Die Dämonen und die Deutschen: realer Exorzismus
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Exorzismus – den gibt es doch nur in einschlägigen Filmen wie Der Letzte Exorzismus und möglicherweise in der einen oder anderen Sekte in Übersee? Weit gefehlt! Auch hierzulande werden immer noch Exorzismen durchgeführt. Einige interessante Fakten dazu haben wir hier zusammengetragen – und weil das sonst keiner glaubt, gibt es am Ende des Artikels noch ein paar Links zu seriösen Beiträgen, die das Genannte bestätigen:
Exorzismus in der Wirklichkeit:
„Es ist eine Bitte an Gott“, hat es der Sprecher des Erzbistums Paderborn Ägidius Engel im Jahr 2008 gegenüber der Süddeutschen Zeitung beschrieben. Man biete Hilfe für „seelisch höchst notleidende Menschen“.
Nicht für jedermann:
Laut Engel werden Exorzismen nur in Fällen durchgeführt, bei denen auch Fachleute der Meinung seien, hier könne „eigentlich nur noch der liebe Gott helfen“.
Fachleute untersuchen „Besessene“:
Am Anfang stehen Gutachten von Pastoralpsychologen und Psychiatern. Nur wenn hier keine psychische Störung festgestellt wird, kann ein Exorzismus eine Option werden.
Erzbischof hat das letzte Wort:
Liegen die entsprechenden Gutachten vor, kann der Erzbischof eine „Liturgie der Befreiung“ genehmigen.
Der Teufel kommt nach Paderborn:
Der WDR berichtete 2008 von Exorzismen und die Autoren gaben zu Protokoll, entsprechende Vorgänge in den Bistümern Paderborn, Münster und Limburg beobachtet zu haben.
Exorzisten gibt’s nicht an jeder Ecke:
Bei weitem nicht jedes Bistum verfügt über eigene Exorzisten. So soll bei einem Fall von Exorzismus in Paderborn in diesem Jahrzehnt beispielsweise extra ein Priester aus Bayern gekommen sein.
Tag für Tag:
Theo Dirkes, einer der Autoren der WDR-Dokumentation, wird von Abendblatt.de zitiert: „Ein polnischer Priester erzählte uns, dass es in Deutschland pro Tag mindestens eine Teufelsaustreibung gebe“.
Schade für Hollywood-Fans:
In einer von Welt.de zitierten Stellungnahme der Kirche heißt es, das „Befreiungsgebet“ bewege sich in seiner Umsetzung weit ab der bekannten Klischees – es fällt also wohl etwas unspektakulärer aus als in Der Letzte Exorzismus.
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und sich näher mit der Austreibung des Teufels beschäftigen möchte, kann sich mal in seiner Nachbarschaft umsehen, vielleicht rückt da ja gerade ein betendes Einsatzkommando an. Ansonsten empfiehlt sich der Besuch von Der Letzte Exorzismus – ab dem 30. September im Kino.
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