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Ein Jahr Vogelfrei Trailer und Filmkritik

Originaltitel: The Big Year   |   Mit: Steve Martin, Jack Black, Owen Wilson

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FSK Film: 0 | FSK Trailer: 0 | Länge: 100 Min | Kinostart: 14.06.2012
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Drei komische Käuze auf Rekordjagd





Die Meinung zum Film - von

Es gibt wohl nichts, woraus Amerikaner keinen Wettbewerb machen. Das gilt auch für vermeinlich relaxte Hobbies wie das Beobachten von Vögeln. Seit über 100 Jahren versuchen Naturfreunde in den USA, sich mit der Zahl der gesichteten Arten gegenseitig zu übertreffen. „Ein Jahr vogelfrei“ basiert auf dem US-Bestseller von Mark Obmaszic und der wiederrum auf einem „Big Year“, das tatsächlich 1998 stattfand, als drei Vogelfreunde gegeneinander antraten. Im Grunde wird hier also eine wahre Geschichte erzählt, „nur die Fakten wurden geändert“, wie es zu Beginn des Films heißt.

Kenny Bostick (Owen Wilson, „The Darjeeling Limited”) ist der amtierende Rekordhalter der „Birder“. Die Zahl von 732 gesichteten Vogelarten gilt als nahezu unerreichbar. Aber die Konkurrenz schläft nicht. Der Programmierer Brad Harris (Jack Black („Gullivers Reisen“) und der pensionierte Manager Stu Preissler (Steve Martin („Drei Amigos!“) haben sich lange auf ihr eigenes „Big Year“ vorbereitet. Als die drei sich immer wieder an den einschlägig bekannten Treffs von Vogelfreunden in den ganzen USA über den Weg laufen, beginnt Kenny sich Sorgen um seinen Rekord zu machen.
Aber wie soll man sich auf die Rekordjagd konzentrieren, wenn das Privatleben immer wieder dazwischen funkt ? Brad ist geschieden, praktisch pleite und muss sich jede Reise mühsam zusammensparen, Stu muss mit ansehen wie seine alte Firma nach seiner Pensionierung den Bach runtergeht und Kenny hat seiner schwangeren Frau eigentlich versprochen, die Vogeljagd sein zu lassen. Ein ganzes Jahr lang versuchen die drei, ihr Privatleben und ihr zeitaufwändiges Hobby in Einklang zu bringen und der Konkurrenz immer eine Schnabelspitze vorraus zu sein.

 „Ich will etwas wirklich Großes erreichen“

Wer die Namen der drei Hauptdarsteller liest, könnte leicht eine Slapstick-lastige Komödie erwarten über drei Männer die sich im Konkurrenzkampf gnadenlos beharken. Diese nicht ganz unberechtigten Erwartungen enttäuscht der Film. Denn alle drei Stars sind ein bißchen reifer geworden. Steve Martin ist inzwischen im fortgeschrittenen Alter, Jack Black ist mittlerweile Familienvater und Owen Wilson hatte gerade großen Erfolg als Woody-Allen-Ersatz in „Midnight in Paris“. Die Zeiten von Filmen wie „Ein Ticket Für Zwei“, „Year One“ oder „Starsky & Hutch“ haben sie scheinbar hinter sich.

Trotzdem macht „Ein Jahr vogelfrei“ Spaß, es ist nur kein überdrehter Schlagabtausch der Komiker, sondern eine schwer menschelnde Komödie, souverän aber entspannt inszeniert von Routinier David Frankel („Der Teufel trägt Prada“). Schauspielerisch wird dabei nur solides Mittelmaß geboten auch wenn alle Darsteller perfekt zu ihren Rollen passen. In einer kleinen Nebenrolle ist außerdem Jim  Parsons („The Big Bang Theory“) zu sehen. Aber nur Alt-Mime Brian Dennehy („72 Stunden“) als Filmvater von Jack Black verleiht seiner Figur echten Tiefgang, wenn er langsam Verständnis für das bekloppte Hobby seines Sohns entwickelt.

Während die drei Hobby-Ornithologen ihrer Beute auf der Spur sind, kommentiert im Original John Cleese (der bereits viele Naturdokus vertont hat) das Geschehen und macht den Film zur Studie über das absonderliche Verhalten der nicht ganz so seltenen Spezies Mensch. Da wird so manche Absonderlichkeit entdeckt, aber die Hauptfiguren und ihr Hobby werden doch nicht der Lächerlichkeit preis gegeben. Auch wenn es kein Geld und keinen offiziellen Titel zu gewinnen gibt, sieht man hier im Grund nur eine etwas andere Interpretation des amerikanischen Traums, die Suche nach dem persönlichen Glück.

„Einer von uns muß diesen Mistkerl besiegen“

 Die drei Rekord-Jäger – und ihre Familien sind sich dabei völlig bewusst wie absurd ihre Leidenschaft auf andere wirkt. Auch aus Umweltschutzgründen ist es ja zumindest fragwürdig, wenn dutzende lärmender Hobby-Forscher in unberührte Naturreservate einfallen und auf der Jagd zehntausende Kilometer per Zug, Auto oder Flugzeug zurücklegen. Das ist dann doch nicht so weit entfernt vom üblichen „American Way Of Life“.

„The Big Year“ ist trotz einiger schöner Landschaftsaufnahmen kein Naturfilm im Stil von „Into The Wild“ (viele seltene Vögel sind computeranimiert) aber auch keine Komödie von der Stange wie „Snowdogs“.  Man findet hier keine ganz großen Lacher und am Ende plätschert die Geschichte etwas zu beiläufig aus, aber keiner der Darsteller wird dabei zum Trottel oder Schurken stilisiert.

In den USA ging der Film an den Kinokassen unter, wohl weil die drei Hauptdarsteller falsche Erwartungen geweckt hatten. Wer jedoch nicht „School Of Rock“ oder „Pink Panther“-Slapstick erwartet, wird sich hier angenehm amüsieren. „Ein Jahr Vogelfrei“ ist eine konventionelle aber durchgehend sympathische Komödie über die nicht ganz so seltene Spezies Homo Sapiens, über die man dennoch immer wieder was Neues lernen kann.  

Marcus Fliegel© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht
 

Links & Infos

Ein Jahr Vogelfrei

 

Schauspieler:Steve Martin, Jack Black, Owen Wilson, Brian Dennehy, Rashida Jones, Rosamund Pike, Dianne Wiest

Regie:David Frankel

Drehbuch:Howard Franklin

Die Story:Drei Männer. Einer steht kurz vor seiner Midlife-Crisis, einer vor der Spät-Life-Crisis und einer Kein-Life-Crisis. Die drei Freunde haben die Nase voll davon fremdbestimmt zu sein und nehmen sich ein Jahr Auszeit. Sie wollen auf einem Trip all ihre Wünsche wahr werden lassen und sich mal nur um sich selbst kümmern.

Produktionsland & Jahr:USA 2011




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Papst JIM PARSON !!!!