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Nichts Zu Verzollen Film Kino Trailer und Filmkritik

Originaltitel: Rien A Declarer

FSK Film: 12 | FSK Trailer: 6 | Länge: 108 Min | Kinostart: 28.07.2011 | Release: 28.11.2011 (DVD&BD)
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Schauspieler:Dany Boon, Benoît Poelvoorde, Karin Viard, François Damiens, Zinedine Soualem, Bouli Lanners, Julie Bernard

Regie:Dany Boon

Produktion:Jérôme Seydoux

Drehbuch:Dany Boon

Die Story:1993 an der belgischen Grenze. Nach dem Schengener Abkommen sollen die Grenzkontrollen zwischen Deutschland, Frankreich und den Benelux-Ländern wegfallen. Der belgische Grenzer Ruben sieht das allerdings anders. Er hasst die Franzosen und macht sich an seiner Grenze schon immer einen Spaß daraus, die Franzosen möglichst viel zu quälen. In einem gemischten Einsatz mit französischen Kollegen muss der Belgier dann aber auch noch zusammenarbeiten und versteht die Welt nicht mehr. Wie gut, daß er da noch nicht mitbekommen hat, daß sein französischer Kollege seiner Schwester auch noch einen Heiratsantrag machen will.

Hintergrund:Noch mehr als bei Willkommen bei den Sch’tis (2,3 Millionen Kinozuschauer und mehr als eine halbe Million verkaufte DVDs in Deutschland) lässt Multitalent Dany Boon auch bei NICHTS ZU VERZOLLEN Gegensätze aufeinanderprallen, dass die Funken nur so sprühen. Mit seinem untrüglichen Gespür für Timing und Situationskomik und dem für ihn typischen liebevollen Blick auf menschliche Schwächen zeichnet Boon auch bei NICHTS ZU VERZOLLEN sowohl für das Drehbuch als auch die Regie verantwortlich - und hat wie bei den Sch’tis eine der Hauptrollen übernommen. Neben Dany Boon liefert der belgische Komiker Benoît Poelvoorde (Mann beißt Hund, Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft) eine furiose schauspielerische Leistung ab. Ihm gelingt es, noch die aberwitzigsten cholerischen Einlagen des frankophoben Zollbeamten so zu gestalten, dass hinter all seiner blinden Wut eine hilflose Angst und eine Unbedarftheit durchscheinen, die der Figur trotz allem etwas Anrührendes verleihen. Kein Wunder also, dass Dany Boon Benoît Poelvoorde die Rolle auf den Leib geschrieben hat. Begleitet werden die beiden Hauptdarsteller von einem glänzenden Ensemble, bestehend aus Karin Viard (So ist Paris, Das Schmuckstück), François Damiens (Der Auftragslover, Der kleine Nick), Bouli Lanners (Eldorado, Asterix bei den Olympischen Spielen), Zinedine Soualem (So ist Paris, Willkommen bei den Sch’tis) sowie der Neuentdeckung Julie Bernard. NICHTS ZU VERZOLLEN schließt dabei nahtlos an den bahnbrechenden Erfolg von Willkommen bei den Sch’tis an, dem bisher erfolgreichsten Kinofilm in Frankreich. Mit bisher über 10 Millionen Besuchern ist NICHTS ZU VERZOLLEN der mit großem Abstand erfolgreichste Film des Jahres und gehört jetzt schon zu den zwanzig erfolgreichsten Filmen aller Zeiten.



Die Macher des Kino-Hits „Willkommen bei den Sch‘tis“ präsentieren mit NICHTS ZU VERZOLLEN ihre neue Erfolgskomödie, die im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos lustig ist: Wie die „Sch‘tis“ geschrieben, produziert und inszeniert von Comedy-Multitalent Dany Boon, der zudem als liebenswerter französischer Grenzbeamter in der Hauptrolle das Zwerchfell seiner Zuschauer an seine Grenzen führt! Sein belgischer Counterpart wird verkörpert von Benoît Poelvoorde („Mann beißt Hund“, „Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft“), dessen Grimassenspiel und Wutattacken in bester Tradition von Comedy-Superstar Louis de Funès stehen, mit dem er auch gerne verglichen wird. Ihm gelingt es, noch die aberwitzigsten cholerischen Einlagen des frankophoben Zollbeamten so zu gestalten, dass hinter all seiner blinden Wut hilflose Angst und eine Unbedarftheit durchscheint, die der Figur trotz allem etwas Anrührendes verleihen. Kein Wunder also, dass Dany Boon Benoît Poelvoorde die Rolle auf den Leib geschrieben hat. Begleitet werden die beiden Hauptdarsteller von einem glänzenden Ensemble, bestehend aus Karin Viard („So ist Paris“, „Das Schmuckstück“), François Damiens („Der Auftragslover“, „Der kleine Nick“), Bouli Lanners („Eldorado“, „Asterix bei den Olympischen Spielen“) Zinedine Soualem („So ist Paris“, „Willkommen bei den Sch’tis“) sowie der Neuentdeckung Julie Bernard.


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♥: gelungene Balance zwischen Klamauk und ernstem Hintergrund
−: der französische Humor ist Geschmackssache

Dänemark hat an seinen Grenzen gerade erst wieder Zollkontrollen eingeführt. Für Danny Boons neuen Film ist diese Promotion unbezahlbar: Jüngere EU-Bürger können sich gar nicht erinnern, wie das früher mal war, als man an der Grenze angehalten, mißtrauisch beäugt und gerne auch mal durchsucht wurde. Denn seit 1993 gilt schließlich das Schengen-Abkommen, dass das freie Reisen innerhalb Europas garantiert. Danny Boons Film "Nichts zu verzollen" führt uns zurück in die Zeit, in der Europa noch ein Flickenteppich war, mit Schlagbäumen und grimmigen Beamten an jeder Landesgrenze - und als nicht wenige Angst davor hatten, dass "die Schleusentore geöffnet" werden für Fremde und für Kriminelle, wenn die Grenzkontrollen abgeschafft werden.


Auch im kleinen Kaff Courquain an der französisch-belgischen Grenze lebt man mit und von der Zollschranke in der Mitte des Ortes, die Zölnner ebenso wie die Geschäftsleute im Ort. Was soll bloss werden, wenn die Grenze weg ist ?
Dabei sollen die Kontrollen gar nicht völlig abgeschafft werden. Stattdessen soll es in Zukunft gemeinsame Patrouillen von Belgiern und Franzosen geben. Das ist jedoch vor allem für den fremdenfeindlichen belgischen Zöllner Ruben Vandevoorde (Benoit Poelvoorde) völlig undenkbar. Seine Nachbarn sind für ihn nur "die Franzacken". Und mit so einem soll er zusammenarbeiten ? Auch seinem designierten Partner, dem französischen Zöllner Mathias Ducatel (Danny Boon) ist nicht wohl dabei. Vor allem weil er heimlich ein Verhältnis mit Rubens Schwester Louise (Julie Bernard) hat. Das darf der neue Kollege auf keinen Fall erfahren. Aber Julie will endlich klare Verhältnisse, damit die beiden heiraten können. Und so sieht Mathias die gemeinsamen Einsätze bald als Chance, sich mit seinem künftigen Schwager anzufreunden. Als Team patrouillieren sie in einem schrottreifen Renault R4 durchs Grenzgebiet. Und mit dem zunehmenden Grenzschmuggel haben die beiden bald alle Hände voll zu tun. Aber genauso wie sie ihr Einsatzfahrzeug aufmotzen, verbessert sich auch die grenzübergreifende Zusammenarbeit.

Nach dem Erfolg seines letzten Films hat Boon natürlich nun erheblichen Druck, aber auch mehr Erfahrung, mehr Selbstsicherheit und mehr Geld. Man sieht dem Film die bessere Ausstattung und die filmisch sehr ausgefeilte Inszenierung an. Bei den Dialogen profitiert Boon außerdem von einer langen Karriere als Stand-Up-Comedian. Einerseits erinnert der doch sehr typisch französischen Humor mit seiner überzogenen Mimik und Gestik stark an klassische Komödien von Louis de Funes (wozu sicher auch die Uniformen beitragen), andererseits geht Boon sehr viel offensiver mit realen Themen wie Ressentiments, Vorurteilen und Rassismus um, so dass "Nichts zu verzollen" doch viel mehr ist als turbulenter Klamauk.
Das liegt natürlich zuerst am Drehbuch, dass Boon auch diesmal selbst geschrieben hat, aber auch am Hauptdarsteller Benoit Poelvoorde. Den kennt man einerseits aus dem Mega-Flop "Asterix bei den Olympischen Spielen" aber auch aus Arthouse-Hits wie "Mann beißt Hund" und "Louise hires a contract killer". Es ist mutig von Boon, einen verkappten Rassisten ins Zentrum seiner Komödie zu stellen. Boon hat Poelvoorde die Rolle auf den Leib geschrieben - und der kriegt das Künststück hin, einen gewalttätigen Misanthropen so darzustellen, dass man trotzdem gerne hinguckt. Und er ist mutig genug, auch seinem Film kein völlig versöhnliches Happy-End zu verpassen.

Für Danny Boon ist das Thema Fremdenfeindlichkeit ein ganz persönliches Anliegen. Er wuchs selbst an der französische-belgischen Grenze auf. Vor allem aber stammte sein Vater aus Algerien, weshalb seine Mutter von einem Teil ihrer Familie verstoßen wurde.
Danny Boon hat schon in seinem letzten Film "Willkommen bei den Sch´tis" verschiedene Volksgruppen auf einander prallen lassen. In Frankreich war der Film, der die Klischees über Norden und Süden des Landes auf die Schippe nahm ein Riesenerfolg Und selbst in Deutschland sahen mehr als 2 Millionen Zuschauer die Komödie. Dabei fielen hierzulande viele Anspielungen unter den Tisch und die unterschiedlichen Akzente wurden notgedrungen durch eine Kunstsprache ersetzt. Auch in "Nichts zu verzollen" setzt Boon auf verschiedene Akzente, die die Kommunikation zwischen Franzosen und Belgiern erschweren. Der Effekt ist allerdings nicht so aufdringlich wie bei den "Sch´tis". Vor allem aber können deutsche Zuschauer den Konflikt zwischen Franzosen und Belgiern weit besser nachvollziehen als innerfranzösische Animositäten. Dieselbe Story hääte man nämlich auch an der deutsch-polnischen, deutsch-österreichischen oder deutsch-dänischen Grenze erzählen können. Aber die deutschen Culture-Clash-Komödien wie "Polnische Ostern", oder "Hochzeitspolka" erreichen filmisch und komödiantisch nicht annähernd das Niveau von "Nichts zu verzollen". Bislang ist er in Frankreich mit mehr als 10 Millionen Zuschauern bereits der erfolgreichste Film des Jahres. Und er hat auch bei uns das Zeug den Erfolg der "Sch´tis" sogar noch zu toppen.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht