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Rampage: Uwe Boll beklagt sich über Zensur



Marcus Fliegel von TrailerSeite.de hat ihn in Hamburg getroffen.

Filmregisseur Uwe Boll ist ein Mann mit Nehmerqualitäten. Anders kann man sonst nicht erklären, dass er immer noch Filme dreht, obwohl er seit Jahren vor allem im Internet als schlechtester Regisseur aller Zeiten gedisst wird. Verantworlich ist dafür nach Ansicht von Boll eine Gruppe von ein paar hundert Filmnerds, die nichts lieber täten, als seine Filme zu verreissen.Dabei ist er immerhin nicht so verblendet die eigenen Streifen für Meisterwerke zu halten. Aber neben Krücken wie “Elektra”, “Daredevil” oder “Catwoman” würden sie doch gar nicht so schlecht dastehen, meint er.

Der neueste Tiefschlag kommt allerdings aus einer anderen Ecke:
Die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle) hat bei Bolls neuestem Film “Rampage” die Schere angesetzt.
Bei der ersten Vorführung der deutschen Fassung in einem Hamburger Kino war Boll entsprechend auf der Palme. Der Zensur fielen nämlich nicht nur etliche Actionszenen zum Opfer, sondern auch das (unblutige) Ende wurde völlig auf den Kopf gestellt. In der Originalverfassung von “Rampage” kommt der Amokläufer mit seinen Verbrechen ungeschoren davon. In der “Neufassung” à la FSK informiert dagegen eine Texttafel, dass der Killer erwischt und zum Tode verurteilt wurde. Aus einem zynischen Kommentar wird so ein typisch versönliches Hollywood-Ende.

Nun könnte man natürlich einwenden , dass die Boll-Fassung tatsächlich als Blaupause und Anregung für potentielle Amokläufer dienen könnte. Bolls Reaktion: Sein Film richte sich an Erwachsene, und sei nicht für Jugendliche gedacht. Und wer über 18 Jahre sei, sollte sich ansehen dürfen , was er will. Für Boll ist das Vorgehen der FSK zudem pure Willkür, weil sich die Zusammensetzung des Gremiums ständig ändere – und so täglich andere Massstäbe angelegt würden. So richtig freiwillig sei die Selbstkontrolle auch nicht. Tatsächlich muss ein Film sich nicht der Prüfung unterwerfen – aber dann wird er auch von keinem der großen Händler ins Programm genommen. Die Produktionskosten wieder hereinzubekommen wird so unmöglich. Boll hält das für existenzgefährdend.

Ein unblutiger Boll-Film? Das könnte schließlich die ohnehin nicht gigantische Fangemeinde verprellen. Als Ausweg empfiehlt Boll, sich die ungeschnittene Bluray später aus Österreich zu besorgen. Dort soll der Film voraussichtlich ohne Schnitte erscheinen.











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Marcus Fliegel