Step Up 3D - Born in the streets of NYC
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Wenn in Step Up 3D ab dem 26. August auf der Tanzfläche die Post abgeht und dreidimensionale Streetdancer die Kinosäle erobern, so vermuten doch die Wenigsten, dass die Tanzkunst dieser jungen Wilden vor fast 40 Jahren das Licht der Welt erblickte. Streetdance wurde im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße geboren. Und zwar nicht irgendwo, sondern im Zentrum der westlichen Kultur, im Big Apple, in New York City - dem Schauplatz von Step Up 3D.
Nachdem in den späten 1960er Jahren Industrie und Bürgertum verschiedene New Yorker Stadtteile in Richtung Provinz verließen, veränderte sich die Bevölkerungsstruktur der Stadt drastisch. Es entstanden riesige Armenviertel in denen eine Einwanderungswelle aus Lateinamerika nach der anderen in der Neuen Welt anbrandete. NYC befand sich mitten im Wandel, als eine ausgeprägte Wirtschaftskrise 1973 die ganze Stadt wie ein Vorschlaghammer traf.
Die einst strahlende Metropole verkam an vielen Stellen zum Moloch. So auch in der bis heute berühmt berüchtigten Bronx. An deren südlichem Ende, in der South Bronx, war das Leben zu dieser Zeit besonders gefährlich. Straßengangs trieben ihr gewalttätiges Unwesen, Spekulanten brannten ganze Häuserblocks nieder, um Mieter loszuwerden, Versicherungen abzukassieren und auf steigende Grundstückspreise zu lauern. Vielerorts sah es so aus, als hätte die sprichwörtliche Bombe eingeschlagen.
Die Bronx verwahrloste zusehends, die Arbeitslosigkeit war hoch, die Armut wuchs beständig, Diskriminierungen standen auf der Tagesordnung und die Aussichten waren trübe. Gerade unter den jugendlichen Afroamerikanern und Hispanics machten sich Frust und Verzweiflung breit. Die Kriminalitätsraten schnellten in die Höhe - Gewalttaten und Morde waren alltäglich. Doch Amerika wäre nicht Amerika, wenn die Fackel der Kultur - und im Falle der South Bronx der Subkultur - in solchen Momenten nicht umso heller strahlen sollte.
Es waren die DJ-Pioniere des HipHop - Kool DJ Herc, Africa Bambaata und Grandmaster Flash - die seit Mitte der 70er Jahre auf großen Blockpartys ganze Nachbarschaften friedlich zum Feiern und Tanzen animierten. Rapper wie Melle Mel, Kurtis Blow oder Eddie Cheba heizten der Partycrowd als MCs - Master of Ceremonies - zusätzlich ein.
Zwei Plattenspieler und ein Mikrofon sorgten für den guten Ton und legendäre Tänzer, wie Crazy Legs, Frosty Freeze oder die Rocksteady-Crew zauberten dazu, vorher noch nie gesehene, Tanzperformances auf die Straße. Dieser intensive Tanzstil der South Bronx ging als B-Boying in die Geschichte ein. Der Begriff B-Boy bedeutet im eigentlichen Sinne Break-Boy und leitet sich von dem durch Kool Herc entwickelten Breakbeat ab. Dieser Rhythmus entstand, wenn der DJ eine Songpassage voller besonders abgefahrener Tanzgrooves mit einem ganz neuen Sound zu einer schier endlosen Schleife verband, wozu die B-Boys dann tanzten.
Das B-Boying hatte schon immer einen starken Wettkampfcharakter. Nicht zuletzt weil viele Breakdance-Crews ehemalige Straßenbanden waren, die ihre Energien nun in friedlichere Bahnen lenkten. Mehrere Tänzer schlossen sich zu einer Crew zusammen, um sich dann mit anderen Crews zu messen. Solche Wettbewerbe nannte man B-Boy-Battles und das waren in der Tat keine netten Tanztees mit Gurkensandwiches, sondern knallharte aber gewaltfreie Duelle auf höchstem sportlichem und künstlerischem Niveau. Neben Graffiti, MC-ing und DJ-ing ist Break- beziehungsweise Streetdance also ein integraler Bestandteil der HipHop-Kultur.
Die Anfänge des Streetdance in der South Bronx sind heute längst Legende. Doch wer jetzt Lust bekommen hat, sich ein genaueres Bild von diesem einzigartigen Tanzstil zu machen, sollte ab dem 26. August ein Kino seiner Wahl ansteuern und sich einfach von Step Up 3D elektrisieren lassen.
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