
Armin Mueller-Stahl Biografie
Geburtstag: 17.12.1930
Geburtsort: Tilsit, heute Sowjetsk
Land: Russland
Kino-Rollen:
Seine Schauspielerkarriere begann 1960 mit dem Vierteiler Flucht aus der Hölle und dem spanischen Bürgerkriegsdrama Fünf Patronenhülsen. Er wurde zu einem gefeierten Charakterdarsteller in der DDR. In der Folgezeit avancierte er zu einem Publikumsliebling und wurde fünf Mal in Folge zum beliebtesten Schauspieler der DDR gewählt. Ende 1976 unterschrieb er einen Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR, worauf ihm zweieinhalb Jahre lang kaum noch Rollen angeboten wurden. 1980 wurde Mueller-Stahls Ausreiseantrag nach West-Berlin genehmigt. In der Bundesrepublik knüpfte er nahtlos an die alten Erfolge an, spielte 1981 die männliche Hauptrolle in Lola von Rainer Werner Fassbinder und in Der Westen leuchtet! von Niklaus Schilling. Mit dem Film Music Box – Die ganze Wahrheit (1989) von Costa Gavras hatte er auch international Erfolg. In diesem Film spielte er einen ungarischen Einwanderer, der in den USA angeklagt wird, Mitglied bei den Pfeilkreuzern gewesen zu sein und in Budapest kurz vor Kriegsende eigenhändig Juden ermordet zu haben. Im Episodenfilm Night on Earth spielte er den ostdeutschen Taxifahrer Helmut Grokenberger, der in New York sein Glück versucht. Hier konnte Armin Mueller-Stahl auch sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Für die Rolle des fordernd-überforderten Vaters des Pianisten David Helfgott in Shine – Der Weg ins Licht wurde er 1997 mit einer Oscar-Nominierung geehrt. Trotz seines Erfolgs auch in Hollywood kehrte er immer wieder nach Deutschland zurück. So etwa übernahm er die Hauptrolle des Thomas Mann in dem Fernseh-Dreiteiler Die Manns – Ein Jahrhundertroman. Diese Darstellung wird mitunter als die gelungenste seiner Karriere angesehen. Mueller-Stahl legte mit Conversation with the Beast sein Regie-Debüt vor. Er schrieb bereits einige Romane und Erzählungen. Weiterhin präsentierte Mueller-Stahl seine Zeichnungen und Aquarelle schon in mehreren Ausstellungen, darunter im Filmmuseum Potsdam und im Lübecker Buddenbrookhaus.
Privatleben:
Mueller-Stahl ist das dritte von fünf Kindern eines ostpreußischen Bankbeamten. Zunächst wollte er Geiger werden und studierte Violine und Musikwissenschaft, was er 1949 mit einem Examen am Städtischen Konservatorium in Berlin als Musiklehrer abschloss. Dann wechselte er zur Schauspielerei. Vorerst wegen mangelnder Begabung zum Studium abgelehnt, erhielt er dennoch 1952 sein erstes festes Engagement am Berliner Theater am Schiffbauerdamm. Als Mueller-Stahl Einblick in seine Stasi-Akten nahm, musste er feststellen, unter anderem von seinem besten Freund an die Staatssicherheit verraten worden zu sein. Dies war für ihn der Anlass, nie wieder in Deutschland heimisch werden zu wollen. Dennoch hält er bis heute ein Gesprächsangebot an ihn aufrecht. Heute ist ihm Kalifornien zur zweiten Heimat geworden, neben dem gleichmäßig warmen Klima erfreut ihn auch die Abwesenheit einer steten Erinnerung an die dunklen Seiten der DDR-Vergangenheit. Am 30. September 2006 kündigte er seinen Abschied aus dem Filmgeschäft an. Er wird nur noch zwei bis drei Rollen übernehmen, darunter die Buddenbrooks-Verfilmung von Heinrich Breloer. Als Gründe für seinen Ausstieg gab er unter anderem an, dass heutzutage die Qualität von Schauspielern und Produzenten nicht mehr mit ihrer spektakulären Bekanntheit und außergewöhnlich hohen Bezahlung einerseits und ihrem tatsächlichen Können korrespondierten. Nach den Dreharbeiten wolle er sich dann ganz der Malerei, der Musik und der Förderung junger Künstler widmen.
Die Filmografie von Armin Mueller-Stahl
Heimliche Ehen (1956)
Fünf Patronenhülsen (1960), Regie: Frank Beyer
Königskinder (1962)
Die letzte Chance (1962, TV)
Nackt unter Wölfen (1963)
Der Andere neben dir (1963, TV)
Christine (1963)
Preludio 11 (1964)
Alaskafüchse (1964)
Columbus 64 (1966) (TV)
Ein Lord am Alexanderplatz (1967)
Die Dame aus Genua (1969, TV)
Tödlicher Irrtum (1970)
Kein Mann für Camp Detrick (1970) (TV)
Januskopf (1972)
Der Dritte (1972)
Das unsichtbare Visier (1973, TV)
Die Hosen des Ritters Bredow (1973)
Die Eigene Haut (1973, TV)
Kit & Co (1974)
Jakob, der Lügner (1974)
Nelken in Aspik (1976)
Die Flucht (1977)
Geschlossene Gesellschaft (1978, TV)
Die Längste Sekunde (1980, TV)
Lola (1981)
Ja und Nein (1981) (TV)
Ferry oder Wie es war (1981, TV)
Die Sehnsucht der Veronika Voss (1982)
Der Westen leuchtet! (1982)
Viadukt (1982)
Ich werde warten (1982, TV)
Die Gartenlaube (1982, TV)
Die Flügel der Nacht (1982)
Flucht aus Pommern (1982, TV)
Der Fall Sylvester Matuska (1982, TV)
Ausgestoßen (1982) (TV)
An uns glaubt Gott nicht mehr (1982, TV)
Un dimanche de flic (1983)
L' Homme blessé (1983)
Trauma (1983)
Ruhe sanft, Bruno (1983, TV)
Eine Liebe in Deutschland (1983)
Tatort – Freiwild (1984, TV)
Rita Ritter (1984)
Glut (1984)
Tausend Augen (1984)
Oberst Redl (1985)
Die Mitläufer (1985)
Vergeßt Mozart (1985)
Unser Mann im Dschungel (1985) (Video-Titel: Amazonas Mission)
Hautnah (1985) (TV)
Bittere Ernte (1985)
Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit (1985)
Auf den Tag genau (1986) (TV)
Momo (1986), mit Mario Adorf, Radost Bokel
Gauner im Paradies (1986) (TV)
von Ostpreußen nach Deutschland (1987)
Jokehnen – oder Wie lange fährt man
Der Joker (1987)
Amerika (Fernsehserie) (1987, TV)
Franza (1987, TV)
Killing Blue (1988)
Tagebuch für einen Mörder (1988, TV)
Schweinegeld (1989)
Das Spinnennetz (1989)
Music Box – Die ganze Wahrheit (1989)
A Hecc (1989)
Avalon (1990)
Le Gorille (1990, TV)
Kafka (1991)
Bronsteins Kinder (1991)
Night on Earth (1991)
Utz (1992)
Im Glanz der Sonne (1992)
Far from Berlin (1992)
Kinoerzähler, Der (1993)
Das Geisterhaus (1993)
Red Hot (1993)
Holy Matrimony (1994)
The Last Good Time (1994)
A Pyromaniac's Love Story (1995)
Theodore Rex (1995)
Taxandria (1996)
Shine – Der Weg ins Licht (1996)
Gespräch mit dem Biest (1996)
Der Unhold (1996)
In the Presence of Mine Enemies (1997) (TV)
Die 12 Geschworenen (1997) (TV)
The Assistant (1997)
The Game (1997)
Projekt: Peacemaker (1997)
The Commissioner (1998)
The X Files (1998)
The 13th Floor – Bist du was du denkst? (1999)
The Third Miracle (1999)
Jakob, der Lügner (1999)
Die Bibel – Jesus (1999) (TV)
Jagd auf einen Namenlosen (2000)
The Long Run (2000)
Mission to Mars (2000)
Die Kreuzritter (2001, TV)
Die Manns – Ein Jahrhundertroman (2001, TV)
The Dust Factory - Die Staubfabrik (2004)
The Story of an African Farm (2004)
Local Color (2005)
Leningrad – Regie: Aleksandr Buravsky (2005)
Ich bin die Andere (2006)
Tödliche Versprechen - Eastern Promises Regie: David Cronenberg (2007)
Die Buddenbrooks - Regie: Heinrich Breloer (2008)
The International - Regie: Tom Tykwer (2009)
Illuminati (2009)



