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EXKLUSIV: Matt Dillon Interview zu Takers


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31.08.2010 10:31

Matt Dillon in Takers, TrailerSeite.de


Zusammen mit Zoe Saldana, Hayden Christensen und Paul Walker spielt er den Polizisten Jack Welles in Takers. Das exklusive Interview bei TrailerSeite.de!

 

TrailerSeite.de:

Takers ist mal eine andere Art von Film für dich. Wieso hast du nicht früher schon in diesem Genre gearbeitet?
 

Matt Dillon:

Das ist gar nicht so einfach, und wenn man so etwas versucht, dann will man auch in den richtigen Händen sein. Was mir an dieser Figur, die ich spiele gefällt, ist, dass sie ein kaputter Cop ist. In Filmen sind die Bösen immer interessanter als die Cops. Im Fernsehen mögen sie die Cops immer mehr als in Filmen (lacht). Aber in diesem Fall hat mein Cop genauso viele Ecken und Kanten wie die Typen, die er jagt. Außerdem ist sein Privatleben praktisch nicht vorhanden, weil er von seiner Arbeit regelrecht besessen ist - und das sogar, wenn er eigentlich seinen freien Tag mit seiner Tochter verbringen will. Selbst dann geht er zu einem Einsatz und riskiert ihr Leben, weil er einfach nicht anders kann, weil er ein Adrenalin-Junkie ist. Ich glaube, das geht vielen von diesen Jungs so. Sie sind einfach süchtig nach Action, und ich mag diesen Aspekt. Und ich mag die unterschiedlichen Charaktere in diesem Film. Diese Jungs, die versuchen, diesen großen Auftrag zu reißen, und mein Typ ist dazu bestimmt, sie zu stoppen. Er ist regelrecht getrieben.
 


TrailerSeite.de:

Der Film ist digital entstanden. Du bist ja selbst auch Regisseur, da musst du dir doch die Entstehung ganz genau angesehen haben…
 

Dillon:

Ja, ich habe mir alles ganz genau angesehen und ich dachte "okay, das ist interessant". Denn das war das erste Mal, dass ich einen Film gedreht habe, der digital aufgenommen wurde. Und es sieht klasse aus. Ich glaube, man macht Filme auf diese Art, so weich und flüssig mit all dem Equipment, damit der Zuschauer die Kamera nicht mehr spürt. Deshalb kostet die ganze Technik so viel Geld und ist es auch wert. Das ist echt beeindruckend. Aber ich hätte gedacht, dass digitales Drehen alles einfacher macht. Tut's aber nicht. Einerseits gibt es den Machern mehr Möglichkeiten, ist aber deswegen nicht einfacher. Es ist genauso kompliziert wie immer.

 

TrailerSeite.de:

Du arbeitest mit sehr coolen, jungen Kollegen in Takers. Wie war das?
 

Dillon:

Naja, es gibt zwei parallele Geschichten im Film. Es gibt da meine Geschichte und meine Beziehung zu Jake Hernandez - er ist schon jahrelang mein Partner, und das bringt jede Menge Probleme und eine eigene Tragödie mit sich. Es liegt an der Freundschaft dieser beiden Typen, wie sie emotional verbunden sind, und an ihren unterschiedlichen Lebensphilosophien. Und dann noch diese tragische Entwicklung im Film, die wirklich gut funktioniert und mir sehr gut gefällt. Und ich mag Jay. Ich mag ihn wirklich als Partner, denn er ist ein wirklich leidenschaftlicher Schauspieler. Er hatte einige sehr schwierige Szenen und war großartig. Also, das passiert hauptsächlich, und dazu gibt es dann noch viele andere, kleine Geschichten. Die Geschichte der Gang, die die Raubüberfälle macht, man könnte sie auch die Takers nennen. Das ist eine weitere Geschichte, und dazu kommt das, was zwischen den Jungs abgeht, und noch ihre jeweils persönlichen Geschichten. Am Ende des Films gibt es einen großen Showdown an diesem Flughafen. Das ist cool.
 


TrailerSeite.de:

Wirst du demnächst auch mal wieder selbst Regie führen?
 

Dillon:

Klar will ich wieder Regie führen und habe auch schon ein paar Sachen geschrieben. Ich habe einiges entwickelt, aber das braucht jede Menge Zeit und ich bin noch dazu Perfektionist - zumindest in dieser Phase meines Lebens. Ich habe ein Skript, das ich wirklich gut finde, aber noch nicht gut genug. Es fühlt sich noch nicht fertig an. Der Film in dem, ich Regie führte, brauchte Jahre, um fertig zu werden. Aber es war eine tolle Erfahrung und die würde ich für nichts in der Welt eintauschen. Ich glaube, das Größte daran ist, dass man ein Gespür für das große Ganze bekommt. Als Regisseur bist du ganz oben in der Hackordnung, aber du bist auch gleichzeitig der größte Dienstleister für das Projekt. Du musst dem Projekt dienen und dabei die Opfer der anderen mitkriegen und würdigen. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich Leute wirklich mag (lacht) und ich mag es, mit Leuten in einer bedeutungsvollen Weise zusammenzuarbeiten. Das ging nie besser als zu der Zeit, als ich Regisseur war.

 

TrailerSeite.de:

Du hast mit vielen großartigen Regisseuren zusammengearbeitet und am Ende führst du über dich selbst Regie. Wie würdest du dich selbst als Regisseur beschreiben?


Dillon:

Alle haben mir geraten: Keine Kompromisse! Aber der ganze Job ist ein einziger Kompromiss (lacht). Es ist also sehr paradox. Wie kann man kompromisslos sein, wenn sich alles nur um Kompromisse dreht? Das Ding ist: Du musst einige Dinge ändern, einige Sachen anpassen. Und wenn du etwas ändern musst, zum Beispiel einen Schauspieler austauschen, dann geh auf Nummer Sicher, dass der neue Typ mindestens genauso gut ist. Es ist hart, aber ich habe es geliebt.

 

TrailerSeite.de:

Welche Rollen würdest du nie annehmen?


Dillon:

Ich setze mir selbst ungern Limits, das machen schon alle anderen. Ich denke ich kriege nur selten die Gelegenheit, meine Vielseitigkeit zu zeigen. Bestimmte Sachen kriege ich einfach nicht angeboten. Da sagen sie dann "oh, er ist zu hübsch oder zu positiv" oder: "er ist nicht hübsch genug" oder: "er ist zu alt oder zu jung". Irgendwas ist immer, oder?

 

TrailerSeite.de:

Du hast mit vielen jungen Schauspielern in Takers gearbeitet. Hattest du gute Ratschläge für sie?


Dillon:

Vielleicht überrascht euch das, aber Schauspieler wollen eigentlich nie von anderen Schauspielern gute Ratschläge haben (lacht). Aber ich nehme welche, wann immer ich sie kriegen kann. Irgendwas kann man immer lernen. Jeder Tag ist ein neuer Tag, jede Szene ist ein neuer Packen Komplikationen. Aber ich gebe keine Ratschläge, so bin ich nicht, denn das nervt. Aber natürlich helfe ich wo ich kann. Wenn jemand fragt, mache ich Vorschläge. Als ich mit Jean Reno an Armored gearbeitet habe - ein großer Schauspieler übrigens - und ich den fertigen Film gesehen habe, hat mir eine Szene von mir besonders gut gefallen.  Aber nur wegen Reno. Er hatte einen Vorschlag gemacht, sehr versteckt. Und der Rat fiel mir wieder ein, als ich die Szene gesehen habe. Da dachte ich "oh, das ist cool!". Als wir nämlich die Szene geprobt hatten, hatte er mir den Rat gegeben und ich habe zugehört. Als ich Regie führte war ich genauso. James Caan kam zu mir und sagte "weißt du, ich glaube, wir sollten die Szene nicht fahrend drehen". Er hatte recht und habe es geändert. Ich glaube, man muss bescheiden bleiben und auch mal sagen können "ich weiß es nicht, keine Ahnung, wie wir das machen". Offen sein für andere Leute, die vielleicht eine bessere Idee haben. Und bei den erfolgreichen Filmen von mir war das so. Sie waren erfolgreich, weil die Regisseure zuhören konnten. Natürlich brauchen sie auch Talent und eine Vision, aber diese waren eben auch offen für neue Ideen. Die wussten genau was sie wollten, konnten aber auch gute Ideen aufnehmen.

 

TrailerSeite.de:

Was war der beste Rat, den du mal bekommen hast?
 

Dillon:

Von einem Schauspieler? Gene Hackmann. Er gab mir den besten Ratschlag und er war total simpel: "Bevor du eine Szene drehst, fülle sie aus". Und wenn man ein Schauspieler ist, das ist klar, muss man jederzeit sofort gefühlsmäßig in seinem Charakter sein können. Der Rat ist total allgemein und sagt doch alles, was man braucht. Andere Kollegen haben mir auch schon gesagt, dass sie den selben Rat von ihm bekommen haben. Und sie meinten "Ist das nicht das brillanteste, das jemals gesagt wurde?" (lacht). Ausfüllen!



Weiterführende Links:

Matt Dillon Starportrait

Takers Film Trailer und Infos












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