Mario Adorf Biografie
Geburtstag: 08.09.1930
Geburtsort: Zürich
Land: Schweiz
Kino-Rollen:
Nach einigen kleineren Filmrollen wurde Mario Adorf durch seine Darstellung eines psychopathischen Frauenmörders in Nachts, wenn der Teufel kam allgemein bekannt. Danach war er viele Jahre auf Schurkenrollen festgelegt. In Winnetou 1. Teil übernahm er die Rolle von Winnetous bösartigem Gegenspieler Santer, der Winnetous Schwester Ntscho-tschi (Marie Versini) erschoss. In Die Herren mit der weißen Weste war er der Ganove Bruno 'Dandy' Stiegler. Erfolge feierte Adorf im internationalen Kino. Sein schauspielerisches Repertoire drückte sich meist in Charakteren aus, die zwischen raubeinigen Knechten oder Ganoven und edlen Mafiosi oder ehrenwerten Signori liegen. Auffällig zeigt sich auch Adorfs Vorliebe für die italienische Kultur. In Die Ermordung Matteottis spielte er den Duce Mussolini. Adorf konnte auch seine komödiantischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Auch der Junge Deutsche Film hatte für ihn Verwendung. In Die verlorene Ehre der Katharina Blum mimte er den zwielichtigen Kommissar Beizmenne, in Die Blechtrommel den Vater Matzerath. Mitte der achtziger Jahre wandelte sich sein Film-Image. Adorf wurde zur Idealbesetzung von Patriarchen jeder Art, insbesondere von mächtigen Unternehmern wie in Der große Bellheim. Er war die deutsche Stimme des Drachen in Dragonheart. Adorf trat zudem in zahlreichen Fernsehfilmen, vorzugsweise in denen des Regisseurs Dieter Wedel, auf und betätigte sich als Theaterschauspieler. In den letzten Jahren trat er mehrfach als Buchautor (und vortragender Sänger) in Erscheinung. 2007 gehört er unter dem Vorsitz des US-amerikanischen Filmemachers Paul Schrader zur Jury der Filmfestspiele von Berlin.
Privatleben:
Mario Adorf ist das uneheliche Kind der aus dem Elsass stammenden deutschen Röntgenassistentin Alice Adorf und eines verheirateten Italieners, des kalabresischen Chirurgen Dr. Matteo Menniti. Er wuchs bei seiner Mutter in Mayen in der Eifel auf, wo er nach dem Besuch des Borromäerinnen-Kindergartens und der Volksschule die Oberrealschule absolvierte. Ab 1950 studierte er an der wiedergegründeten Universität Mainz Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literatur, Musikgeschichte und Theaterwissenschaften. Er betätigte sich in einer Studentenboxstaffel sowie an der Studentenbühne. 1953 ging er zum Weiterstudium nach Zürich und arbeitete dort als Statist und Regieassistent am Schauspielhaus Zürich. Kurz darauf brach er sein Studium ab. Es folgte eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. 1954 trat er mehrmals an den Münchner Kammerspielen auf. Im Anschluss an seine Schauspielausbildung hatte Adorf von 1955 bis 1962 bei den Münchner Kammerspielen ein Engagement als Schauspieler. Seine erste Ehefrau war die Schauspielerin Lis Verhoeven. Aus dieser Beziehung stammt die Tochter Stella Maria Adorf, ebenfalls Schauspielerin. Adorf ist seit 1985 in zweiter Ehe verheiratet. Seine besondere Verbundenheit zu Mayen, der Heimat seiner Kindheit, drückte Adorf wiederholt durch örtliche Engagements, z.B. aktuell als Schirmherr der dortigen Burgfestspiele, aus. 1999 sprach Adorf den Prolog für den Udo Jürgens - Song Die Krone der Schöpfung, welcher mit den Berliner Philarmonikern aufgenommen wurde. Im Jahre 2001 wurde Mario Adorf die Ehrenbürgerschaft der Stadt Mayen (Eifel) verliehen.
Die Filmografie von Mario Adorf
1954: 08/15
1955: Kirschen in Nachbars Garten
1956: Robinson soll nicht sterben
1956: Mädchen und Männer (La ragazza della salina)
1957: Der Arzt von Stalingrad
1957: Nachts, wenn der Teufel kam
1958: Schwester Bonaventura
1958: Das Mädchen Rosemarie
1959: Bumerang – Regie: Alfred Weidenmann
1959: Das Totenschiff
1959: Am Tag als der Regen kam
1960: Haut für Haut (Le gout de la violence)
1960: Wer sind Sie, Dr. Sorge? (Qui êtes-vous, Dr. Sorge?)
1960: Schachnovelle
1960: Mein Schulfreund
1961: Vergewaltigt in Ketten (A cavallo della tigre)
1962: Straße der Verheißung
1962: Lulu
1963: Winnetou 1. Teil
1963: Es war mir ein Vergnügen
1963: Moral 63
1963: Vorsicht, Mister Dodd
1963: Der letzte Ritt nach Santa Cruz
1964: Die Goldsucher vom Arkansas]
1964: Der Ehekandidat (La visita)
1964: Unser Mann aus Istanbul (Operacion Estambul)
1964: Sierra Charriba (Major Dundee)
1965: Vergeltung in Catano (Tierra de fuego)
1965: Spione unter sich (Guerre secrète)
1965: Ich habe sie gut gekannt (Io lo conoscevo bene)
1965: Geheimnis im blauen Schloß (Ten little indians)
1965: Eine Rose für alle (Una rosa per tutti)
1965: Die Herren
1966: Unser Boß ist eine Dame (Operazione San Gennaro)
1966: Zärtliche Haie
1967: Die Über-Sinnliche (Questo fantasmi)
1967: Ladies, Ladies (Le dolci signore)
1968: Engelchen macht weiter – hoppe, hoppe Reiter
1968: Amigos (E per un tetto un ciele di stelle)
1969: Maßnahmen gegen Fanatiker
1969: Die Herren mit der weißen Weste
1969: Das rote Zelt (La tenda rossa)
1969: Fahrt zur Hölle, ihr Halunken (Gli specialisti)
1969/70: Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (L’uccello dalle piume di cristallo)
1970: Ein Fischzug für 300 Millionen (Un’ anguilla da trecente milioni)
1970: Der feurige Pfeil der Rache (L’arciere di Sherwood)
1970: Deadlock
1971: Milano Kaliber 9 (Milano calibro 9)
1971: Malastrana (La corta notte delle bambolo di vetro)
1971: Herzbube (King, queen, knave)
1971: Das Syndikat (La polizia ringrazia)
1972: Pinocchio (L’avventure di Pinocchio)
1972: Gewalt – die fünfte Macht im Staat (La violenza: quinto portere)
1972: Der Mafia-Boß – Sie töten wie Schakale (La mala ordine) / auch als: Der Tod des Paten - Die Hände voller Blut
1972: Toll trieben es die alten Germanen (Quando le donne persero la coda)
1973: Die Ermordung Matteottis (Il delitto Matteotti)
1973: Die Reise nach Wien
1973: Ohne Warnung (Sans sommation)
1974: Der Tod trägt schwarzes Leder (La polizia chiede aiuto)
1974: Das Urteil – Prozeß im Schnellverfahren (Processo per direttissima)
1974: Der dritte Grad (La faille)
1975: Warum bellt Herr Bobikow?
1975: MitGift
1975: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
1976: Bomber und Paganini
1977: Gefundenes Fressen
1977: Der Hauptdarsteller
1977: Tod oder Freiheit
1977: Ich habe Angst (Io ho paura)
1977/78: Deutschland im Herbst
1978: Fedora
1978: Die Blechtrommel
1979: Giganten der Landstraße (L’empreinte des géants)
1979: Milo Milo
1981: Lola
1981: Der Ungehorsam (La disubbidienza)
1982: Marco Polo
1982: Die Linden von Lautenbach (Les tilleuils de Lautenbach)
1982: Küste der Liebe (La côte d’amour)
1982: Nina (Invitation au voyage)
1983/84: Via Mala
1983: Himmel und Hölle (State buoni se potete)
1983: Klassenverhältnisse (Rapports de classe)
1984: Coconuts
1984/85: Marie Ward – Zwischen Galgen und Glorie
1985: Der 4 1/2 Billionen Dollar Vertrag (The Holcroft convenant)
1986: Kir Royal
1986: Momo
1986: Second Victory (The second victory)
1986: Des Teufels Paradies
1986: Das blonde Mysterium (La ragazza del lilla)
1986/87: Heimatmuseum
1987: Rausch der Verwandlung
1987: Die Nacht kennt keine Zeugen (Notte italiana)
1987: Des Teufels Paradies
1988: Trau keinem Schurken (Try this one for size)
1989: Franziskus (Francesco)
1989: Maxantino
1989: Allein gegen die Mafia, Teil 4, Fernsehfilm (La Piovra 4)
1990: Rosamunde
1990: Gesellschaftsspiele (Giocco di societa)
1990: Der Badearzt (Mio caro Dottor Gräsler)
1990: Café Europa
1990: Die Kaltenbach-Papiere
1990: Stille Tage in Clichy (Quiet days in Clichy)
1991–1997: Prinzessin Fantaghiro
1991 Pizza Colonia
1991–1992: Die Abenteurer vom Rio Verde (Rio Verde)
1993: Der große Bellheim
1993: Bauernschach
1993: Spion in Schwarz
1993/94: Amigomio
1993: Maus und Katz
1993: Felidae
1993: König der letzten Tage
1994: Der kleine Lord (Il piccolo Lord)
1996: Der Schattenmann
1996: Alles nur Tarnung
1997: Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief
1997: Alle für die Mafia
1997: Fräulein Smillas Gespür für Schnee
1998: Die Piraten der Karibik (Caraibi)
1998: Mord im Kloster (La quindicesima epistola)
1999: Comeback für Freddy Baker
1999: Liebe deinen Feind (Ama il tu nemico)
2000: Der kleine Lord – Retter in der Not (Il piccolo Lord, parte seconda)
2002: Die Affäre Semmeling
2002: Epsteins Nacht
2003: Die Jungen von der Paul-Straße (Il ragazzi de la via Pal)
2004: Vera – Die Frau des Sizilianers
2005: Enigma
2005: Es ist ein Elch entsprungen
2006: Karol Wojtyla – Geheimnisse eines Papstes
2007: Der Tag wird kommen
2007: Die Rote Zora


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