte Markenzeichen für sie ausgearbeitet. Beim Treffen schaue ich mir dann an, wie sie sich bewegen - alles, bevor sie überhaupt ein Schwert in die Hand bekommen. Und dann forme ich das, was ohnehin vorhanden ist, und setze es in Bewegungsabläufe beim Kampf um.“

„Nic Cage ist wie ein Automat“, fährt McCurdy fort. „Er ist absolut brillant; sehr technisch, sehr klar in seinen Bewegungen. Ron ist sehr kräftig, hat massive Schultern und steht fest auf dem Boden, also beruht darauf auch sein Kampfstil. Robert, der den jungen Mann, der Ritter werden möchte, spielt, ist schnell und beweglich - er stellt das absolute Gegenteil zu den beiden anderen dar.“

Die im Film verwendeten Schwerter beruhen auf authentischen europäischen Waffen der damaligen Zeit und wurden von den Ausstattern für jeden Schauspieler individuell angepasst. Der leitende Requisiteur Zoltan Szalkai sagt: „Jede Waffe passt zu dem, der mit ihr kämpft. Wir haben im Grunde Schwerter aus dem 14. Jahrhundert nachgebaut, aber bei jedem kleine individuelle Designelemente hinzugefügt. Behmen zum Beispiel hat ein sehr elegantes, aufwendig graviertes Langschwert - eines, das man damals einen Anderthalbhänder nannte, weil man es mit der einen Hand führt und die andere Hand noch zum Stützen braucht.“

Szalkai weiter: „Felson ist größer und kräftiger; sein Schwert ist etwas kürzer, hat dafür aber eine stärkere und breitere Schneide. Auch seines ist graviert, aber einfacher. Kay haben wir ein ganz simples Schwert ausgesucht, weil er ja noch ein Neuling ist.“ Für die Szene im Wormwood Forest, in der die Reisenden von einem Rudel Wölfe angegriffen werden, verließ man sich auf die Erfahrung des Tiertrainers Zoltan Horkai. Horkai, weltweit einer der führenden Trainer für wilde Tiere, erzählt, dass er eher aus Zufall auf diesen Beruf kam: „Ich wollte schon als Kind gern einen Wolf haben“, sagt er. „Als ich erwachsen war, habe ich mir auch einen besorgt. Ein Dokumentarfilmer brauchte eine Einstellung, in der ein Wolf durch den Wald läuft, und kam zu mir. Wenn er später gefragt wurde, wie er das bloß hingekriegt hätte, sagte er: ,Da gibt’s doch diesen verrückten Typen in Ungarn!‘ Heute habe ich 200 Tiere, darunter Bären, Wölfe, Rotwild und Wildschweine.“

Beim Dreh kamen sieben Wölfe im Alter zwischen 4 und 15 Jahren zum Einsatz; insgesamt 16 Szenen wurden mit ihnen gedreht. Jedes von Horkais Tieren hatte vor der Kamera seinen eigenen Fähigkeiten. „Der Regisseur wollte, dass die Wölfe mal heulen, mal einfach nur zuschauen und stehen, mal knurren“, erklärt er. „Der Trick besteht darin, den richtigen Wolf für eine bestimmte Aufgabe zu finden. Ich habe 15 Jahren mit den Wölfen verbracht, und sie sind immer noch undurchschaubar. Jeden Tag und bei jeder einzelnen Szene erlebt man etwas neues, und deswegen brauchten wir sehr strenge Sicherheitsvorkehrungen. Zum Beispiel durfte schon mehrere Tage vor dem Dreh niemand mehr Lebensmittel ans Set bringen; es sollte nun einmal niemandem etwas passieren - weder Mensch noch Tier.“

Cage erinnert sich an eine Szene mit einem nicht angeleinten Wolf, der noch nicht einmal einen halben Meter von ihm entfernt stand: „Ich mag Tiere, und so wollte ich gerade ganz freundlich meine Hand heben, als es hieß: ,Nicht - er beißt!‘ Er beißt? Und seine Zähne sind nur wenige Zentimeter weit weg? OK, lasst uns das hier so schnell wie möglich hinter uns bringen. Ich möchte meinen Vertrag schließlich auch bis zum Ende erfüllen können...!“ Die Dreharbeiten von DER LETZTE TEMPELRITTER waren für Darsteller und Crew ein echtes Abenteuer, das sie durch Wälder und über Gebirge führte. Dominic Sena: „So etwas hatte keiner von uns jemals zuvor unternommen. Ich habe so lange in Los Angeles gedreht und kenne da wirklich jedes Café, jedes Restaurant, jeden Hügel und jede Villa. All diese Sachen vor die Kamera zu kriegen, die ich nie zuvor gesehen hatte, hat mich wirklich begeistert.“

„Dabei war es auch der anstrengendste Dreh, an den ich mich erinnern kann“, fährt Sena fort, „wir standen unter enormem Druck. Wir hatten nicht viel Zeit, und die äußeren Bedingungen haben uns allen viel abverlangt. Aber es hat sich gelohnt. Ich habe noch nie nach Drehschluss ein so unglaublich gutes Gefühl gehabt wie dieses Mal.“