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Hotel Lux Trailer und Filmkritik

Originaltitel: Hotel Lux   |   Mit: Michael Bully Herbig,Jürgen Vogel,Thekla Reuten

FSK Film: 12 | FSK Trailer: 6 | Länge: 103 Min | Kinostart: 27.10.2011 | Release: 19.04.2012 (DVD&BD)
© Constantin Film | Genre: Drama | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? | Trailer kaputt?

 

TRAILER-TIPPS

 
85%

Bully wird erwachsen





Die Meinung zum Film - von

Das Hotel Lux in Moskau war in den 30er und 40er-Jahren ein Zufluchtsort für Kommunisten aus aller Welt und natürlich auch aus Deutschland. Unter einem Dach trafen sich hier Widerstandskämpfer, Idealisten und Ideologen wie Herbert Wehner und Clara Zetkin sowie spätere Diktatoren wie Walter Ulbricht und Georgi Dimitrov. Eine äußerst illustre Versammlung, zusammengeschweißt von der Notlage und zerrissen von Mißtrauen untereinander und Angst vor Stalins Säuberungsaktionen. So führte der Weg aus dem Hotel Lux für einige in die Deportation, ins Arbeitslager – oder an die Spitze eines sowjetischen Vasellenstaats.

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Links & Infos

 

Schauspieler:Michael Bully Herbig, Jürgen Vogel, Thekla Reuten, Alexander Senderovich, Valerie Grishko, Juray Kukuraj, Sebastian Blomberg, Axel Wandtke, Sybille Canonica, Steffi Kühnert

Die Story:Das war ein Hitler-Gag zu viel: Der Komiker und Parodist Hans Zeisig (Michael Bully Herbig) muss 1938 mit falschen Papieren aus Nazi-Berlin fliehen. Eigentlich träumt er von Hollywood, doch dann landet er in Moskau und gerät in das berüchtigte Exilantenhotel LUX. Es ist der Zufluchtsort kommunistischer Funktionäre aus aller Welt und insbesondere aus Deutschland. Der sowjetische Geheimdienst verwechselt Zeisig mit dem abtrünnigen Leibastrologen Adolf Hitlers. So gerät der unpolitische Entertainer zwischen die Fronten blutiger Intrigen in Stalins Machtapparat. Zu seiner Überraschung trifft Zeisig im LUX auch seinen früheren Bühnenpartner Siggi Meyer (Jürgen Vogel) und die niederländische Untergrundkämpferin Frida (Thekla Reuten) wieder, die beide fest an das Gute im Kommunismus glauben. Für die drei Freunde beginnt ein Abenteuer auf Leben und Tod.



Am 12. Oktober 2010 begann Regisseur Leander Haußmann ("Sonnenallee", "Herr Lehmann", "Dinosaurier - Gegen uns sehr ihr alt aus!") in Berlin mit den Dreharbeiten zu dieser tragikomischen Abenteuergeschichte eines naiven, respektlosen Helden im Herzen der Finsternis.

Nach 10 aufregenden Wochen war dann kurz vor Weihnachten 2010 alles im Kasten und die aufwändige Postproduktion läuft schon auf vollen Touren, denn es steht bereits ein Start-Termin fest: Ab 27. Oktober 2011 wird Bully in den deutschen Kinos Stalins Sterne deuten! Constantin Film bringt die aufwändige Bavaria Pictures Produktion HOTEL LUX, für die Günter Rohrbach und Corinna Eich verantwortlich zeichnen, bundesweit in die Kinos.

Michael Bully Herbig spielt die Hauptrolle in der historisch korrekt erfundenen Geschichte. Jürgen Vogel ("Die Welle", "Der freie Wille", "Emmas Glück") und Thekla Reuten ("Rosenstraße", "Brügge sehen... und sterben?", "The American") komplettieren das ungleiche Trio.

Regisseur Leander Haußmann hat nach einer Idee von Helmut Dietl und Vorlagen von Uwe Timm und Volker Einrauch auch das Drehbuch zu HOTEL LUX geschrieben. Die Kamera führt Hagen Bogdanski, für das Szenenbild ist Uli Hanisch verantwortlich.


Eure Meinung zu "Hotel Lux"



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Eure Kommentare zu "Hotel Lux":

Didi Oh, mein Gott. Bully, wiso nur. Da hätten Sie lieber Christoph Maria Herbst als Führer nehmen sollen, und nicht Jürgen Vogel und Bully. Bin aber trotzdem mal gespannt auf den Film.

 





Das Hotel Lux - Träume, Tränen und Tragödien

Die Köstlichkeiten des Bäckers Iwan Filippow waren weit über die Grenzen Moskaus hinaus bekannt. Selbst am Zarenhof in St. Petersburg erfreuten sich die Reichen und Mächtigen an den Kalatschen, Piroggen und Wecken aus der Moskauer Twerskaja 36. Im Jahr 1911 ließ Filippows Sohn über der zweistöckigen Bäckerei das Hotel Franzija mit vier Etagen einrichten. Zwei mächtige Säulen vor dem Haupteingang sowie viel Marmor und hohe Spiegel im Foyer machten deutlich, dass diese Nobelherberge für Gäste aus der reichen Oberschicht gedacht war.

Seit 1921, vier Jahre nach der Oktoberrevolution, diente das Hotel als Gästehaus der Kommunistischen Internationale, der Komintern. Aus Sicht des Westens galt Moskau damals als kaltgraue Welthauptstadt des Kommunismus, als Meuchelmetropole stalinistischer Säuberungen mit vielen Millionen Opfern. Doch Moskau war auch eine Megacity im Aufbruch, die größte Baustelle der Welt, voller Gerüste, Kräne, Metroschächte und entschlossener Arbeitermassen.

1933 wurde das Haus, das inzwischen in Hotel Lux umbenannt worden war, um zwei zusätzliche Etagen erhöht. Nun bot es 300 Zimmer für 600 Gäste. Anfangs hatte "Väterchen Stalin" auch noch Moskaus Dichter und Denker, Künstler und Wissenschaftler auf seiner Seite. Sie erwiesen sich als massenwirksame Propagandisten, die mit Engels-Zungen "Freiheit als Einsicht in die Notwendigkeit" predigten und damit sogar - "vorübergehend" - brutale Unfreiheit rechtfertigen. Josef Stalin war zugleich Hoffnung und Verhängnis derer, die im Hotel Lux Zuflucht und eine Bleibe fanden. Die kommunistischen Funktionäre, die vor dem Faschismus in ihren Heimatländern fliehen mussten, erhielten Asyl in diesem "Absteigequartier der Weltrevolution". Die größte Gruppe kam aus Deutschland, unter ihnen Walter Ulbricht, Herbert Wehner und Wilhelm Pieck.

Das Hotel Lux war ein Hort der Konspiration. Wer dort wohnen oder andere Gäste treffen wollte, brauchte einen Passierschein. Besuchszeiten wurden genau protokolliert, Pässe wurden hinterlegt, obgleich die meisten Pässe in dieser Zeit eh gefälscht waren. Ruth von Mayenburg, die Frau des österreichischen Kommunisten Ernst Fischer, schrieb 1978 die Erinnerungen an ihre sieben Jahre im berühmten Hotel nieder: "Das Lux war ein konspiratives Hotel, konspirativ nach innen und nach außen - ein Geheimnisträger. Keine Gästeliste, keine Totenliste gibt darüber Auskunft, wer jemals darin gewohnt hat. Bei den Anreisenden stimmte in den meisten Fällen der Passname nicht mit dem Personennamen überein, nicht der Personenname mit dem Parteinamen, mit den wechselnden Deck- und Rufnamen."

Im Hotel Lux zu nächtigen war ein Privileg, aber bei weitem kein Luxus. "Unser erhabenes Gebäude beherbergte in wanzenbelebten Mehrbettzimmern in den unteren Etagen künftige Staatsmänner von welthistorischer Bedeutung wie Tschou En-lai und Ho Tschi Minh", schrieb Ruth von Mayenburg. Die Ratten, angelockt von Gemeinschaftsküchen und der Bäckerei, die im Erdgeschoss all die Jahre weiter arbeitete, finden in fast allen Berichten der Hotelbewohner besondere Erwähnung. Auch über den Lärm der Kinder auf den langen Fluren wurde oft geklagt. Denn nach 1933 war das Lux vom "Ausländerhotel" zum "Emigrantenhotel" für ganze Familien geworden.

Doch der vermeintliche Zufluchtsort erwies sich für viele als Falle. Im Rahmen des Großen Terrors zwischen 1936 und 1938 wurden zahlreiche Funktionäre als angebliche Gegner Stalins festgenommen, verhört, in den Gulag deportiert oder hingerichtet. Bei diesen "Säuberungen" starben unter Stalin mehr deutsche kommunistische Spitzenfunktionäre als unter Hitler. Entsprechend herrschte im Hotel Lux eine Atmosphäre der Angst und der gegenseitigen Denunziation.

Kein anderes Hotel der Weltgeschichte hat je solch bizarre Widersprüche unter einem Dach beherbergt wie das Hotel Lux: ein Leben zwischen Wollen und Wirklichkeit, Erhabenem und Lächerlichem, intellektuellem Irrsinn und erbärmlichem Spießertum, Zukunftsglauben und Todesangst.

Ruth von Mayenburg zieht in "Hotel Lux - das Absteigequartier der Weltrevolution" (Serie Piper, 1978) das Fazit: "Ein derart vielnationales, von Politik besessenes und unterjochtes Hotel wird es nie wieder geben. Unter dem Dach des Lux wurde in Dutzenden von Sprachen gesprochen, politisiert, konspiriert, diskutiert - und bisweilen in halber Agonie geschwiegen. Hier gab es fröhliche und schauerliche Nächte. Hier gab es Tränen, Träume und Tragödien. Kein menschliches Schicksal ist denkbar, das nicht im Lux zu finden wäre."