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Mr Poppers Pinguine Trailer und Filmkritik

Originaltitel: Mr. Poppers Penguins

FSK Film: 0 | FSK Trailer: 0 | Länge: 94 Min | Kinostart: 23.06.2011 | Release: 16.12.2011 (DVD&BD)
© Twentieth Century Fox | Genre: Comedy | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? | Trailer kaputt?

 

TRAILER-TIPPS

 

Mr Poppers Pinguine: Mehr zu diesem Film

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Schauspieler:Carla Gugino, Jim Carey, Angela Lansbury, Madeline Carroll, Ophelia Lovibond, Dominic Chianese, Philip Baker Hall, Kelli Barrett

Die Story:Tom Popper ist ein Workaholic, hat sich für seinen Job sogar von seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern getrennt. Als sein Vater stirbt, hinterlässt er ihm einen Pinguin aus dem schon bald sechs werden. Tom nimmt alle bei sich auf und seine Wohnung wird immer mehr zu einer Winterlandschaft. Seine beiden Kinder lieben die Pinguine und gemeinsam erleben sie eine Menge Abenteuer - zuerst als sie die Tiere wieder loswerden wollen und dann als sie sie wiederhaben möchten.

Hintergrund:Arbeit ist alles für Tom Popper (Jim Carrey). Dafür hat der von Ehrgeiz getriebene New Yorker Geschäftsmann viel geopfert, lebt getrennt von seiner Frau Amanda (Carla Gugino) und den beiden gemeinsamen Kindern. Die wichtigen Dinge im Leben erkennt Mr. Popper nicht – bis er eine ungewöhnliche Erbschaft macht. Sein Vater, ein Abenteurer, der Frau und Kind früh verließ, hinterlässt ihm einen Pinguin, aus dem schon bald sechs werden. Schnell stellen die neugierigen Vögel sein Leben völlig auf den Kopf, sorgen für ordentlich Chaos und verwandeln Mr. Poppers luxuriöses Apartment in eine verschneite Winterlandschaft. Gemeinsam mit seinen beiden Kindern, die die Pinguine schnell in ihr Herz schließen, durchlebt er viele spaßige Abenteuer beim Versuch die Tiere erst loszuwerden und dann wieder zurückzuerobern. Dabei lernt Mr. Popper eine tierische Lektion über den Wert von Freundschaft und Familie... Mr. Poppers Pinguine ist ein charmanter und liebenswerter Spaß für die ganze Familie. Comedystar Jim Carrey (Der Ja-Sager) und Carla Gugino (Sin City) brillieren in den Hauptrollen, unterstützt von Hollywood-Legende Angela Lansbury (Eine Zauberhafte Nanny) und einigen tierisch talentierten Neuentdeckungen. Der Film, der auf dem preisgekrönten Buch von Richard & Florence Atwaters basiert, startet am 23. Juni bundesweit im Kino.




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♥: gelungener Wortwitz, makellose Tricktechnik
−: formelhafter Story-Verlauf

Vielleicht wird es Zeit ein neues Genre auszurufen: Den Pinguinfilm. Im Animationshit "Madagascar" waren sie die heimlichen Helden, in "Happy Feet" standen sie im Mittelpunkt - und beiden Filme wurde eine Fortsetzung zuteil. In etlichen Dokus wie "Die Reise der Pinguine" und "Unser blauer Planet" durften wir ihren Familiensinn, ihre Ausdauer und Geschicklichkeit bestaunen. Und dabei sind sie doch eigentlich bemitleidenswerte Kerle: Vögel, die nicht fliegen können und auf dem Speisezettel jedes antarktischen Raubtiers stehen. Mit anderen Worten: Perfekte Filmhelden. Das beweisen sie auch in Jim Carrey´s neuer Familienkomödie, die zwar auch auf den Kuschelfaktor der Tiere setzt, aber dabei dennoch einen ganz eigenen Weg beschreitet.


Tom Popper (Jim Carrey) ist ein erfolgreicher Immobilienmakler in Manhattan. Kein Deal, den er nicht eintütet, denn er ist einfallsreich, witzig und spontan. Es läuft großartig für Tom, er hat eine luxuriöse Wohnung, selbst mit seiner Ex-Frau (Carla Gugino, "Sin City", "Watchmen") versteht er sich gut und er steht kurz davor, in seiner Firma zum Partner aufzusteigen. Dafür soll er ein berühmtes Restaurant im Central Park aufkaufen. Die traditionsbewußte Besitzern Ms. Van Gundy (Angela Lansbury, "Mord ist ihr Hobby") ist zwar extrem wählerisch - aber für Toms Charme und Einfallsreichtum sollte das doch kein Problem sein. Doch es kommt natürlich alles ganz anders...

Der Tod seines Vaters geht Tom nicht sonderlich nahe, der leidenschaftliche Abenteuerreisende hat in seinem Leben meist durch Abwesenheit geglänzt. Als er im Testament gerade mal mit einem "Souvenir" abgespeist wird, kann ihn das auch nicht mehr enttäuschen.
Am nächsten Morgen steht dann allerdings eine Kiste mit einem leibhaftigen Pinguin vor seinem Apartment. Alle Versuche den lästigen Untermieter los zu werden scheitern allerdings. Keine Behörde fühlt sich für die Tiere zuständig. Und noch schlimmer: durch ein kleines Kommunikationsproblem steht bald eine zweite Kiste mit fünf weiteren Fischfressern in seiner Wohnung.
Die Pinguine stellen seine Wohnung auf den Kopf und sind drauf und dran auch seine Karriere zu ruinieren. Aber immerhin hat er durch seine neuen Mitbewohner endlich wieder Kontakt zu seinem Sohn. Der findet die Rasselbande nämlich klasse. Netter Nebeneffekt: auch seine Ex-Frau lässt sich öfter mal beim ihm blicken. Und nach und nach schließt auch Tom die kleinen Kerle in sein Herz. Für sie verwandelt er sein Luxus-Loft sogar in ein Winterwunderland, auch wenn er dadurch auf sein Umfeld zunehmend bekloppt wirkt.

Die Geschichte basiert auf einem über 70 Jahre alten US-Kinderbuchklassiker. In der Vorlage war der Adoptivvater der Pinguine zwar noch ein bescheidener Maler und er erbte nicht sechs, sondern 12 Pinguine. Aber das hätte die Animatoren wohl überfordert und das Budget gesprengt. Außerdem wären die Frackträger dann auch nicht ganz so individuell geworden.
Die Eckpfeiler der Filmstory sind so abgegriffen wie´s nur geht: erfolgreicher Geschäftsmann mit Familienstreß und enttäuschten Kinder wird auf magische Weise an die wirklich wichtigen Dinge im Leben erinnert, gierige Geschäftemacher kriegen ihre Lektion, und am Ende sind alle glücklich.
Der Prolog, in dem der kleine Tom seinen weltreisenden Dad per Funk kontaktiert ("Ich bin in Neu-Guinea - dagegen ist Alt-Guinea echt ein Dreck") verleiht dem absehbaren Verlauf aber ein emotionalen Untergrund und erklärt warum der "alte" Tom selbst als Immobilienhai so eine lebhafte Fantasie hat. Wie er zum Beispiel einem potentiellen Kunden (Jeffrey Tambor) mit Hilfe von Büroutensilien eine Abenteuerreise vorgaukelt, das ist pures Comedygold, in dem Jim Carreys Improvisationstalent mal wieder glänzt.

"Mr.Poppers Pinguine" ist trotz der standartisierten Story eine gelungene Familienkomödie. Zusammen kann man sich über Carreys patentierte Slapstick- und Improvisationstalente amüsieren und über süße Details wie Toms penetrant plappernde Privatsekretärin Pippy mit dem prägnanten Problem penentrant P-Worte zu penutzen (ganz zauberhaft: Ophelia Lovibond, "Freundschaft Plus"). Bei den Kleinen sorgen die chaotischen Pinguine (und die wohl leider unverzichtbaren Furz- und Vogelmist-Gags) für die Lacher, bei den Größeren mehr der ausgefeilte Wortwitz (Wenn die Synchronisation davon was übrig lässt) und die liebevolle Gestaltung. Kameramann Florian Ballhaus ("Der Teufel trägt Prada") hat den Schauplatz New York sehenswert ins Szene gesetzt. Dazu gehört auch ein Nachbau des legendären Restaurants "Tavern on the Green", über Jahrzehnte eine gesellschaftliche Institution der Stadt, das im wahren Leben leider nur noch als Infocenter existiert.
Jim Carrey spielt hier zwar im Prinzip einen Aufguß alter Rollen, besonders "Der Dummschätzer" fällt einem da ein. Aber zwischen den tierischen Co-Stars hält er sich mit seiner Gesichtsakrobatik diesmal doch deutlich mehr zurück als früher. Schließlich sorgen die Pinguine mit ihrer Vorliebe für Charlie Chaplin-Filme schon für genug Wirbel. Teils wurde mit echten Tieren, teils mit Computerhilfe gedreht. Die Übergänge sind dabei nahtlos, die Animation ist bis ins Details fehlerfrei, und überhaupt nur in wenigen Szenen als solche bemerkbar, denn die Tiere werden nur ganz dezent vermenschlicht. Weder sprechen sie, noch ziehen sie cartoonmäßige Grimassen. und so nervt der Film auch nicht so wie andere Produkte mit animierten Tieren, sei es nun "Reine Fellsache", "Garfield" oder "Die Chipmunks".

Die Erwartungen waren im Vorfeld nicht allzu hoch. Produzent John Davis hat auch Filme wie "Dr.Dolittle", "Garfield" oder "Der Kindergarten-Daddy" verzapft. Noch mehr Sorgen musste man sich bei den Schreibern Sean Anders und John Morris machen, die zuletzt "Hot Tub" verbrochen haben. Daran gemessen ist "Mr.Poppers Pinguine" glatt ein kleines Wunder. Auch Regisseur Mark Waters ist mit "Freaky Friday", "Mean Girls" und "Solange du da bist" ein klassischer Mainstream-Vertreter, dessen Werke nur punktuell aus der Masse herausragen. Aber "Mr. Poppers Pinguine" übertrifft das gewohnte Hollywood-Mittelmaß doch mit Leichtigkeit. Ob das nun Glück, Zufall oder Einsicht ist, darf dem Zuschauer getrost egal sein.

Jim Carreys Ausflüge in andere Nischen, wie der Thriller "Nummer 23" oder die Homo-Lovestory "I love you Philip Morris" waren kommerziell ziemliche Flops - und nicht annähernd im Bereich von "Bruce Allmächtig". Und "Der Ja-Sager" hat ihm wohl bewiesen, daß er als alleiniges Zugpferd eines Films nicht mehr ausreicht. Da ist die Entscheidung für "Mr.Poppers Pinguine" durch aus verständlich. Tierkomödien ziehen auch Zuschauer an, denen Carrey egal ist, oder die ihn noch gar nicht kennen. Dazu kommt der Bonuseffekt einer berühmten Buchvorlage. Wer kann es Jim Carrey verdenken, diesmal auf Nummer sicher zu gehen ? Risiken ist er mit seiner Rollenwahl oft genug eingegangen.
Mit "Mr.Poppers Pinguine" dürfte Jim Carrey hier wieder einen Hit an der Hand haben, gerade weil er sich mal ein bißchen mit seiner patentierten Gesichtsakrobatik zurückhält.
Wer sämtliche Familienkomödien der letzten Zeit gesehen hat, der wird sieh hier mehr neue Ideen wünschen. Wer dagegen die meisten der halbherzigen Standardklamotten ignoriert hat, der findet hier eine launige, gut getimte Lachnummer, für die sich der Kinobesuch mal wieder lohnt.

 



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht