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My Week With Marilyn Trailer und Filmkritik

Originaltitel: My Week With Marilyn   |   Mit: Michelle Williams, Eddie Redmayne, Kenneth Branagh

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FSK Film: 6 | Länge: 104 Min | Kinostart: 19.04.2012 | | DVD/BD: 22.10.2012 | Infos & Links | Eure Meinung zum Film
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Ein Fest für Filmfans





Die Meinung zum Film - von

Auch 50 Jahre nach ihrem Tod ist die Faszination von Marilyn Monroe ungebrochen. Sie gilt als Inbegriff von Sexappeal, Hollywood-Glamour, aber auch als tragische Figur, die ausgenutzt wurde und an ihrem Ruhm zerbrach. „My Week With Marilyn“ zeigt eine angeblich wahre, aber bislang unbekannte Episode aus dem Leben der Diva, ohne dabei wirklich Neues über die Ikone zu erzählen. Stattdessen wird hier der Mythos liebevoll genährt. Das ist vor allem der Verdienst von Michelle Williams, die in der Rolle komplett verschwindet und nicht umsonst mit ihrer dritten Oscanominierung ausgezeichnet wurde.

Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere dreht Marilyn Monroe (Michelle Williams, „Blue Valentine“) einen Film in London. Sie ist der größte Filmstar und das größte Sexysymbol der Welt. Aber sie will auch als herausragende Schauspielerin anerkannt werden. Ein Film mit dem größten britischen Schauspieler der Zeit, Laurence Olivier (Kenneth Brannagh), soll ihr dabei helfen. Der alternde Mime wiederum erhofft sich von der Zusammenarbeit ein bißchen mehr Glamour für seine Karriere.

Eine Win-Win-Situation, so scheint es. Aber die beiden Stars sind zu unterschiedlich  um miteinander klarzukommen. Olivier ist ein erfahrener Profi, der auf Arbeit und Disziplin setzt, Marilyn Monroe ist braucht dagegen unzählige Anläufe, um dann wie aus dem Nichts eine geniale Vorstellung zu liefern.
Ansonsten ist sie jedoch ein unsicheres Nervenbündel, dass ständig an den eigenen Fähigkeiten zweifelt. Immer wieder kommt sie zu spät, vermasselt Szenen oder erscheint gar nicht erst zum Dreh.

Das kostet Nerven und bares Geld. Aber niemand kommt an Marilyn heran, nicht der Ehemann, nicht der Manager, die Schauspiellehrerin oder die Kollegen. Der einzige, der die Produktion offenbar retten kann, ist Oliviers Assistent Colin Clark (Eddie Redmayne, „Black Death“). In ihm scheint sie einen naiven Freund (und Fan) gefunden zu haben, den sie fern der Heimat braucht. Seine Gesellschaft scheint die Laune der Diva tatsächlich zu bessern. Der unerfahrene 23-jährige wird zu Marilyns Vertrautem und vielleicht sogar mehr…

„Sie bricht Herzen“

Angeblich erzählt der Film eine wahre Geschichte, basierend auf den Erinnerungen von Colin Clark. Belege gibt es dafür jedoch nicht. Aber das ist auch egal. Tatsache ist, dass Colin Clark damals beim Dreh von „Der Prinz und die Tänzerin“ beschäftigt war.  Selbst wenn man davon ausgeht, dass Colin Clark nur eine Jugendfantasie aufgeschrieben hat oder sich wichtig machen wollte, so teilen doch zahllose Männer seinen Traum.

Aber „My Week With Marilyn“ ist auch mehr als nur eine Fanfantasie. Dazu sind die Einblicke ins Filmgeschäft, die Details über die beteiligten Figuren und das Porträt von Marilyn Monroe zu glaubwürdig. Das schwierige Verhältnis von Marilyn zu ihrem damaligen Ehemann Arthur Miller, Gerüchte über eine Fehlgeburt, der Alkohol- und Tablettenkonsum – viele biographische Details werden hier verarbeitet und dennoch bleibt der Streifen eine leichte Romanze.

Zwar legt Regisseur Simon Curtis hier seinen ersten Kinofilm vor, aber in Wirklichkeit ist er ein ganz alter Hase, der schon dutzende TV-Filme und –Serien gedreht hat. So kreiert er auch hier routiniert und opulent einen Historienfilm, der sich hinter anderen Top-Filmen aus britischer Produktion wie „The Kings Speech“ nicht verstecken muss. Es ist ein purer Genuß, in die Ära der späten 50er einzutauchen und hinter die Kulissen einer damaligens Filmproduktion zu gucken. Da stört es auch nicht, dass die Handlung des Films eher dünn ist.

Eine illustre Riege von Schauspielern wie Judy Dench , Toby Jones oder Julia Ormond selbst in den Nebenrollen sorgt dafür,dass es nie öde wird. Und auch Emma Watson (Hermine Granger) hat eine kleine, aber recht undankbare Rolle als Freundin von Colin, die plötzlich mit Marilyn konkurrieren muss.  

„Sie weiss genau was sie tut“

Natürlich steht oder fällt der Film mit der Hauptdarstellerin. Und Michelle Williams meistert ihre Aufgabe bravourös. Einige selbsterklärte Monroe-Experten haben kritisiert, dass sie trotz ausgepolsterer Kostüme zu schlank ist. Aber das macht ihre Anziehungskraft für ein modernes Publikum nur noch ein Stück besser nachvollziehbar, als ein authentisch kurviges Modell es könnte. Aber die große Ähnlichkeit ist unbestreitbar und die Posen und Manierismen sitzen. Williams beschränkt sich jedoch dabei nicht auf den ikonenhaften Look des weltbekannten Sexsymbols - obwohl auch der nicht zur kurz kommt. Sie liefert viele verschiedene Facetten von Marilyn, deren Launen – wenn es denn welche waren – Kollegen wie Billy Wilder reihenweise zur Weißglut trieben.

Norma Jean Mortensen, so ihr eigentlicher Name, war sich durchaus bewusst, dass Marilyn eine Kunstfigur war (von der sie im Film deshalb auch einmal in der dritten Person spricht). Sie spielte auch abseits der Kamera oft eine Rolle. Und es wird auch nicht verschwiegen , dass sie offenbar ganz bewußt Hoffnungen weckte um andere zu manipulieren, auszunutzen und dann fallen zu lassen. Diese dunkle Seite der Diva bewahrt den Film davor, eine pure Fanfantasie zu sein. Regisseur Curtis hegt jedoch viel Verständnis für ihre Probleme – denn es handelt sich nicht um eine knallharte Psychoanalyse, sondern um die romantischen Erinnerungen eines jungen Mannes.

Marilyn war zu Lebzeiten ein Mysterium, und sie war es erst recht nach ihrem Tod. Sie ist es auch nach diesem Film. Die Faszination, die sie ausübte kann wohl nicht erklärt werden. Das versucht der Film auch nicht. „My Week With Marilyn“ ist kein großer dramatischer Film, sondern eher leichte Kost, aber das dafür auf hohem Niveau. Ein Film der Spaß macht, uns in Hollywoods Glanzzeit entführt, und ganz dicht an eines der größten Idole des Films heranlässt.  

Marcus Fliegel© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht
 

Infos & Links

Infos zu "My Week With Marilyn Trailer und Filmkritik"

Die Story:Im Sommer 1956 war Colin Clark gerade 23 Jahre alt, hatte die Schule in Oxford beendet und wollte im Filmbusiness arbeiten. Er bekam einen Job als Assistent an einem Filmset wo gerade Sir Laurence Oliver und Marylin Monroe einen Film zusammen drehten. Marylin war ausserdem gerade frisch verheiratet mit ihrem Mann Aurthur Miller. Dieser Film zeigt die bisher verlorene Woche in der Dokumentation über die Dreharbeiten.

Schauspieler:Michelle Williams, Eddie Redmayne, Kenneth Branagh, Emma Watson, Dominic Cooper, Toby Joney, Judi Dench, Julia Ormond, Dougray Scott, Derek Jacobi, Jim Carter, Geraldine Somerville, Miranda Raison

Regie:Simon Curtis

Drehbuch:Adrian Hodges, Colin Clark

Offizielle Websites:
- Film Website
- Facebook-Seite des Films




Eure Meinung zu "My Week With Marilyn"


Weitere Kommentare zu "My Week With Marilyn":

Coolman Schlehtester Film, Schauspielerin sah der echten Marilyn überhaupt nicht ähnlich. Im Film ging es eher um diesen Colin. 10 ? für die DVD sind 10 ? zu viel ausggeben. Leider.

Stella Ein zauberhafter Film, der dem Mythos Marylin Monroe neues Leben einhaucht.