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Four Lions Trailer und Filmkritik

FSK Film: 16 | FSK Trailer: 12 | Länge: 102 Min | Kinostart: 21.04.2011 | Release: 24.08.2011 (DVD&BD)
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Riz Ahmed, Arsher Ali, Nigel Lindsay, Kayvan Novak, Adeel Akhtar

Die Story:Vier junge britische Männer sind im Auftrag Allahs unterwegs. Meinen sie. Omar (Riz Ahmed) will sich dem Heiligen Krieg anschließen, weil er nicht länger tatenlos zuschauen will, wie das Ansehen junger Moslems auf der Welt mit Füßen getreten wird. Waj (Kayvan Novak) hält das für eine gute Idee und schließt sich an, weil er nichts Besseres zu tun hat - außerdem trifft Omar ohnehin immer alle Entscheidungen für ihn. Barry (Nigel Lindsay) ist als weißer islamischer Konvertit zwar völlig anderer Meinung, aber das macht nichts, denn das ist er grundsätzlich. Aus Prinzip. Als Bombenbauer stößt Faisal (Adeel Akhtar) zu der Truppe, der allerdings nicht als Selbstmordattentäter in Frage kommt, weil sein Vater gerade krank geworden ist. Gemeinsam sind sie fest entschlossen, die westliche Gesellschaft dort zu treffen, wo es weh tut. Fragt sich nur, ob sie ein Streichholz anzünden können, ohne sich dabei im Gesicht zu verletzen...

Hintergrund:Der Film feierte Weltpremiere - mit der Nominierung für den Großen Preis der Jury - beim Sundance Film Festival 2010, avancierte auf zahlreichen internationalen Festivals zum Publikums- und Kritikerliebling und erhielt vier Nominierungen für den British Independent Film Award 2010. In Deutschland war FOUR LIONS erstmalig im Rahmen des Fantasy Filmfest 2010 zu sehen und gewann den begehrten Publikumspreis (Fresh Blood Award).




Eure Meinung zu "Four Lions"



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Eure Kommentare zu "Four Lions":

Adrian Ich finde den Film als den letzten Dreck. Totaler sinnloser Schrott.

Emil G. @elviss: dem ist nichts hinzu zu fügen!

Irre ! Sah den Film auf dem 'Fantasy Filmfestival' letztes Jahr. Komplett SUPER! Wenn Ihr es Euch zutraut, schaut eine OmU. Doppelt so lustig (!) wie die synchronisierte Fassung (bei entsprechenden Englischkenntnissen) !!

elviss muaahaha..........sau geil

 




♥: Witzig, bissig, albern, absurd, urkomisch, aber nie gehässig
−: bitterböses Ende, etwas episodenhafte Inszenierung.

Darf man über Terrorismus und ganz speziell über Islamisten lachen ? Bekanntlich sind die notorisch humorlos. Oder sollte man drauf verzichten, sei es aus Angst vor den Reaktionen oder aus Rücksicht auf die Familien der Opfer ? Ein Hinterbänkler der CSU aus dem politischen Brennpunkt Altötting hat sich bereits zu Wort gemeldet, und ist dagegen "Four Lions" in Deutschland zu zeigen.
Dabei gibts auf die Frage nur eine Antwort: Natürlich darf man Witze über Terrorismus machen. Wenn man es gut macht. Und da ist "Four Lions" ein gelungenes Beispiel.


Omar und seine drei "Kollegen" bilden eine selbsternannte Terrorzelle in Großbritannien.Sie haben dem Westen den heiligen Krieg erklärt. Allerdings mehr aus einer allgemeinen Unzufriedenheit als aus religiösem Fanatismus.
Gerade ihr Anführer Omar könnte kaum besser integriert sein, er, hat einen Job, ein Häuschen und eine kleine Familie. Konspirative Onlinetreffen finden in einer bonbonbunten Kinderwebseite statt. Omar erzählt seinem Sohn die Geschichte vom "König der Löwen" - allerdings in einer speziellen Jihad-Version. Er ist auch der ernsthafteste unter den Möchtegernterroristen und das nötige Gegengewicht zum Irrsinn seiner Gesinnungsgenossen. Sein bester Kumpel Waj ist keine große Leuchte - aber wo Omar ist, da ist er automatisch dabei. Mit dabei ist auch Faisal, der immerhin weiß wie man Sprengstoff herstellt. Und allen gemeinsam ist die Vorliebe für die Popcharts.
Und dann ist da noch Barry, der weiße Islam-Konvertit. Als Nicht-Pakistani leidet er unter einem gewaltigen Minderwertigkeitskomplex und einem ausgeprägten Hass auf so ziemlich alles und jeden, was er durch möglichst extreme Terroraktionen kompensieren will. Der basiert übrigens auf einem real existierenden britischen Rechtsextremisten. Der las den Koran, um bessere Argumente gegen muslimische Einwanderer zu finden und bekehrte sich dabei aus Versehen selbst....
Der Titel des Films "Four Lions" ist sicher kein Zufall. Die "Three Lions" sind schließlich das Wappen der englischen Fußball-Nationalmannschaft. Diese Extremisten haben zwar zum Großteil einen "Migrationshintergrund", aber sie sind so britisch wie Fish & Chips.
Die Vorgeschichte der Dschihadisten spielt in "Four Lions" allerdings keine Rolle. Denn hier geht es wirklich nicht um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Terrorismus und seinen Ursachen. Auch die Diskriminierung von Immigranten in Großbritannien spielt im Film keine Rolle. Und die dauerbekiffte Nachbarin meidet die Truppe kerst, als sie die vier für schwul hält. Omars größter Wunsch erfüllt sich als er ins Trainingscamp nach Pakistan darf. Das Ergebnis des Ausflugs ist bereits im Trailer zu bewundern. Klar, dass seine Kumpels nach der Rückkehr nichts davon erfahren dürfen. Umso entschlossener will Omar nun endlich in Aktion treten, um sich mit einem spektakulären Terrorakt zu beweisen.

Welche Rolle spielt also der Islam in diesem Film ? Ein sehr kleine. Aber es wäre absurd und feige, jeden Bezug zu vermeiden. So ist Omars Bruder Khalid ein strenggläubiger - aber ebenso gesetzestreuer - Muslim. Seine Gebetstruppe kriegt (in gemäßigter Form) auch ihr Fett weg, wenn Khalid´s panische Angst vor Omars moderner Frau geziegt wird oder die frommen Männer leicht verklemmt Fußball im Park spielen, was in ihrer Kluft nicht ganz einfach ist. Vor allem aber sind sie da, um die Unfähigkeit der britischen Justiz zu zeigen, die sich entschlossen auf die vermeintlichen Dschihadisten stürzt und die echten Bombenbauer übersieht.
"Four Lions" ist keine religiöse Komödie, sondern ein Film über einen Haufen Idioten. Vier Trottel, die sich gegenseitig anstacheln, und sich mit ihrem Imponiergehabe selbst ein Bein stellen. Nichtsdestotrotz sind sie gefährlich. Zuallererst für sich selbst, aber auch für andere.
Wieder einmal erweisen sich die Briten als schmerzbefreite Meister des schwarzen Humors.
Einige Lacher bleiben einem beinahe im Hals stecken. So albern "Four Lions" streckenweise auch ist, vergessen die Macher doch nie ganz den ernsten Hintergrund ihres Themas.
In einer brillanten Szene während einer Podiumsdiskussion beschwert Hassan sich, dass er wegen seines Aussehens für einen Terroristen gehalten wird - um dann tatsächlich einen Bombengürtel zu enthüllen, der sich dann aber bei der Zündung als Attrappe entpuppt. .
Als er zum Entsetzen des Publikums den Zünder auslöst, enpuppt die Bombe sich jedoch als Atrappe. Was wurde damit bewiesen ? Wie absurd die Terrordebatte teilweise verläuft.
Wer kann, sollte der Originalfassung (gerne mit Untertiteln) unbedingt den Vorzug geben. Zwar ist der englische Slang manchmal schwer zu verstehen, aber erheblich witziger als der aufgesetzte Akzent in der Synchronfassung.
Und der Humor entsteht nicht nur aus kindischem Slapstick sondern setzt ein gewisses Interesse am aktuellen Zeitgeschehen voraus. Wer sich nicht sicher ist, ob das den eigenen Geschmack trifft, sollte sich zum Test ein paar Folgen von "Ahmed, the dead terrorist" gönnen. Der liegt in etwa auf der selben Wellenlänge wie die "Four Lions". Empfehlenswert ist der Film aber auch für Freunde von Satiren wie "Wag The Dog", Thank You for Smoking", oder "Männer die auf Ziegen starren".

Regisseur Chris Morris hat mit seinem Film den britischen Nachwuchsfilmpreis gewonnen. Im TV hat er allerdings schon etliche Comedy-Formate inszeniert, ist also kein blutiger Anfänger.
Und seine Darsteller haben zwar keine bekannten Gesichter, aber doch reichlich erfahren in Filmen wie "Traitor", "Syriana" oder Woody Allens "Scoop", "The road to Guantanamo" oder "Centurion". Gleichzeitig erhöht ihre fehlende Bekanntheit die Authentizität der Underdogs.
Die Pointen sind weniger absurd als etwa Monty Python-Sketche und auch weniger krass als der Borat-Humor. Ihre Komödie bewahrt ständig Bodenhaftung. Das liegt zum Teil auch an dem dokumentarischen Stil der Macher. Und ob man es nun mag oder nicht, zumindest drei der vier "Löwen sind irgendwo sympathische Kerle, mit denen man immerhin soweit mitfühlt, dass man wünscht, sie würden irgendwann noch die Kurve kriegen. Aber nicht alle überleben, und diese Tragik unterstreicht noch einmal, dass die Macher ihr Thema trotz aller Pointen ernst nehmen.
Four Lions" ist viel mehr als eine simple Sketchsammlung, eine rundum gelungene Satire, und war als Reaktion auf den Terrorismus überfällig.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht