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StreetDance 3D: Interview mit den Balletttänzern Laura und Max von der Staatlichen Ballettschule Berlin und mit Streetdancerin Caro aus Detlef D! Soosts Company


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31.05.2010 17:22



In StreetDance 3D prallen die Welten des Streetdance und des Balletts aufeinander. Wir haben nachgefragt, wie der Film bei jungen Tanz-Profis ankommt. Die Balletttänzer Laura und Max, von der Staatlichen Ballettschule Berlin und die Streetdancerin Caro aus Detlef D! Soosts Company haben sich den Film vorab angesehen und waren begeistert.
Laura (22), kommt aus den Niederlanden und ist seit 2007 Studentin an der Staatlichen Ballettschule Berlin. Auch Max studiert dort. Der gebürtige Berliner ist 18 und kam 2003 mit 11 Jahren auf die Staatliche Ballettschule. Caro aus Berlin ist 20 und schon seit 2002 in D!'s Company. Sie steht mit zahlreichen deutschen Top-Acts wie La Fee, Jimi Blue oder Sha bei Veranstaltungen wie „The Dome" auf der Bühne und arbeitet auch als Choreografin.


Die Interviewpartner


TrailerSeite.de: Wie hat Euch der Film gefallen?
Caro: Sehr gut. Schöne lange Tanzszenen mit großartigen Tänzern.

Laura: Ich fand den Film sehr interessant und er hat mir sehr gefallen. Um ehrlich zu sein, habe ich noch nie so gutes Streetdance gesehen.

Max: Ich fand die Idee zwei Tanzwelten miteinander zu verbinden schon immer großartig. Man kann von jeder Tanzart etwas nehmen und etwas Neues daraus machen.


Wie seid Ihr zum Ballett bzw. zum Streetdance gekommen?
Max: Als ich kleiner war, habe ich jedesmal wenn ich Musik gehört habe sofort angefangen zu tanzen. Es hat mich immer glücklich gemacht. Im Keller habe ich ein ganzes Bühnenbild aufgebaut und Shows dargeboten. Als ich 5 Jahre alt war, besuchte ich meine erste Ballettschule bis ich schließlich mit 11 Jahren auf die Ballettschule in Berlin kam und meine professionelle Ausbildung begann.

Laura: Ich bin, als ich drei Jahre alt war, in eine Vorstellung von „Schwanensee" gegangen und war hin und weg von den Balletttänzerinnen. Ich wollte auch sehr gerne Tänzerin werden und habe meinen Traum verfolgt. Leider war ich mit drei noch zu jung, habe dann aber mit fünf Jahren angefangen als Hobby Ballett zu machen.

Caro: Ich habe einen Gutschein für die D!´s Dance School bekommen. Das war vor 9 Jahren. Ich bin immer noch hier!


Wer oder was waren Eure Inspiration oder Eure Vorbilder?
Max: Vorbilder hatte ich nie wirklich. Ich wollte schon immer was eigenes sein und etwas Neues erschaffen. Die meiste Inspiration hol' ich mir aus der Musik. Sie entscheidet, wie ich mich in dem Moment fühle und wie ich mich bewege.

Laura:  Als ich noch in den Niederlanden gewohnt habe, war Igone de Jongh (1. Solistin des Dutch National Ballet) mein Vorbild. Als ich vor drei Jahren nach Berlin gekommen bin, hat mir Polina Seminova (1. Solistin des Staatsballetts) sehr gefallen. Inzwischen hole ich mir Inspiration aus allem, was ich irgendwie gebrauchen kann, um mich selbst weiter zu entwickeln.

Caro: Ich habe kein besonderes Vorbild.


Die Hauptdarstellerin von STREETDANCE 3D, Nichola Burley, wurde an der Northern School of Contemporary Dance in Leeds in Ballett, Modern Dance und Jazz-Tanz ausgebildet.
Hättest Du vermutet, dass sie einen Tanzbackground hat, Caro?

Caro: Ja, das hat man gut sehen können, da sie sich gut bewegen kann und bei den Hebefiguren genau wusste was sie zu tun hat und elegant wirkte.


Worauf liegt der Fokus an der Staatlichen Ballettschule Berlin? Tanzt Ihr nur Ballett?
Laura: Der Fokus liegt ganz klar auf klassischem Ballett nach der „Vaganova-Methode". Aber unsere Schule ist sehr offen für viele unterschiedliche Tanzstile. Wir tanzen neben Ballett, auch Modern Dance, Contemporary, Pas de deux und Improvisation. Vor allem in Contemporary und Modern lernt man sehr viel Neues. Damit meine ich Vermischungen von Jazz, Modern, Hiphop, Streetdance u.s.w.

Max: Heutzutage wollen die Leute etwas Neues sehen. Ich habe mich auch außerhalb der Ballettschule in der Streetdance Szene umgeguckt und trainiert. Ich habe eine Menge dazu gelernt und festgestellt, wie groß die Tanzwelt eigentlich ist, dass es noch viel mehr gibt als Ballett.


Hören Balletttänzer nur klassische Musik und B-Boys nur Hiphop?
Caro: Das weiß ich nicht genau, aber ich weiß dass ich alles Mögliche höre und ich kenne auch B-Boys die selbst Klavier spielen.

Laura: Ich glaube, dass ist bei jedem unterschiedlich, aber ich bin mir sicher, dass BalletttänzerInnen nicht nur klassische Musik hören. Ich höre gerne klassische Musik, aber genauso gerne höre ich Charthits und Popmusik.


Sind Ballett und Streetdance wirklich so verschieden, wie wir es am Anfang von STREETDANCE 3D erleben?
Max: Die beiden Tanzarten stammen ursprünglich aus völlig unterschiedlichen Gesellschaften. Das macht den Unterschied aus. Aber letztendlich geht es doch nur um eins, den Tanz.

Caro: Die Welten in denen sie leben bzw. tanzen sind sehr verschieden, jedoch der Grund und die Leidenschaft für das Tanzen ist bei beiden gleich.


Kann gemeinsames Training, wie im Film gesehen, die Horizonte erweitern?
Max: Auf jeden Fall. Es ist ein Geben und Nehmen. Ein Austausch zweier Tanzarten woraus am Ende etwas völlig Neues und sehr geiles entstehen kann. Es ist auch wichtig für einen Tänzer sich nicht nur auf eine Sache zu fokussieren, sondern sein Spektrum an Tanzstilen so gut es geht zu erweitern. Das macht, wie ich finde, einen guten Tänzer aus.

Laura: Also klassisches Training für Streetdancer und Streetdance-Training für Balletttänzer könnte man mal versuchen.

Caro: Definitiv!


Würdet Ihr auch gern mal eine Performance mit Ballett- und Streetdancern einstudieren?
Max: Klar, warum nicht. Ich denke es würde mir super viel Spaß bereiten!

Caro: Sehr gerne. Ich habe großen Respekt vor Ballett und würde gerne davon lernen wollen.

Laura: Da ich noch nie richtiges Streetdance gemacht habe, weiß ich nicht ob es mir liegt, aber ich kann mir vorstellen, dass ich mit ganz vielen Proben vielleicht etwas in der Richtung erreichen kann. Vor allem so eine Choreografie wie am Ende des Films könnte ich mir schon vorstellen.


Eine gemeinsame Performance könnte also wirklich funktionieren? Welche Schwierigkeiten oder auch Chancen ergeben sich da möglicherweise?
Max: Das einzige was schwierig werden könnte ist, den Tänzern etwas beizubringen, was sie noch nie in ihrem Leben gemacht haben.

Laura: Möglich ist es, ja, dass haben wir im Film gesehen. Aber ich denke, dass es schwer wird für Klassische TänzerInnen Streetdance zu lernen und andersherum auch. Klassisch sieht leichter aus als es eigentlich ist, wenn man es exakt bzw. ganz genau machen möchte.

Caro: Schwierig wird das Zusammenspiel. Die Bewegungsabläufe sind sehr verschieden und somit ein Hindernis bei gemeinsamen Choreografien, diese synchron hin zu bekommen. Andererseits kann man viele Hebefiguren einbauen, weil Balletttänzer die Technik und Streetdancer die Kraft haben.


Wie oft trainiert Ihr als angehende Ballettprofis und Profitänzer in der Woche?
Laura: Sechs Mal in der Woche. Jeden Tag Klassisch sowie Nebenfächer und wenn eine Vorstellung vorbereitet werden soll, dann kommen dementsprechend noch Proben dazu.

Caro: Täglich.


Ihr trainiert viel und hart. Was macht Ihr in Eurer Freizeit?
Max: Meine Freizeit ist zwar zeitlich eingeschränkter, sieht aber nicht viel anders aus als die von anderen Schülern und Studenten.

Laura: Mit Freunden weggehen, in die Sauna gehen, Tanzen gehen, Klavier spielen, Internetten, Schwimmen und Shoppen.

Caro: Ich habe keine Freizeit. Wenn, dann verbringe ich diese mit Freunden. Meistens in einem Club, wo wir eh nur auf der Tanzfläche sind (lacht).


Sicher gibt es auch mal Tage an denen Ihr nicht so gut drauf seid. Wie motiviert ihr Euch in solchen Zeiten?
Max: Ich lasse alles auf mich zu kommen.

Laura: Ich denke meistens daran, wie glücklich ich bin, dass ich in dieser Schule aufgenommen wurde und was für eine Chance das für mich ist. Und ich versuche mit meiner Familie zu reden, ein Peptalk tut immer gut.

Caro: Mhh ... gute Frage. Irgendwie geht's immer.











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