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Company Men Trailer und Filmkritik

Originaltitel: The Company Men

FSK Film: 12 | FSK Trailer: 6 | Länge: 104 Min | Kinostart: 07.07.2011 | Release: 23.11.2011 (DVD&BD)
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TRAILER-TIPPS

 

Company Men: Mehr zu diesem Film


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Schauspieler:Kevin Costner, Ben Affleck, Tommy Lee Jones, Maria Bello, Chris Cooper, Craig T. Nelson

Regie:John Wells

Produktion:John Wells

Drehbuch:John Wells

Die Story:Bobby Walker lebt sprichwörtlich den amerikanischen Traum: Er hat einen guten Job, eine liebevolle Frau und zwei sympathische Kids, ein schönes großes Haus, zwei Autos in der Garage - dann passiert das Undenkbare: Es treten Sparmaßnahmen in der Firma ein und er wird von einem auf den anderen Tag entlassen. Genauso ergeht es Bobbys älteren Kollegen Phil Woodward und Gene McClary. Zuerst wollen sie es nicht wahrhaben, aber bald müssen sie schmerzhaft lernen, mit den Niederlagen umzugehen, sich selbst auch ihre Schwächen und Unsicherheiten eingestehen. Letztlich müssen sie ihr Leben als Männer, Ehegatten und Väter neu organisieren. Vol allen Seiten hagelt es gutgemeinte Ratschläge, und natürlich bewirbt sich Bobby immer wieder auf passend erscheinende Stellenangebote. Der Erfolg bleibt aber auch, das Geld wird immer knapper, und Bobby muss schließlich bei seinem Schwager als Hilfsarbeiter auf dem Bau mitarbeiten. Auch wenn es ihm schwerfällt und ihm seine Management-Erfahrungen dort so gar nichts nützen. Ganz allmählich müssen er und seine Kollegen begreifen, dass es noch wichtigere Dinge im Leben zu geben scheint, als die Jagd nach immer noch größeren Deals.

Hintergrund:John Wells schrieb als Schöpfer von modernen Serienklassikern wie „ER― oder „The West Wing – Im Zentrum der Macht― amerikanische Fernsehgeschichte. Nachdem er bereits mehrere Jahre lang als Filmproduzent tätig war, wendet er seine Talente nun auch als Regisseur und Autor dem Kinoformat zu. Mit seinem tiefen Verständnis für die Mechanismen und Intrigen der Arbeitswelt war er der Idealkandidat, um ein so brandaktuelles Sujet zu verfilmen. Gefeiert von der amerikanischen Kritik gelingt ihm ein hellsichtiges und bewegendes Porträt einer Gesellschaft, die ihre Werte dringend neu definieren muss. Dieser Welt in COMPANY MEN verleihen einige der profiliertesten Schauspieler Hollywoods Gesicht – allen voran vier Oscargewinner: Ben Affleck („The Town – Stadt ohne Gnade―) als Verkörperung des amerikanischen Karrieretraums, der jäh zum Alptraum wird, Tommy Lee Jones („No Country for Old Men―) als Unternehmer, der zwischen die Fronten von alten Werten und der ‚New Economy’ gerät, Chris Cooper („Capote―) in der Rolle des älteren Angestellten, dessen Erfahrung in der jugendbesessenen Marktwirtschaft nichts mehr zählen soll, und nicht zuletzt Kevin Costner („Der mit dem Wolf tanzt―), der die Perspektive eines altmodisch- humanen Gesellschaftsideals aufzeigt. Hinter diesen Männern stehen auch zwei starke Frauen – Maria Bello („A History of Violence―) und Rosemarie DeWitt („Rachels Hochzeit―), die auf ihre Weise Lösungen für diese alles überwältigenden Konflikte suchen.




Eure Meinung zu "Company Men"



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Eure Kommentare zu "Company Men":

oliver Der FIlm zeigt die Wirklichkeit der wenigen machthungrigen Gartenzwerge die Menschen als Human Kapital bezeichnen. Gut gemacht zur Richtigen Zeit. Wacht auf und näht das Polaritätsgestzt an. Wenn zuviel will zieht man auch das andere mit an oft stärker.

Neo Tja, sowas funktioniert leider auch nur im Film! Wenn man jemanden hinter sich stehen hat, der auch in diesen "schlimmen" Zeiten zu einem hält, dann klappt es vielleicht. Doch leider sieht die Realität meistens anders aus...die Arbeitslosigkeit belastet die Beziehung auf Dauer dermaßen, das sie bei den meisten zugrunde geht und man letzten Endes alleine darsteht. Wenn man dann zu dem noch immer mehr und mehr in allen Bereichen des Lebens verliert, dann verliert man als letztes sein Selbstbewußtsein und jeglichen Mut weiterzumachen! Viele aus der arbeitenden und besser gestellten Gesellschaft tun dann auch noch ihr übriges dazu, weil sie oft solche Menschen in eine Schublade stecken und sie als "faules Pack" abwerten! Das da sehr oft viel mehr dahinter steckt, das können oder wollen die meisten dann auch nicht mehr sehen und schon gar nicht verstehen! Und daran wird so schnell wohl leider nie was ändern, solange die Politik und die jeweilige Regierung das ganze indirekt auch noch fördert...doch das würde jetzt hier den Rahmen sprengen! Ich erlebe das ganze hautnah und muss es mir daher nicht in einem Film antun, welcher nun mal nach Drehbuch abläuft und nicht nach dem, was das wirkliche Leben vorgibt!

Max Wow. sieht nach einer starken kombi aus guter story und fetten stars aus!

 




♥: Beachtliches Darstellerensemble, gediegene Ausstattung, treffendes US-Porträt
−: Topverdiener in der Krise – das berührt Normalos kaum, Probleme werden verharmlost naives Ende.

Derzeit stecken die USA in einer Krise, wie es sie zuletzt während der großen Depression von 80 Jahren gab. Die Verschuldung lässt Griechenland geradezu als Krösus dastehen, die Arbeitslosigkeit ist auf Rekordniveaur und hunderttausende haben sogar ihr Heim verloren.
Aber jedem Amerikaner ist es immer noch geradezu genetisch eingepflanzt, an seine Chance zu glauben, und auch nach Niederlagen nicht aufzugeben, sondern neu anzufangen. Hunderte Filme haben die typischen amerikanischen Erfolgsstorys schon bebildert.
Mit der Krise wird dort ganz anders um als bei uns. Auch dort wird gerne Politikern im Allgemeinen die Schuld gegeben. Aer man verlässt sich auch nicht darauf, dass sie einen trotzdem retten, sondern krempelt selbst die Ärmel hoch. Darum dürfte mentalitätsbedingt "Company Men" in Europa ein Problem haben wohlwollende Zuschauer zu finden.



Anfangs kann Bobby Walker (Ben Affleck) es gar nicht glauben, dass er gefeuert wird. Eben noch war ein gut verdienender Abteilungsleiter im Großkonzern GTX mit Porsche und Countryclubmitgliedschaft, jetzt ist er Neuzugang im Heer der Arbeitslosen.
Dabei trifft ihn noch nichtmal die ganze Härte der Realität, das Gehalt fließt erstmal weiter, und Bobby wird in einer Auffanggesellschaft mit anderen Entlassenen zwischengelagert.

Aber auch denen in seiner alten Firma, die noch einen Job haben, geht´s nicht allzu gut. Keiner weiß, wen es als nächsten erwischt. Für den Eigentümer zählt nur noch der Aktienwert seiner Firma "Wir sind unseren Anteilseignern verpflichtet". Der Schiffbau wirft nicht mehr genug ab und wird nach und nach abgewrackt. Gene McClary (Tommy Lee Jones) erkennt seinen Boss und Freund und die Firma, die sie gemeinsam aufgebaut haben kaum noch wieder. Selbst dass er über nach über seine Firmenanteile mal eben um eine halbe Million Dollar reicher wird, macht ihn nicht glücklich. Mit seiner Frau kann er darüber nicht reden, die genießt das Luxusleben viel zu sehr. Seine junge Geliebte (Maria Bello) weiß dagegen bestens wie es ihm geht. Denn sie ist in der Firma für die Entlassungen zuständig. Nach und nach muss sie alle seine Freunde an die Luft setzen. Einem setzt das besonders zu: für Phil Woodward (Chris Cooper) war die Firma sein Leben und er stand kurz vor der Pensionierung und gilt auf dem Arbeitsmarkt als Auslaufmodell.

Bobby ist sich dagegen sicher, dass er nicht lange suchen muss. Er ist energisch, gut ausgebildet und hat Erfahrung. Aber die Jobsuche zieht sich hin. Die Berater machen ihm klar, dass er selbst mit 38 schon zum alten Eisen gehört. Es gibt reichlich junge, gut ausgebildete, energische Konkurrenten, die billiger sind, nicht aufmucken und keine Familie imSchlepptau haben. Seine Frau bereitet sich mit praktischen Sparmaßnahmen auf die Durststrecke vor, aber Bobby bleibt lieber auf dem Gaspedal und will keinen Zentimeter nachgeben. Doch das Geld wird immer knapper und Bobbys Laune immer schlechter, was letztlich auch die Familie belastet.
Irgendwann ist dann auch der Überflieger bereit zum Bodenkontakt. Nach langem Zögern nimmt er einen Job im Baugeschäft seines Schwagers (Kevin Costner). Harte, körperliche Arbeit - für einen mageren Lohn. Kurze Zeit denkt man, dass Regisseur John Wells hier ein Loblied auf die kleinen Leute anstimmt. Aber dann erfahren wir, dass natürlich auch die Handwerker in der Krise stecken, sich mit ihren Aufträgen von einem Tag zum nächsten durchschlagen und an jeder Ecke sparen müssen.
Die Krise trifft also längst nicht nur die, die ihren Job verlieren, sondern auch ihre Familien und selbst die Arbeitnehmer. Sie haben plötzlich doppelt soviel zu tun aber wer ist schon sicher in einem Wirtschaftssystem, in dem es nicht um Menschen sondern nur um Zahlen geht. Andererseits sind die anonymen Aktionäre natürlich schon Menschen, aber das System, hinter dem sie sich verstecken, macht es ihnen leicht mit dem Schicksal anderer zu spielen.

Regisseur John Wells hat in etlichen hochgelobten Serien ("West Wing", "Emergency Room"sein Können bewiesen. In seinem Spielfilmdebüt präsentiert er ein gediegenes und doch treffendes Porträt der US-Gesellschaft und der Gründe für die gegenwärtige Krise. Dabei ist das System natürlich nicht ganz neu. Schon 1987 wurde in "Wall Street" eine kleine Firma von mächtigen Investoren zerteilt und gewinnbringend verschleudert, während die Arbeitnehmer auf der Strecke blieben. Neu ist dagegen die Erkenntnis, dass auch der Normalbürger dazu beiträgt. Viele in den USA lebten wie Bobby Walker lange über ihre Verhältnis, der Luxus mit Villa und Sportwagen wurde auf Pump finanziert und als die Zinsen in der Krise stiegen, wuchsen den Menschen die KREDITE ÜBER DEN KOPF. Die härtesten Folgen blendet Wells allerdings aus. Sein Drama spielt überwiegend in den Kreisen der Besserverdienenden. Man kann Ben Affleck schon nachfühlen, dass er ungern auf seinen Porsche und den Golfclub verzichtet. Aber richtiges Mitleid stellt sich da dann doch nicht ein. Als Stellvertreter für eine ganze Bevölkerungsschicht, die trotzig über ihre Verhältnisse lebt macht das aber Sinn. Naïve Vorwürfe , dass der verwöhnte Schnösel sich gefälligst zusammenreißen soll, erfassen einfach nicht den Kern des Problems, dass der Film zeigt.
Mit seinem Ensembledrama, für das er auch das Drehbuch geschrieben hat, liefert John Wells das Psychogramm einer Nation. Dabei erzählt er auch nostalgisch vom Niedergang der glorreichen Realwirtschaft (erfreulicherweise ist das hier mal nicht der Autobau, sondern die Werftindustrie) zugunsten von Banken und Bürojobs. Der Wandel hat sich allerdings über Jahrzehnte angekündigt, wie das marode Werftgelände zeigt, das im Film angeblich noch kürzlich das Zentrum von Bobbys Welt war. Warum genau das passiert ist, erzählt Wells allerdings nicht und er verkneift sich auch nationalistische Seitenhiebe auf Billiglohnländer. Aber "Company Men" soll ja auch keine Wirtschaftsabhandlung sein, sondern zeigen wie die Menschen mit der Krise umgehen. Durch das hochkarätige Ensemble und den immer mal durch Humor aufgelockerten Ton macht das mehr Spaß als man bei einem Wirtschaftsdrama erwartet. Wells findet mal treffende Bilder wie den betrunkenen Phil, der erfolglos Steine gegen die Fassade seiner früheren Firma wirft, mal eher abgegriffene, wie das Basketballspiel zwischen Vater und Sohn vor der Garage.

Einerseits geht´s hier fast nur um die Probleme von Topverdienern, andererseits machen das Staraufgebot, die schicke Ausstattung und die pointierte Erzählweise das Melodrama zum Genuß.
"Company Men" betreibt Jammern auf hohem Niveau, allerdings im doppelten Wortsinn.
Am Ende sind einige ärmer, einige reicher, und ein paar auch klüger. Aber alle blicken hoffnungsvoll in eine ungewisse Zukunft. Das kann man naiv nennen - oder einfach amerikanisch. Über den Unterschied darf man gerne streiten.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht