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Die Lincoln Verschwörung Trailer und Filmkritik

Originaltitel: The Conspirator

FSK Film: 12 | FSK Trailer: 12 | Länge: 120 Min | Kinostart: 29.09.2011 | Release: 02.02.2012 (DVD&BD)
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TRAILER-TIPPS

 

Die Lincoln Verschwörung: Mehr zu diesem Film

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Schauspieler:James McAvoy, Alexis Bledel, Justin Long, Evan Rachel Wood, Robin Wright, Norman Reedus, Kevin Kline, Tom Wilkinson

Regie:Robert Redford

Produktion:Robert Redford, Brian Peter Falk, Bill Holderman

Drehbuch:James D. Solomon

Die Story:Washington 1865. Der amerikanische Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten ist vorbei, dennoch herrscht überall immer noch Aufruhr. Da wird Präsident Abraham Lincoln ermordet. Die verwitwete Südstaatlerin und Pensionsbetreiberin Marry Surrat (Robin Wright) wird zusammen mit sieben Männern der Kollaboration mit dem Attentäter angeklagt und vor ein Militärgericht gestellt. Ausgerechnet der junge Frederick Aiken (James McAvoy), ein Kriegsheld der Nordstaaten und frischgebackener Anwalt, soll ihre Verteidigung übernehmen. Nur widerwillig nimmt er diese Aufgabe an. Während das aufgebrachte Volk nach Rache schreit, wächst bei Frederick im Laufe des Prozesses mehr und mehr Bewunderung für die geheimnisvolle Frau. Doch um das Gericht von Marys Unschuld zu überzeugen und sie vor dem Galgen zu bewahren, muss er sich erst einmal selbst die Frage beantworten: Ist sie ein unschuldiges Opfer? Eine aufopfernde Mutter, die nur versucht, ihren Sohn zu decken, den einzigen Flüchtigen des Attentats? Oder ist sie doch eine geschickte Lügnerin und kaltblütige Verschwörerin?

Hintergrund:Oscar-Preisträger Robert Redford versammelt für seine neueste Regiearbeit mit James McAvoy, Robin Wright, Kevin Kline und Evan Rachel Wood eine hochkarätige Darstellerriege. DIE LINCOLN VERSCHWÖRUNG ist packendes Justizdrama und mitreißender Thriller zugleich. Dabei erzählt Redford nicht nur von einem politisch-brisanten historischen Ereignis, sondern er schildert auch eindringlich das Schicksal einer liebenden Frau und Mutter, die bedingungslos ihrer Überzeugung folgte.




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♥: Solide historische Ausstattung, illustre Besetzung, komplexe Thematik
−: Längen in der Mitte, Showdown vor Gericht, Justin Long fehlbesetzt

Am Ende des amerikansichen Bürgerkriegs sind die USA ein tief gespaltenes Land. Die Nordstaaten haben zwar gewonnen, aber eine halbe Million Tote, noch mehr Verwundete, Verwüstungen in Zahlreichen Staaten machen eine Versöhnung vorerst unmöglich. Die Anhänger des Südens hassen die in ihren Augen arroganten , tyrannischen Sieger, die Nordstaatler sehen in jedem Sympathisanten der Konföderierten ein hinterhältigen Verräter.


Mitten in dieser angespannten Lage wird Präsident Abraham Lincoln von dem Südstaatenanhänger John Wilkes Booth (Toby Kebbell, "Duell der Magier") erschossen. Einer seiner Komplizen versucht gleichzeitig den Außenminister zu ermorden, nur der Kriegsheld General Grant und Vizepräsident Johnson entgehen durch Zufall einem Attentat. Im Prinzip waren die Anschläge ein Versuch, die Regierung der USA zu stürzen. Und die beiden Attentäter waren nicht allein. Schnell werden etliche Mitverschwörer identifiziert. Der Attentäter Booth selbst wird auf der Flucht erschossen, seine Komplizen werden schnell gefasst - bis auf einen: John Surratt (Johnny Simmons "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt") taucht unter. Dafür wird seine Mutter Mary Surratt (Robin Wright, "Pippa Lee") vor Gericht gestellt. In ihrer Pension fanden die Treffen der Attentäter statt. Aus ihren Sympathien macht sie keinen Hehl. Aber was wusste sie wirklich ?
Ausgerechnet der Nordstaaten-Kriegsheld Frederick Aiken (James MacAvoy, "X-Men- Erste Entscheidung") soll ihre Verteidigung übernehmen. Das fällt ihm nicht leicht, denn mit diesem Auftrag könnte er seine gerade erst begonnene Karriere beenden. Auch seine Freunde wie der Kriegskamerad Nicholas Bake (Justin Long "Stirb Langsam 4.0") und seine Verlobte Sarah (Alexis Bledel "Gilmore Girls") sind skeptisch. Und eigentlich hält er selbst Mary Suratt für schuldig. Soll er also sein Bestes tun, oder das was für ihn das Beste ist ?
Eigentlich soll der einflußreiche Ex-Senator Johnson (Tom Wilkinson, "The Green Hornet") die Verteidigung übernehmen. Der ist zwar Sklavereigegner, aber gleichzeitig auch Südstaatler und will eine Frontenbildung im Prozeß unbedingt verhindern. Darum drängt er Aiken, den Fall zu übernehmen. Denn nach der Verfassung hat nun mal jeder das Recht auf einen fairen Prozeß und eine Verteidigung.
Ziemlich schnell stößt Aiken auf Umstände, die auch sein Gerechtigkeitsempfinden stören. Statt vor ein reguläres Gericht kommt der Fall vor ein Militärtribunal - mit entsprechend eingeschränkten Rechten für die Angeklagten. Dazu kommt der politische Druck des mächtigen Kriegsministers Stanton (Kevin Kline, "Der rosarote Panther") auf das Verfahren. Zeugen werden unter Druck gesetzt, entlastende Details geheim gehalten. Aber die Richter unter Vorsitz von David Hunter (Colm Meaney "Männertrip") haben ihr Urteil offenbar ohnehin schon längst gefällt. Aiken ist sich dagegen sicher, das Surrat nur ihren geflüchteten Sohn schützen will. Nur Surratts Tochter Anna (Evan Rachel Wood, "The Wrestler") fasst langsam Vertrauen zu Aiken und hilft ihm. Er beginnt einen schier aussichtlosen Kampf, gegen das Gericht, gegen die Politiker im Hintergrund, gegen die öffentliche Meinung, gegen seine eigenen Freunde und nicht zuletzt gegen seine geheimnisvolle , verschwiegene Mandantin.

Anders als der Titel vermuten lässt, geht es dem Film nicht so sehr um die Männer, die Lincoln ermordet haben. Es werden auch keine düsteren , bislang geheimen Verschwörungen und rassistischen Südstaatlern oder anderen Strippenziehern aufgedeckt.
Die eigentliche Verschwörung des Films sind die Absprachen zwischen dem Militärtribunal und dem politischen Establishment in Washington. Angesichts der aufgeheizten Stimmung in der Bevölkerung hatten die keine Probleme - und auch keine Skrupel, sämtliche Verfahrensfragen zu ihren Gunsten auszulegen. Der Präsident wollte einen schnellen und harten Prozeß - mit einem ebenso harten Urteil.

Es fällt nicht schwer, die zahlreichen Parallelen und Lehren des Falls für die Gegenwart aufzustöbern. Heute sind die USA nicht in Nord und Süd, sondern in Liberale und Teaparty-Anhänger aufgeteilt. Der Patriot-Act hat nach den Terroranschlägen 2001 viele Bürgerrechte ausgehält. Und auch ein Attentat hat es mit den Schüssen auf die Kongreßabgeordnete Giffords schon gegeben. Mit Militärverfahren wollen die USA die Terrorverdächtigen in Guantanamo aburteilen, damit sie nicht vor ein ziviles Gericht in den USA kommen, wo sie deutlich mehr Rechte hätten. Auch heute stellt sich also die Frage, ob Menschenrechte, oder verfassungsmäßig garantierte Bürgerrechte nur im Idealfall gelten oder eben erst recht in Extremsituationen, wenn der Rechtsstaat selbst bedroht ist. Und in einer Zeit in der deutsche Minister (wie beim geheimen Panzerdeal mit Saudi-Arabien) meinen, Menschenrechte müssten auch mal hinter nationalen Sicherheitsinteressen zurückstehen, ist dieses Thema auch außerhalb der USA aktueller als einem lieb ist. Die liberale politische Haltung von Regisseur Robert Redford ist kein Geheimnis, er hat sie schon in einigen seiner Filme gezeigt, als Schauspieler in "Die Unbestechlichen"oder bei Regiearbeiten wie "Von Löwen und Lämmern". Die gesamte Erzählung und Inszenierung ist der urdemokratischen, humanitären Botschaft verpflichtet, und wieder einmal werden die hehren Ideale der USA exemplarisch und auch etwas schematisch vor Gericht verhandelt. Aber es wäre viel schlimmer wenn die Macher ganz plakative Gut und Böse hätten aufeinanderprallen lassen, um einen effektheischenden Justizthriller zu inszenieren. Stattdessen halten sie sich zurück.
Von einer künstlerischen Handschrift des Regisseurs Robert Redford ist hier allerdings nichts zu sehen. "Die Lincoln-Verschwörung" ist ein sorgfältig ausgestattetes und inszeniertes Geschichtsdrama, das man so allerdings auch von den großen Pay-TV-Herstellern wie HBO und Showtime zu sehen bekommt, etwa in der grandiosen Serie "John Adams" (mit Paul Giamatti) über den zweiten Präsidenten der USA.
Entsprechend sieht man hier etliche Charakterköpfe wie Tom Wilkinson, Colm Meaney und Kevin Kline in den entscheidenden Rollen. Auch James MacAvoy macht sich als idealistischer Junganwalt gut. Einzige Fehlbesetzung ist Justin Long, der trotz Schnauzbart einfach nicht ins historische Setting passt. Aber seine Rolle ist klein genug, um das zu verschmerzen.
Ob Mary Surratt im juristischen Sinne schuldig oder unschuldig war bleibt im Film unklar. Das darf der Zuschauer bei Bedarf selbst entscheiden. Aber um die Schuldfrage geht es hier eben nicht, sondern um die Frage wie man vor Gericht Schuld überhaupt feststellen kann, wie man ein faires Verfahren garantieren kann. Ähnliches hat Steven Spielberg in "Amistad" allerdings ungleich opulenter erzählt. Für Geschichtsfans ist " Die Lincoln-Verschwörung" auf alle Fälle sehenswert, für den durschnittlichen Kinogänger aber ein etwas zähes Vergnügen.

Kuriose Fußnote: Frederick Aiken war nach seiner kurzen Anwaltskarriere der erste Lokalredakteur der Washington Post - der Zeitung, für gut 100 Jahre später auch die Watergate-Enthüller Woodward und Bernstein gearbeitet haben. Deren Geschichte wurde 1976 in "Die Unbestechlichen verfilmt - mit Robert Redford in der Hauptrolle.



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