Fire Film Bilder und Kritik


FSK Film: 12 | Länge: 90 Min | Kinostart: 09.06.2011
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Schauspieler:Gary Dourdan, Cosma Shiva Hagen, Ken Duken, Florentine Lahm
Regie:Raoul W. Heimrich
Produktion:Rolant Herger
Drehbuch:Sabine Leipert, Julia Neumann, Rolant Hergert
Die Story:Einen Tag vor der Bundestagswahl herrscht in Berlin das Chaos: Nach einem verhinderten Terrorattentat kommt es überall in der Stadt zu Razzien und Demonstrationen. Kanzlerkandidat Kellermann (Ralph Herforth) wirbt aggressiv um Wählerstimmen, indem er strengere Antiterrorgesetze verspricht. Unterdessen werden der erfolglose Musiker Phil May (Gary Dourdan) und seine bildhübsche Frau Eve (Florentine Lahme) bei ihrer Bank vorstellig. Das frisch vermählte Pärchen schwebt auf Wolke Sieben und das Einzige, was zum perfekten Glück noch fehlt, ist der Kredit für ihr gemeinsames Traumhaus. Der Termin mit dem Bankberater läuft vielversprechend, doch als Phil das Bankgebäude nur ganz kurz wegen eines Telefongesprächs verlässt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Vor den Toren des Gebäudes prallt er mit einem spanischen Journalisten (Manuel Cortez) zusammen, der bei dieser Gelegenheit heimlich ihre Handys vertauscht. Ab jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Eine Gruppe Unbekannter dringt in die Bank ein und hält alle Insassen in ihrer Gewalt. Schnell stellt sich heraus: Die Verbrecher und ihr Anführer (Ken Duken) planen keinen simplen Bankraub. Sie sind dort, um einen Mann zu töten. Einen Mann, der Schutz in der Bank suchte und ein schreckliches Geheimnis wahrt - und Phil war die letzte Person mit der dieser Mann Kontakt hatte, bevor er kaltblütig erschossen wird. Der ahnungslose Phil gerät ins Visier der Gangster und seine Frau Eve wird von den erbarmungslosen Geiselnehmern gekidnappt. Es beginnt ein Alptraum. Im Kampf um das Leben seiner Frau wird Phil zur Marionette der Kriminellen und bekommt ein Ultimatum: Seine Aufgabe ist es, die Journalistin Nicole Hart (Cosma Shiva Hagen) in eine tödliche Falle zu locken, im Gegenzug wollen die Entführer seine Frau Eve freilassen. Gemeinsam mit der Journalistin Nicole beginnt eine Jagd durch Berlin. Doch schon bald stellt sich heraus, dass Phil sich auf ein gefährliches Spiel mit kaltblütigen Top-Terroristen eingelassen hat, die einen brutalen Anschlag auf das Zentrum Berlins planen - direkt in das Herz der Hauptstadt Deutschlands. Der Masterplan des Terrors scheint perfekt, doch die Terroristen haben nicht mit Phils geballter Entschlossenheit gerechnet – denn nichts ist gefährlicher als ein Mann, der nichts zu verlieren hat - außer seiner großen Liebe…
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Eure Meinung zu "Fire Film Bilder und Kritik"

♥: Viel Berlin-Atmo, temporeich.
−: Standard-Figuren, Standard-Action, Standard-Soundtrack, Standard-Story,
Berlin wird als Schauplatz für internationale Kinofilme immer beliebter. Zuletzt jagte Liam Neeson in "Unknown Identity" durch die Straßen der Hauptstadt und dann hetzten Eric Bana und Cate Blanchett in "Wer ist Hanna" durch die Spreemetropole. Und jetzt also "Fire!". Darin rast Gary Dourdan an den Sehenswürdigkeiten der deutschen Weltstadt vorbei, kein Kinostar sondern ein TV-Serienstar ("CSI"). Daran sieht man schon, dass hier kleinere Schrippen gebacken werden.
Berlin steht am Tag vor der Bundestagswahl unter Strom. Der Law & Order-Politiker Kellermann (Ralph Herforth) will an die Macht und seine Anhänger werden ständig mehr - erst Recht nachdem ein Terroranschlag die Stadt erschüttert. Die aufgeheizte Atmosphäre lässt den Musiker Phil (Gary Dourdan) allerdings kalt. Er bastelt an seiner Karriere und seinem privaten Glück. Was noch fehlt sind ein Plattenvertrag und ein Kredit fürs Eigenheim. Dass letzteres völlig aussichtlos ist - und Phils Musikerdasein später auch keine Rolle mehr spielt - Schwamm drüber. Irgendwie muss man ja anfangen, haben sich die Schreiber offenbar gedacht.
In der Bank esakliert die Lage urplötzlich. Phils Frau Eve (Florentine Lahme) wird als Geisel genommen. Aber es handelt sich nicht um gewöhnliche Bankräuber. Eigentlich waren die Verbrecher (Ken Duken, Numan Acar) auf der Jagd nach einem Informanten, der sich in die Bank geflüchtet hat - nicht ohne vorher mit Phil unbemerkt das Handy zu tauschen. Kommt das jemandem bekannt vor ? Genauso wurde Will Smith in Staatsfeind Nr.1 in üble politische Machenschaften verstrickt und zum Spielball von Kriminellen. Und auch Johnny Depps Actionthriller "Gegen de Zeit" haben die Macher sicher das ein oder andere Mal gesehen
Nun steht also Phil hilflos vor der Bank und nimmt per Handy Anweisungen der Gangster entgegen, die drohen, seine Frau zu erschiessen. Zunächst mal muss er ihnen bei der Flucht helfen. Obwohl Phil in sowas keine Erfahrung hat, klappt die Befreiung - auch Dank der hirnlosen Berliner Polizei. Aber dabei bleibt es nicht.
Der nächste Auftrag führt Phil zur Journalistin Nicole Hart (Cosma Shiva Hagen). Das macht zwar keinen Sinn, denn ohne ihren Informanten ist sie völlig ahnungslos und weiß nichts von den Plänen der Gangster. Aber irgendwie muss es ja weiter gehen. So bringt Phil nichtsahnend das Handy des Spitzels zur berühmten TV-Journalistin. Und die kommt schnell darauf, was den Kidnappern nicht einfallen wollte: Auf dem Handy müssen belastende Beweise sein. So bestätigt sich, was man schon von Anfang an ahnt: Der Hardliner-Politiker Kellermann steckt selbst hinter der Terrorkampagne, um seine Wahlchancen zu verbessern.
"Fire!" sieht aus wie ein typisches RTL-Eventmovie. Der Produzent steckte auch schon hinter solchen Krachern wie "Lasko - Die Faust Gottes", die Autorinnen haben unter anderem für die ZDF-Serie "Die Küstenwache" geschrieben. Aus demselben Dunstkreis kommt auch der Regisseur Raoul W.Heimrich, zu dessen Werken auch Folgen von "Im Namen des Gesetzes" und "Ein Fall für Zwei" gehören. In den Actionszenen sieht man außerdem deutlich die Handschrift der Pyrotechniker von "Alarm für Cobra 11".
Dazu passen auch routinierte TV-Darsteller wie Ralf Herforth und Ken Duken.
Auch Cosma Shiva Hagen kennt man vor allem aus TV-Filmen. Ihre bekannteste Kinorolle ist immer noch die Prinzessin in Otto Waalkes´ Märchentrash "7 Zwerge".
Florentine Lahme ist als Ehefrau zwar eine der zentralen Figuren, bleibt aber extrem blass und wird eigentlich mehr wie ein Gepäckstück passiv durch den Film geschleppt. Hauptdarsteller Gary Dourdan war immerhin schon mal in "Alien 3 - Die Wiedergeburt" zu sehen. Man kennt ihn aber vor allem aus "CSI", wo er bis 2008 immerhin acht Jahre lang Verbrecher jagte. An den Darstellern scheitert der Film nicht.
Es liegt an der strunzdummen Story über einen machtbesessenen, kriminellen Politiker, die man schon in dutzenden Thrillern - und jedesmal besser - gesehen hat. Und keiner der knappen Dialoge schafft es, den Figuren etwas mehr Leben einzuhauchen.
Auch die Action kann nicht überzeugen. Wenn Gangster ihre Gegner per Chuck-Norris-Roundhouse-Kick ausknocken weiss man, dass die Stuntcrew sich gegenüber dem Regisseur durchgesetzt hat. (Trashiger) Style siegt über Substanz. Ähnlich unglaubwürdig kommen die meisten Konfrontationen mit Schußwaffen daher.
Im Finale können der verzweifelte (und per öffentlicher Fahndung gesuchte) Held und die Reporterin sogar den Kanzlerkandidaten kurz mal zu Hause aufsuchen. Der Sicherheitsfanatiker hat komischerweise nicht einen einzigen Bodyguard und sitzt am Abend vor der Wahl mutterseelenalleine in seiner Villa, damit die Guten ihn durch Folter zwingen können, seine finsteren Pläne zu gestehen. Dämlicher gehts nicht !
Sicher gibts auch in US-Action-Kost Ungereimtheiten en masse. Aber dort wird geschickter davon abgelenkt. Die hektischen Schnitte und der hyperaktive aber charakterlose Soundtrack von "Fire!" reichen dafür nicht aus. Dafür sind die Figuren auch schlicht zu eindimensional. Kein Wunder dass der Film erst 2011 ins Kino kommt. Ein Wunder ist, dass er es überhaupt schafft, denn eigentlch entstand er bereits 2008 und ist seitdem weltweit schon als DVD erschienen.
Berlin-Fans, RTL-Dauergucker und Cosma-Shiva-Anhänger dürfen mal einen Blick riskieren. Angesichts der Beziehungen der Macher wird "Fire!" es aber sicher irgendwann ins RTL-Nachtprogramm schaffen. Sich diese uninspirierte TV-Kost im Kino anzusehen, dafür gibts keinen Grund.

