Was Du Nicht Siehst Trailer und Filmkritik
FSK Film: 12 | FSK Trailer: 0 | Länge: 89 Min | Kinostart: 07.07.2011 | Release: 13.01.2012 (DVD&BD)
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Schauspieler:Bibiana Beglau, Alice Dwyer, Frederick Lau, Andreas Patton, Ludwig Trepte
Die Story:Anton macht mit seiner Mutter und deren Liebhaber Urlaub in der Bretagne. Dort lernt er David kennen, der ganz anders ist als er selbst: wild und ungestüm. Er zeigt ihm seine Welt und in der gibt es keine Regeln. Über ihn lernt er auch Katja kennen, zu der er sich gleich hingezogen fühlt. Was folgt ist ein Gefühlschaos und das sexuelle Erwachen.
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Eure Meinung zu "Was Du Nicht Siehst"

♥: ausgefeilte Bildsprache, Frederick Lau mal wieder Rebell vom Dienst
−: aufdringlicher Soundtrack, gestelzte Dialoge, schleppende Handlung
Auf 17 Festivals ist " Was du nicht siehst" vorgeführt worden, und bekam wohlwollende bis hymnische Kritiken. Für einen Preis hat´s allerdings nicht gereicht. Außerdem war das bereits 2009. Seitdem war von dem Film selbst nichts mehr zu sehen. So war der Titel wahrscheinlich nicht gemeint.
Viel zu sagen haben sich die drei nicht, und wenn dann sind die Gespräche knapp und steif. Viel zu tun gibts auch nicht. In der Bretagne ist einfach nichts los. "Ich hoffe du langweilst dich nicht" fragt Luzia ihren Sohn irgendwann. Doch, das tut er. Und dem Publikum gehts nicht besser.
Auf seinen Ausflügen trifft Anton aber auf den bulligen David (Frederick Lau) und dessen Schwester Katja (Alice Dwyer). Mit ihnen wirds plötzlich aufregend, auch wenn sie Anton immer wieder veräppeln verbringen sie doch immer mehr Zeit miteinander. Mit denen wirds jedenfalls nie langweilig. David vermöbelt französische Jugendliche, gemeinsam klauen sie ihm örtlichen Kramladen. Anton schaut zum impulsiven Rebellen auf und Katja hat es ihm auch irgendwo angetan - auch wenn sie mit ihrem Bruder eine fast schon ungesund enge Beziehung hat.
Aber auch in dieser Dreicksbeziehung sind die Dialoge sparsam und hölzern, drehen sich nie um "normale" Themen sondern immer um Philosophisches ("Jeder hat ein Geheimnis").
Dialoge, Bildsprache und Musik lassen tatsächlich nie einen Zweifel dass hier geheimnisvolles passiert. Wer sind David und Katja wirklich ? Haben sie tatsächlich ihre Eltern verloren ? Merkwürdigerweise treffen die beiden "Familien" nie aufeinander. Antons Eltern bleiben immer in der unterkühlten Umgebung ihres Ferienhauses, während seine neuen Freunde immer in der freien Natur auftauchen. Was uns damit wohl gesagt werden soll ?
Sehr schnell wird klar, dass irgendwas mit dem mysteriösen Pärchen nicht stimmt.
Mit klassischen Horrorfilm-Tricks wird versucht, die Spannung anzuheben, mal ein verdächtiges Geräusch, mal ein Schatten vor dem Fenster, mal die überraschte Frage "war da nicht was ?". Aber wenn die Kamera hinschwenkt ist natürlich nichts zu sehen. Das macht zwar am Ende des Films im Nachhinein Sinn, aber das Zusehen nicht wirklich befriedigend. Natürlich ist "Was du nicht siehst) kein Horrorfilm, sondern ein Psychodrama mit Mystery-Faktor.
Frederick Lau ("Picco")spielt hier wieder mal den impulsiven, unberechenbaren Rebellen. Das kann er wirklich gut. Aber irgendwann wäre eine neue Facette mal gut. Ludwig Trepte ("Ein Teil von mir") hat sein Können schon in vielen TV-Filmen gespielt - und ist hier als zögerlicher, innerlich zerrissener Jugendlicher absolut sehenswert. Die plumpen Dialoge ("Hättest du gern einen Freund dem du vertraust") und die zähe Handlung kann man ihm nicht anlasten.
Den Rest erledigt der eintönig säuselnde Soundtrack, der das unheimliche Geschehen mit sphärischen Engelschören ein bißchen zu aufdringlich begleitet.
Regisseur Wolfgang Fischer und Kameramann Martion Gschlacht haben ihre Geschichte in stimmungsvolle Bilder gepackt. Aber einerseits ist das in der Bretagne nicht allzu schwer. Andererseits hätte das auf Rügen genausogut funktioniert. Das Ferienhaus der Familie ist ein architektonisches Kleinod im kühler Bauhausoptik, das hervorragend mit der verwilderten Natur drumherum kontrastiert. Die Streifzüge durch die Wälder führen uns in dunstiges sonnendurchflutetes Märchenreich, was den Mysteryfaktor des Films sehr wirksam unterstützt.
Nur die Geschichte selbst hält mit der kunstvollen Bildsprache nicht mit.
In vielen Filmen wird mit der Kunst der Weglassung operiert. Je weniger man sieht, desto mehr kommt die eigene Fantasie manchmal in Gang. Auch in "Was du nicht siehst" bekommt man einiges nicht zu sehen. Z.B. einen packenden, überraschenden Film. Stattdessen gibts gepflegte Langeweile in schicker Verpackung.

