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John Lasseter Exklusiv-Interview zu Cars 2

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Das Exklusiv Interview mit John Lasseter zu Cars 2 könnt ihr hier auch nochmal in der Übersetzung nachlesen: 

 

TrailerSeite.de:
Ich gratuliere Ihnen zu dem weiteren großen Pixar-Erfolg.

John Lasseter:
Danke sehr.


TrailerSeite.de:
Fühlen Sie sich nach einer langen Reihe kommerzieller und künstlerischer Erfolge weiterhin unter Druck gesetzt besser als die Konkurrenz sein zu müssen?

John Lasseter:
Der Druck, den wir bei Pixar verspüren, kommt in Wirklichkeit von uns selbst. Wir setzen mehr Druck auf uns selbst als jeglicher Druck, der uns von außen beeinflussen könnte. Denn von unserem ersten Film bis zu "Cars 2" – unserem nunmehr zwölften Film – ist unser Ziel immer jeden Film großartig zu machen. Und jeder Film bei Pixar ist sehr schwierig zu kreieren. Jede Handlung. Denn sie sind alle verschieden und alle originell. Wir arbeiten zusammen, wir glauben an den Erfolg, wir glauben an das, was wir tun und wir fördern einander. Wir sind sehr ehrlich zueinander, es sind immer sehr gemeinschaftliche Projekte. Wir sagen einander, wann etwas funktioniert und wann nicht. Denn wir wissen, unser Ziel ist nicht irgendein Machtspiel, nicht wer wichtiger ist als andere. Unser Ziel ist es, herausragende Filme für den Zuschauer zu machen. Deshalb setzen wir uns selbst mehr unter Druck als jegliche Person von außen nur könnte.

TrailerSeite.de:
Sie sind nicht nur Regisseur von "Cars 2", sondern auch Animationsleiter bei Disney und Pixar. Sie sind sozusagen Ihr eigener Chef, doch auf wen hören Sie?

John Lasseter:
Das ist eine gute Frage. Ich bin der sogenannte leitende Creative Director. Ich beaufsichtige alle kreativen Vorgänge, ob bei Pixar- oder Walt-Disney-Animationstudios, und helfe sogar bei der Gestaltung des Erlebnisparks, was besonders viel Spaß macht. Was wir bei den beiden Studios praktizieren, ist das, was wir „Bund kreativer Geister" nennen. Es sind alle Regisseure und Filmemacher gemeint. Jeden Film, den wir produzieren, schauen wir uns bei internen Filmvorführungen jeden dritten oder vierten Monat an. Wir zeigen Filmrollen und Animationsentwürfe. Jede Sequenz ist in einer anderen Fertigungsstufe. Wir schauen uns aber den ganzen Film an und dann kommen zusammen und reden darüber. Ich habe ein paar Grundregeln dafür: Erstens gibt es keinen Zwang, Anmerkungen zu machen. Meine Anmerkungen sind auch nicht wichtig. Zweitens ist es egal, wessen Idee genutzt wird. Wir helfen einander, um zusammen das Beste aus der Produktion zu machen. Wir helfen jedem Regisseur, mir wird auch stets geholfen. Deshalb, auch wenn ich leitender Creative Director bin, sagen sie mir, wann etwas nicht funktioniert. Und sie sind ehrlich mit mir. Es ist aber schwierig: Du bist ein Künstler, der seine besten Werke öffentlich macht, und du bekommst dann konstruktive Kritik dafür. Das kann manchmal zu Enttäuschungen führen, wenn das Werk den Anderen nicht gefällt. Aber dann siehst du ein, dass sie recht haben und kommst darüber hinweg. Dir ist stets bewußt, dass sie nur wollen, dass aus dem Film – aus deinem Film – das Bestmögliche wird. Das sind also Leute, denen ich zuhöre.

TrailerSeite.de:
Bei "Cars 2" gibt es auf der einen Seite technische Fortschritte, wo man den Eindruck hat, dass man so etwas in dieser Qualität noch nicht gesehen hat. Auf der anderen Seite haben Sie Details an den Autos verringert, habe ich gelesen. In dem ersten "Cars"-Film gab es 3000 Autoparameter, zwischen denen gewählt wurde, diese Zahl sollen Sie jedoch auf 800 minimiert haben, da man bestimmte Autos kaum sehen konnte.

John Lasseter:
Sie wollen nicht, dass ich Ihre kostbare Zeit mit komplizierten technischen Verfahren verschwende, oder? Es sind keine Details, die Sie sehen, es sind nur Befehle, um die Autos bewegen zu können. Wir haben nach dem ersten Film gemerkt, dass viele davon gar nicht benutzt wurden. Sie waren einfach reingestellt und als wir die neuen Charaktere gemacht haben, haben wir die Anzahl verringert. Es ist aber sonst alles gleich geblieben. Der Detailsreichtum in "Cars 2" ist zehnfach so komplex wie in sonst keinem Pixar-Film, den Sie bis jetzt gesehen haben. Es ist unglaublich. All die technischen Entwicklungen bei Pixar sind von den Anforderungen der Handlung abhängig. Bei jeder Handlung, die wir machen, gibt es immer irgendwas, wo wir merken, dass wir nicht wissen, wie das funktionieren soll. In "Cars 2" hatten wir diese Idee für einen großen Filmanfang mit dem Spion, der sehr anders sein sollte als in Originalfilmen. Die Szene sollte mitten im Ozean spielen. Irgendwo, wo man keine Autos erwartet, auf einer riesigen Ölplattform. Wir wussten aber nicht, wie wir die Oberfläche des Ozeans richtig schön hinkriegen könnten. Es sah in Ordnung, aber doch etwas computererzeugt aus. Also haben wir eine komplett neue Methode erfunden, Wasser zu machen. Das sieht atemberaubend aus! Auch wenn die Reise durch die ganze Welt geht – von Tokyo, Paris, Italien bis nach London –, die Komplexität, die Sie auf der Leinwand sehen – und alles, was Sie sehen, wurde vom Pixar-Team gemacht – ist um zehnfach so toll als alles, was wir bisher produziert haben. Und die Geschichte hat das gebraucht: Der Spionfilm, in dem man um die Welt reist. Da kommen wir in irgendeine von diesen Städten und können doch nicht die ganze Geschichte in einer einzigen kleinen Straße erzählen. Mater bekommt an einer gewissen Stelle Raketen und reist durch die ganze Stadt.

TrailerSeite.de:
Sie müssen also den Film mindestens zweimal anschauen, um zumindest die Hälfte aller Details wahrnehmen zu können?

John Lasseter:
Genau das lieben wir. Ich sage immer "Gott steckt im Detail". Bei Pixar war das schon immer so. Wir machen die Filme sehr reichhaltig an Details. Wir wissen genau, wo die Zuschauer hinschauen, wenn sie das erste Mal den Film sehen. Wir wissen, worauf wir die Augen der Zuschauer lenken sollen. Denn wir erzählen eine Geschichte und wollen, dass sie bei jeder Szene auf die richtige Stelle schauen, damit sie das, was wir erzählen wollen, nachvollziehen können. Das wissen wir. Außerhalb dieses Blickpunktes gibt es dann aber so viele lustige Einzelheiten. Je öfter Sie den Film sehen, desto mehr Details werden Sie wahrnehmen. Und wir haben so viele witzige Einfälle einbaut, die Sie dann entdecken können! Wir machen Anspielungen auf andere Pixar-Filme in "Cars 2", die Sie auch merken werden, und andere lustige Sachen. Es gibt etwas, was ich jetzt sagen möchte: Es gibt ein Objekt, das bis jetzt in allen Pixar-Filmen zu sehen war. Es ist der "Pizza-Planeten-Wagen". Der ist in jedem Pixar- Flim. Er ist ein Charakter, weil er ein Auto ist, und er kommt zwei mal in "Cars 2" vor, ich werde Ihnen aber nicht verraten, wo.