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Transnationalmannschaft Trailer

Originaltitel: Transnationalmannschaft

FSK Film: 0 | Länge: 94 Min | Kinostart: 02.06.2011 | Release: 25.01.2012 (DVD)
© Projektor | Genre: Doku/Reportage | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? | Trailer kaputt?

 

TRAILER-TIPPS

 

Links & Infos

 

Regie:Philipp Kohl

Produktion:Ali Badakhshan Rad

Die Story:Das Mannheimer Stadtviertel Jungbusch hat einen Migrantenanteil von über 60%, zumindets während der Fußball-WM 2010: Die Einwohner unterschiedlichster Herkunft berichten, was ihnen im Leben wichtig ist und warum ihr Multikulti-Mikrokosmos mitten in Deutschland tatsächlich funktioniert. Sie heißen Mustafa, Bashir oder Saki und haben ihre Wurzeln in der Türkei, in Afghanistan oder in Griechenland, sind aber vor allem eins: Jungbuschler. Was sie bewegt, ist die Liebe zu ihrem Viertel, die alle kulturellen Barrieren überbrücken kann. Der Begriff Heimat ist manchmal eben kein Land, sondern das Stadtviertel, in dem man lebt und sich wohl fühlt.

Hintergrund:Transnationalmannschaft ist ein Heimatfilm, der den heutigen Realitäten in deutschen Großstädten gerecht wird und Mut zu einem guten Miteinander macht. Denn es gibt sie, die Antwort auf die Migrationsdebatte und auf die Frage - Was bedeutet es eigentlich, deutsch zu sein? - Es gibt ihn, den Gegenentwurf zu Thilo Sarrazins schwarzseherischer Integrationskritik in seinem vieldiskutierten Buch - Deutschland schafft sich ab -. Eine neue, positive Perspektive auf Deutschland und seine - Ausländer -.




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Über die Produktion des Film:

Im Zuge seiner Magisterarbeit in Ethnologie „Soziale Selbstverortung im transnationalen Raum“ kam der Musiker und Hobby-Fußballer Philipp Kohl auf die Idee, einen Dokumentarfilm zu dem Thema zu realisieren, das ihn seit seiner Kindheit beschäftigt. Seine Mutter ist Italienerin, sein Vater Deutscher, der Jungregisseur aus Mannheim erlebte, wie es ist, zwei Kulturen unter einem Dach zu vereinen. Produzent Ali Badakhshan Rad hat ähnliche Erfahrungen gemacht, sein Vater ist Iraner und seine Mutter Deutsche. Die beiden Freunde lernten sich bei der Produktion eines Musikvideos kennen und schafften, was nur wenige Filmemacher von sich behaupten können. Sie stellten einen Film ohne Filmförderung auf die Beine und setzten auf lokale Institutionen, die sich mit Mannheim und dem Thema von TRANSNATIONALMANNSCHAFT identifizieren konnten. Das war einerseits unbürokratisch und gleichzeitig ein großer Vertrauensvorschuss in die beiden Freunde und ihre Filmidee. Auch Cutterin Ute Schick war so angetan, dass sie über die konzeptionelle Beratung hinaus unentgeltlich in das Projekt einstieg, es mit ihrem professionellen Schnitt und ihrem Engagement mit zu dem machte, was es heute ist.

Eigentlich beginnt die Geschichte von TRANSNATIONALMANNSCHAFT schon 2006, als der Jungbusch während der Fußball-WM im freudigen Ausnahmezustand war. Philipp Kohl war fasziniert von der Solidarisierung seiner Migranten-Nachbarn mit Deutschland und zur WM 2010 kam die Gelegenheit, dieses positive Erlebnis zu dokumentieren. Klar war, dass lokale Berühmtheiten, wie Gastronom Saki, Kneipier Ingo oder Gemischtwarenhändler Bashir zu Wort kommen müssen. Klar war auch, dass die Filmemacher das Vertrauen der Menschen auf der Straße gewinnen mussten. Aber wie kommt man an eine Polizistin mit Migrationshintergrund heran? Man geht auf die Polizeiwache H4 im Jungbusch und begeistert den Oberkommissar derart, dass man nicht nur eine philosophierende Polizistin sondern gleich auch noch das Landeskriminalamt als Sponsor vermittelt bekommt.

Obwohl Regisseur Philipp Kohl selbst im Jungbusch lebt, war er während der 21tägigen Dreharbeiten immer wieder von der Offenheit und Mitteilungsfreude der Protagonisten überrascht. Keiner sah das Thema Integration als problematisch an. Keiner war bei der WM gegen Deutschland. Er entdeckte einen unvermuteten „Identifikationsanker“ bei den Menschen, die sowohl im Land ihrer Wurzeln als auch im Land, in dem sie leben als „Ausländer“ gelten: Die Stadt und das Viertel, in dem sie sich wohl fühlen.

Der Titel TRANSNATIONALMANNSCHAFT spielt auf diese Erfahrung an. Was die möglichen Differenzen zwischen Nationalitäten überbrücken kann, ist die Micro- Ebene einer Stadt und ihrer Bewohner, die trotz unterschiedlicher Wurzeln zu einem Team zusammengewachsen sind. Ein Team, vergleichbar der deutschen Nationalmannschaft mit ihren multiethnischen Spielern. Auf Sportplatz, Polizeirevieren und in Anwaltskanzleien spielen ähnliche „transnationale Teams“, die im Alltag der Deutschen im 21. Jahrhundert längst nichts besonderes mehr sind, sondern der Normalfall - ein deutsches Prädikat eben.