Dieser Inhalt ist von uns empfohlen ab 14 Jahre

VATIKAN AG Buchtipp


← zurück zur Nachrichten-Übersicht

16.04.2010 09:38



Es gibt einen aktuellen Neueinsteiger in die Spiegel-Bestsellerliste. Von 0 auf 17 ist Gianluigi Nuzzi's VATIKAN AG eingestiegen. Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche. Das buch wird bestimmt bald verfilmt ;) Wir haben schon jetzt den Trailer zum Buch für euch:



Zum Inhalt:

Skrupellose Finanzoperationen, getarnt als Werke der Wohltätigkeit unter dem Deckmantel karitativer Stiftungen.

Viertausend geheime Dokumente des Heiligen Stuhls – Briefe, vertrauliche Mitteilungen, Aktennotizen, Protokolle, Kontoauszüge und Buchungsbelege – enthüllen die Verwicklung des Vatikans in Schmiergeldaffairen und bringen ihn in den Zusammenhang mit der Mafia.

Die Dokumente stammen aus dem Nachlass von Monsignor Renato Dardozzi (1922–2003), der bis Ende der 1990er Jahre als einer der wichtigsten Mitarbeiter des IOR („Institut für die Werke der Religion“), wie die Vatikanbank offiziell heißt, fungierte.

In seinem Testament verfügte Dardozzi, dass diese Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen. Die Aufgabe wurde Gianluigi Nuzzi übertragen, der sich seit 16 Jahren als Enthüllungsjournalist mit den Polit- und Finanzskandalen Italiens beschäftigt. Nuzzi reiste unter Personenschutz in den Tessin, wo das brisante Material im Keller eines alten Bauernhauses lagerte. Von dort brachte er es in zwei Samsonite-Koffern nach Italien und begann mit der Auswertung.

Das frappierende Ergebnis veröffentlichte er in seinem Buch „Vatikan AG“. Die Dokumente aus Dardozzis Archiv beweisen, dass in der Vatikanbank Anfang der 1990er Jahre ein raffiniertes System mit Nummernkonten entstand, über das hunderte Milliarden Lire verschoben wurden.

Architekt dieses Netzwerks war Prälat Donato de Bonis, der neue Chef der Vatikanbank, den man nach dem Crash der Ambrosiano-Bank, der rätselhaften Ermordung Roberto Calvis und Michele Sindonas und dem Rückzug von Erzbischof Marcinkus eingesetzt hatte.

Donato de Bonis legte, unter dem Deckmantel wohltätiger Stiftungen, Konten für Politiker, Bankiers und Unternehmer an, darunter auch für den siebenmaligen italienischen Ministerpräsident Giulio Andreotti.

Als Offshore Bank, die sich jeglicher Kontrolle von Außen entzog,  war die Vatikanbank ein Paradies für Anleger dubioser Gelder. Sie funktionierte wie eine gigantische Geldwaschanlage mitten in Rom, die auch von der Mafia genutzt wurde. Ein Steuerparadies, das allein der Gesetzgebung des Vatikans unterworfen war. Und das alles im Namen Gottes.

Dokumente aus dem Archiv beweisen, dass auch Papst Johannes Paul II von der Tätigkeit des IOR wusste, jedoch nichts dagegen unternahm, weil es ihm bei seinen Aktivitäten in der polnischen Solidarnosc-Bewegung nützte.

Das Buch "Vatikan AG" ist mit mehr als 250.000  verkauften Exemplaren das meist verkaufte Sachbuch 2009 in Italien. Dennoch wurde es von den italienischen Medien totgeschwiegen.

Am 25.3.10 erschien es erstmals in deutscher Sprache. Anders als andere Veröffentlichungen über den Vatikan, stützt es sich nicht auf Verschwörungstheorien und enthält auch keine Dokumente, die der Vatikan ohnehin freigegeben hat (wie z.B. bei der Öffnung seiner Archive über den Nationalsozialismus). Stattdessen reiht der Autor nüchtern die Fakten aneinander, die durch das Archiv von Dardozzi ungewollt ihren Weg aus den dicken Mauern des Vatikans gefunden haben.


Gianluigi Nuzzi arbeitet als investigativer Journalist bei der italienischen Tageszeitung „Libero“, zuvor war er für den „Corriere della Sera“ und „Il Giornale“ sowie für die Zeitschrift „Il Panorama“ tätig. Seit 1994 verfolgt er die Polit- und Finanzskandale Italiens. Im Frühjahr 2008 erhielt er Zugang zum Geheimarchiv Monsignor Dardozzis.








← zurück zur Nachrichten-Übersicht

 


Kommentar zu "VATIKAN AG Buchtipp" ohne einloggen abgeben:

 



Bisher gibt es keine Kommentare zu "VATIKAN AG Buchtipp".